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Städte & Kultur

Pittsburgh an seinen drei Flüssen: Spitze, Ufer und Mount Washington

In Pittsburgh fließen Allegheny und Monongahela zusammen, dort beginnt der Ohio. Die Stadt lässt sich in drei Schritten erschließen: an der Spitze des Dreiecks, an den Ufern entlang und vom Hang gegenüber, auf den zwei Standseilbahnen aus dem 19. Jahrhundert führen.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 7 Minuten

Blick von einem grünen Hang auf die Spitze der Innenstadt von Pittsburgh. Dort treffen zwei Flüsse zusammen; an der Spitze liegt ein Park, dahinter stehen Hochhäuser und gelbe Brücken. Vorn steht ein roter Wagen einer Standseilbahn am Hang.
Vom Mount Washington reicht der Blick über die Duquesne Incline auf den Point State Park an der Flussgabel.

Der Allegheny kommt von Norden, der Monongahela von Süden. Sie vereinen sich am Point State Park, und auf dem Dreieck zwischen ihnen liegt die Innenstadt. Um diese Flussgabel stritten im 18. Jahrhundert Frankreich und Großbritannien. Von hier führt ein Weg die Ufer entlang bis zum Hang gegenüber, an dem eine Standseilbahn fährt, die Anwohner 1963 vor dem Ende bewahrten.

Die Spitze des Dreiecks

Der Point State Park nimmt die Spitze des sogenannten Golden Triangle ein, des dreieckigen Innenstadtbezirks. Der Park ist rund 15 Hektar groß, täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet und nach Angaben des National Park Service (NPS) barrierefrei. Verwaltet wird er vom Naturschutzministerium des Bundesstaats Pennsylvania (DCNR).

Den Mittelpunkt bildet ein Brunnen. Der Staat weihte ihn am 30. August 1974 ein, im selben Jahr wurde der ganze Park fertiggestellt. Nach Angaben des DCNR steht die Gestaltung des Brunnens für drei Deutungen des Ortes: Zusammenfluss, Konflikt und Erneuerung. Die Fontäne ist laut NPS rund 46 Meter hoch. Sie läuft nur saisonal. 2026 schloss das DCNR nach eigenen Angaben einen Umbau für 3,4 Millionen US-Dollar ab und nahm die Fontäne einen Monat früher als üblich in Betrieb. Ganz vorn an der Spitze markiert ein Bronzemedaillon im Stein den westlichen Endpunkt der Great Allegheny Passage, eines rund 240 Kilometer langen Radwegs, der in Cumberland in Maryland beginnt.

Vier Festungen in fünf Jahren

Aquarell eines kleinen Backsteinbaus mit flachem, schindelgedecktem Dach hinter einem schmiedeeisernen Tor zwischen zwei Backsteinpfeilern.
Das Fort Pitt Block House von 1764 (Aquarell). · Aquarell nach „Fort Pitt.JPG“ von Alexander Klyuch, Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Als George Washington 1753 im Auftrag Virginias an die Flussgabel kam, notierte er in seinem Tagebuch, das Land sei für eine Festung äußerst gut gelegen, weil es beide Flüsse beherrsche.

Innerhalb von fünf Jahren entstanden an dieser Stelle vier Befestigungen. 1754 nahmen französische Truppen einen von Virginiern begonnenen Posten ein und bauten Fort Duquesne. Als 1758 eine britische Armee von 6.000 Mann unter General John Forbes anrückte, brannten die Franzosen ihr Fort nieder und zogen ab, zwei Tage bevor die Briten am 25. November ankamen. Zunächst errichteten die Briten das provisorische Fort Mercer. 1759 begannen sie mit dem Bau von Fort Pitt, benannt nach dem Staatsmann William Pitt.

Zwei der Festungen sind im Park nachgezeichnet: Fort Duquesne als Granitumriss im Boden, die fünf Bastionen von Fort Pitt in Ziegeln. In einer rekonstruierten Bastion liegt seit 1969 das Fort Pitt Museum des Heinz History Center. Auf zwei Etagen zeigt es Ausstellungen zum French and Indian War, zur Amerikanischen Revolution und zur Entstehung der Stadt. Daneben steht das Fort Pitt Block House von 1764, das laut der Trägerorganisation des Radwegs einzige erhaltene Originalgebäude der Anlage. Es gehört einer Ortsgruppe der Daughters of the American Revolution. Das Blockhaus kann man nach Angaben des NPS kostenlos besichtigen.

Auch die Expedition, die Meriwether Lewis mit William Clark zum Pazifik unternahm, ist mit dem Ort verbunden: Laut NPS ließ sie in Pittsburgh ihr Kielboot bauen, und am 31. August 1803 brach Lewis damit den Ohio abwärts auf.

Drei Flüsse, verschieden genutzt

Abendlicher Blick über einen Fluss auf die beleuchteten Hochhäuser einer Innenstadt. Links und rechts überspannen zwei gelbe Hängebrücken das Wasser, vorn liegen eine Rasenfläche und ein Uferweg.
Zwei der drei Sister Bridges über den Allegheny am Abend.

Vom Park aus sieht man in drei Richtungen, und jede zeigt einen anderen Fluss. Über den Allegheny spannen sich nebeneinander drei gelbe Hängebrücken, die Sister Bridges: die Roberto Clemente, die Andy Warhol und die Rachel Carson Bridge. Allegheny County ließ sie ab 1925 von der American Bridge Company bauen und bezeichnet sie als die einzigen drei baugleichen selbstverankerten Hängebrücken der Welt. Die Andy-Warhol-Brücke, früher Seventh Street Bridge, ist nach Angaben von Allegheny County die einzige Brücke in den USA, die nach einem bildenden Künstler benannt ist.

Die Trägerorganisation der Great Allegheny Passage nennt den Monongahela das Arbeitspferd unter den drei Flüssen: Schleppkähne bringen Kohle, Erdöl, Koks, Stahl und Asphalt, und neun Schleusen halten ihn ganzjährig schiffbar. Den Allegheny beschreibt sie heute eher als Revier für Paddler und Freizeitboote. Nach Westen öffnet sich der Ohio.

Am Wasser entlang

Blühende Bäume mit pinken Blüten an einem Uferweg mit Geländer, dahinter Fluss und Hochhäuser der Innenstadt.
Uferweg in Pittsburgh im Frühling.

An beiden Ufern aller drei Flüsse zieht sich der Three Rivers Heritage Trail durch Stadt und Landkreis. Die Organisation Friends of the Riverfront, die ihn baut und pflegt, gibt seine Länge mit mehr als 50 Kilometern an. Auf der South Side und in großen Teilen der Innenstadt verläuft er gemeinsam mit der Great Allegheny Passage.

Die gemeinnützige Organisation Riverlife verfolgt seit 2000 den Plan einer zusammenhängenden, rund 24 Kilometer langen Uferschleife zwischen West End Bridge, Hot Metal Bridge und 31st Street Bridge. Mehr als 85 Prozent davon sind nach Angaben von Riverlife für die Öffentlichkeit hergerichtet. Riverlife teilt die Schleife in drei Abschnitte: am Allegheny mit Parks und Kunst, am Monongahela mit Industriegeschichte und am Zusammenfluss mit den weiten Blicken auf die Innenstadt.

Wer den Weg mit dem Rad oder zu Fuß fortsetzen will, sollte den aktuellen Stand prüfen. Auf der Great Allegheny Passage war Anfang Oktober 2026 südöstlich der Stadt ein Abschnitt von rund drei Kilometern wegen Felssicherung gesperrt. Eine ausgeschilderte Umleitung gibt es nicht. Die Trägerorganisation bietet einen kostenpflichtigen Shuttle an, nach ihrer Meldung vom 30. September mindestens bis zum 19. Oktober.

Hinauf zum Mount Washington

Der Hang auf der Südseite des Monongahela liegt der Spitze gegenüber. Früher hieß er Coal Hill, heute Mount Washington. Zwei Standseilbahnen führen hinauf. Die Monongahela Incline eröffnete am 28. Mai 1870. Der Verkehrsverbund Pittsburgh Regional Transit (PRT) bezeichnet sie als älteste durchgehend betriebene Standseilbahn der USA. Die Duquesne Incline folgte am 20. Mai 1877. Sie war bei ihrer Eröffnung eine von vier Bahnen auf den Hang.

In ihren ersten Jahrzehnten war die Duquesne Incline ein Verkehrsmittel für den Alltag. Tom Reinheimer, Büroleiter der Duquesne Incline, erklärte der Pittsburgh City Paper 2025, die Bewohner von Mount Washington und Duquesne Heights hätten die Bahn gebraucht, um ins Tal zur Straßenbahn zu kommen, die sie über den Fluss zur Arbeit brachte. Daher sei ihnen viel daran gelegen gewesen, sie in Betrieb zu halten.

1962 stand die Bahn vor dem Aus. Die Duquesne Inclined Plane Company, Betreiberin seit 1877, stellte den Verkehr ein. Nach dem Bericht der City Paper waren Autos inzwischen verbreiteter, die Fahrgastzahlen gesunken und Reparaturen fällig. Laut Reinheimer sammelte daraufhin eine Gruppe aus den beiden Stadtteilen 19.000 US-Dollar und ließ die nötigen Reparaturen ausführen. Nach der Chronik des Betreibers eröffnete sie die Bahn 1963 wieder. 1964 gründete die Gruppe eine gemeinnützige Gesellschaft, die den Betrieb bis heute führt. Ihr Ziel war laut Chronik, die Bahn als verlässliches Verkehrsmittel für Pendler und zugleich als Ausflugsziel zu etablieren. Gefahren wird noch immer mit den hölzernen Originalwagen.

Auch heute braucht die Bahn ständige Pflege. Größere Reparaturen erledige man nachts, damit tagsüber keine Fahrgäste betroffen seien, sagte Reinheimer. Zur Pflege der gusseisernen Antriebsteile gehören nach seinen Worten Anstrich und Schmierung. In der Bergstation zeigt ein kleines Museum Stadtgeschichte, und man kann der laufenden Maschinerie zusehen.

Oben verläuft die Grandview Avenue, die zur städtischen Grünanlage Emerald View Park gehört. Den Brunnen an der Spitze nannte Pittsburghs damaliger Bürgermeister 2024 zum 50. Jahrestag ein Wahrzeichen, das man auch von den Hängen des Mount Washington aus sehe.

Fragen und Antworten

Welche Flüsse treffen sich in Pittsburgh?

Der Allegheny und der Monongahela. Sie fließen an der Spitze der Innenstadt am Point State Park zusammen, dort beginnt nach Angaben des NPS der Ohio.

Wann fahren die Standseilbahnen auf den Mount Washington?

Die Monongahela Incline fährt laut PRT montags bis samstags von 5:30 bis 0:45 Uhr, sonn- und feiertags von 8:45 bis 24 Uhr, etwa alle 15 Minuten. Die Duquesne Incline fährt laut PRT und Betreiber täglich von 6:30 bis 0:30 Uhr, ebenfalls etwa alle 15 Minuten. Reservierungen gibt es nicht. Stand: September 2026.

Was kostet die Fahrt mit der Duquesne Incline?

Die Angaben sind uneinheitlich. Die Website des Betreibers nennt für Erwachsene 2,50 US-Dollar pro Fahrt, der allgemeine PRT-Tarif für alle Verkehrsmittel liegt bei 2,75 US-Dollar. Kreditkarten nimmt die Duquesne Incline laut Betreiber nicht an. Bezahlt wird bar oder mit der PRT-Chipkarte ConnectCard.

Was kostet das Fort Pitt Museum?

Nach Angaben des Heinz History Center, Stand September 2026, zahlen Erwachsene 10 US-Dollar, Besucher ab 65 Jahren 8 US-Dollar und Studenten 6 US-Dollar. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr, außer an Neujahr, Ostern, Thanksgiving und Weihnachten.

Ist die Bergstation der Duquesne Incline barrierefrei?

Laut Betreiber sind die Bergstation, 1220 Grandview Avenue, und die Aussichtsplattform barrierefrei zugänglich. Die historischen Wagen nehmen Rollstühle bis 63,5 Zentimeter Breite auf. Vom Parkplatz an der Talstation sind dagegen viele Stufen zu überwinden.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service: Point State Park
  2. Pennsylvania Department of Conservation and Natural Resources: Point State Park
  3. Pennsylvania Department of Conservation and Natural Resources: Point State Park: History
  4. Pennsylvania Department of Conservation and Natural Resources: Shapiro-Davis Administration turns on Point State Park fountain
  5. Pennsylvania Department of Conservation and Natural Resources: DCNR celebrates Point State Park’s fountain 50th anniversary
  6. Heinz History Center: Fort Pitt Museum
  7. Pittsburgh Regional Transit: How to ride the Inclines
  8. Pittsburgh Regional Transit: Fare Information
  9. Society for the Preservation of the Duquesne Heights Incline: Duquesne Incline
  10. Allegheny County: Bridges and Tunnels
  11. Allegheny County: Andy Warhol Bridge 100th Birthday Bash (Pressemitteilung, 29.05.2026)
  12. Friends of the Riverfront: Three Rivers Heritage Trail
  13. Riverlife: The Loop
  14. Riverlife: About Us
  15. Great Allegheny Passage Conservancy: Point State Park
  16. Great Allegheny Passage Conservancy: Monongahela River
  17. Great Allegheny Passage Conservancy: Segment closure and shuttle between Duquesne and Homestead
  18. City of Pittsburgh: Emerald View Park
  19. Pittsburgh City Paper: With a little paint and oil, the Duquesne Incline “should outlast everybody” (Atiya Irvin-Mitchell, 01.12.2025)
  20. Duquesne Incline (Society for the Preservation of the Duquesne Heights Incline): About the Incline

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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