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Natur

Arches National Park: Wie aus Salz und Sandstein die Bögen entstehen

Warum stehen gerade im Arches National Park in Utah so viele Steinbögen? Die Erklärung beginnt mit einer Salzschicht tief im Untergrund und endet bei Regen und Frost an der Oberfläche. Mehrere dieser Schritte lassen sich im Park an konkreten Stellen beobachten. Dokumentiert ist auch, wie Bögen wieder einstürzen.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 7 Minuten

Ein Felsbogen am Ende einer schmalen, rotbraunen Sandsteinwand, davor ein sandiger Platz mit Wacholderbüschen. Im Hintergrund stehen viele Felsnadeln und schmale Felswände.
Schmale Sandsteinwände und ein Bogen am Devils Garden Trail, wo die Felswände dicht nebeneinander stehen.

Mehr als 2.000 natürliche Steinbögen hat die Parkverwaltung im Arches National Park in Utah dokumentiert, die dichteste Ansammlung weltweit. Mitgezählt wird jede Öffnung im Fels, die in wenigstens einer Richtung mindestens drei Fuß misst, also gut 91 Zentimeter. Manche Bögen sind so schmal, dass man die Wange an den Fels legen muss, um Licht durchscheinen zu sehen, andere spannen sich nach Angaben der Parkverwaltung über mehr als 90 Meter.

Ein Teil der Erklärung für diese Häufung liegt tief unter der Oberfläche: in einer Salzschicht, die sich unter dem Druck des Gesteins darüber bewegte und es aufbrechen ließ.

Unten: eine Salzschicht, die fließt

Nach der Darstellung der Parkverwaltung entstand hier vor über 300 Millionen Jahren eine Senke, das sogenannte Paradox-Becken. Meerwasser überflutete es immer wieder und verdunstete. Dabei entstanden mächtige Salzablagerungen. Der Wegführer der Parkverwaltung zum Devils Garden gibt die Dicke der damaligen Salzlagen mit stellenweise bis zu rund 1.500 Metern an.

Salz gibt unter Druck nach. Als sich Gebirgsschutt darauf ablagerte, wich es aus, staute sich an tiefen Verwerfungen und wurde nach oben gedrückt. So entstand unter der Oberfläche eine lange Salzmauer. Die Gesteinsschichten über dem aufgewölbten Salz rissen dabei laut Parkverwaltung in mehr oder weniger parallelen Linien, ähnlich wie die Kruste eines frisch gebackenen Brotes. Diese Risse, Geologen sprechen von Klüften, sind die Voraussetzung für alles Weitere.

Später hob sich die ganze Region, und Flüsse trugen die Deckschichten ab. Wasser drang durch die Klüfte zum Salz vor und löste es. Ohne Stütze brach das Gestein darüber nach und nach ein. So entstand das Salt Valley, das den Park heute durchzieht. Wie die Klüfte im Einzelnen entstanden, beschreiben die Quellen unterschiedlich: durch den Aufstieg des Salzes, durch Kräfte der Gebirgsbildung, durch das Ausdehnen des Gesteins nach der Abtragung oder durch den Einsturz über gelöstem Salz. Wahrscheinlich wirkten, so lesen wir die Quellen, mehrere Vorgänge zusammen.

Oben: Sandstein, der sich von innen auflöst

Freistehender rotbrauner Sandsteinbogen auf einer geschwungenen, glatt verwitterten Felsfläche, dahinter Hochebenen.
Delicate Arch im Arches National Park.

Die bekannten Felsformen des Parks bauen sich nach der Einteilung der Parkverwaltung aus vier Gesteinsschichten auf, alle aus dem Jura. Die wichtigste ist die Slick-Rock-Schicht des Entrada-Sandsteins. Sie geht auf küstennahe Dünen zurück, und in ihr liegen die meisten Bögen, darunter Landscape Arch. Darunter liegt die schokoladenbraune Dewey-Bridge-Schicht, die oft schneller verwittert. Obenauf bildet die helle Moab-Schicht die Kanten vieler Wände und Finnen und den oberen Teil von Delicate Arch. Die älteste der vier, der Navajo-Sandstein, besteht aus versteinerten Dünen.

Der Slick-Rock-Sandstein besteht vor allem aus Quarzkörnern, die durch Kalk miteinander verbunden sind. Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus der Luft auf und bildet eine schwache Säure, die diesen Kalk löst. Die Körner verlieren ihren Zusammenhalt, das Gestein zerfällt nach den Worten der Parkverwaltung von innen heraus. Weil der Sandstein porös ist, sickert Wasser leicht ein. Über der dichteren Schicht darunter staut es sich und höhlt das Gestein aus. Im Winter gefriert Wasser in Rissen und Hohlräumen, dehnt sich aus und sprengt Stücke ab.

Von der Kluft zur Finne zum Bogen

Reihe paralleler, aufragender Sandsteinwände und Felstürme, in einer davon ein Bogen, dahinter schneebedeckte Berge.
Sandsteinfinnen im Arches National Park, dahinter die La Sal Mountains.

Regen weitet die parallelen Klüfte. Dazwischen bleiben schmale, hohe Felswände stehen, im Englischen „fins“, Finnen. In ihnen entstehen durch weitere Verwitterung Löcher, die zu Bögen werden können. Die Parkverwaltung beschreibt noch einen zweiten Weg: Nahe einer Felskante vertiefen sich Auskolkungen, also vom Wasser ausgewaschene Mulden, bis sie die Wand darunter durchbrechen. Zurück bleibt eine stabile Bogenform, in der sich die Spannungen im Gestein ausgleichen.

Nach Darstellung der Parkverwaltung kommen in Arches die nötigen Bedingungen zusammen: harter, spröder und zerklüfteter Sandstein, weichere Schichten darunter oder darin, Salz im Untergrund und ein trockenes Klima. Im Mittel fallen im Jahr etwa 20 bis 25 Zentimeter Niederschlag. Das reicht, damit die Erosion ständig arbeitet. Viel mehr Regen würde den Sandstein abtragen, bevor Bögen entstehen können. Erdbeben sind selten. Dass so viele Bögen noch stehen, deutet die Parkverwaltung als Zeichen für mindestens 50.000 Jahre geologischer Ruhe.

Woran man die Vorgänge unterwegs erkennt

Ein großer rotbrauner Felsblock ruht auf einem schmaleren, gestuften Sockel; davor wachsen niedrige Wüstenpflanzen.
Balanced Rock: Der große Sandsteinblock ruht auf einem schmaleren Sockel aus weicherem Gestein.

Mehrere Orte im Park zeigen einzelne Schritte dieser Geschichte. Sie sind hier als Beispiele für Gesteinsformen genannt, nicht als Wanderempfehlungen.

Das älteste der vier Gesteine sieht man vom Aussichtspunkt Petrified Dunes aus: den Navajo-Sandstein, versteinerte Dünen. Was unterschiedlich harte Schichten bewirken, zeigt Balanced Rock. Dort ruht ein großer Block aus Entrada-Sandstein auf einem Sockel aus weicherem Gestein. Weil der Sockel schneller verwittert, entsteht ein kopflastiger „Pilzfelsen“.

Die parallelen Klüfte, die über dem aufgewölbten Salz wie die Kruste eines Brotes rissen, haben sich im Devils Garden am Ende der Parkstraße so weit geöffnet, dass die Finnen dicht nebeneinanderstehen. In der Windows Section liegen viele Bögen auf engem Raum, darunter Double Arch. Mit 34 Metern ist er laut Parkverwaltung der höchste Bogen des Parks.

Auch auf den Wänden selbst bleibt die Arbeit des Wassers sichtbar. An vielen Felswänden ziehen sich dunkle Streifen herab, sogenannter Wüstenlack. Er entsteht dort, wo Wasser über Klippen herabläuft. Laut U.S. Geological Survey ist manganreicher Wüstenlack schwarz, eisenreicher rot oder orange.

Bögen sind nicht für immer

Ein sehr langer, dünner Felsbogen spannt sich über eine weite Öffnung. Darunter liegen Geröll und Felsblöcke zwischen niedrigen Büschen.
Landscape Arch spannt sich als schmales Felsband über eine weite Öffnung. Laut Parkverwaltung ist er der längste Bogen Nordamerikas.

Die Kräfte, die Bögen formen, zerstören sie auch. Landscape Arch ist laut Parkverwaltung der längste Bogen Nordamerikas. Sie gibt seine lichte Weite mit 93,3 Metern an. Eine Lasermessung von 2004 ergab dagegen nach Angaben des Geologischen Dienstes von Utah rund 88 Meter.

Am 1. September 1991 gegen 14:45 Uhr hörten Wanderer am Landscape Arch Knacken und Krachen. Der Besucher Michael Müller hatte kurz zuvor noch unter dem Bogen gestanden. Er stieg den Hang dahinter hinauf und filmte, wie sich von der Unterseite eine etwa 18 Meter lange Gesteinsplatte löste. Video und Bericht überließ er später der Parkverwaltung.

Eingreifen wollte der Park nicht: Der damalige Superintendent Noel Poe sagte nach Angaben der Parkverwaltung, ein Park solle natürliche Vorgänge weiterlaufen lassen; man könne ohnehin nichts Sinnvolles tun und den Einsturz womöglich beschleunigen. Seither ist der Bereich unter dem Bogen für Wanderer gesperrt.

Wall Arch am Devils Garden Trail stürzte in der Nacht vom 4. auf den 5. August 2008 ein. Camper auf dem nahen Campingplatz hörten laut Parkverwaltung ein donnerähnliches Geräusch bei klarem Himmel. Als Ursache nennt sie die lange Arbeit von Regen, Eis und Grundwasser am Kalk, der die Sandkörner zusammenhält.

Die Parkverwaltung beobachtet einzelne Bögen genauer. Am North Window erfasste ab November 2015 ein Messgerät, wie sich ein Riss im Jahreslauf öffnete und wieder schloss. Die Bewegung betrug im Jahr mehr als zwei Zentimeter, blieb aber von Jahr zu Jahr im selben Bereich. Einen Trend zu einer dauerhaft größeren Öffnung erkannten die Forscher nicht. Der Bericht dazu gibt den Stand von etwa 2018 wieder.

Wer heute in der Nähe eines Bogens Knacken hört wie die Wanderer 1991 am Landscape Arch, soll sich nach dem Rat der Parkverwaltung entfernen. Auf Bögen zu klettern ist verboten.

Für die Planung

Laut Parkverwaltung liegen die Temperaturen im Juli und August oft bei knapp 38 Grad Celsius und mehr, und Schatten ist selten. Im Spätsommer bringt der Monsun Gewitter, Sturzfluten können auch bei Sonnenschein auftreten. Mobilfunk ist nicht verlässlich. Die Angaben zu Einfahrt und Reservierungen unten gelten für 2026.

Fragen und Antworten

Braucht man 2026 eine Reservierung für die Einfahrt in den Arches National Park?

Nein. Nach Angaben der Parkverwaltung (Stand: 29. September 2026) ist 2026 keine Zeitfenster-Reservierung nötig, wohl aber ein gültiger Eintrittspass, online über Recreation.gov oder an der Einfahrt. Sind die Parkplätze voll, lässt der Park zeitweise keine weiteren Fahrzeuge ein. Solche Einschränkungen können laut Parkverwaltung drei bis fünf Stunden dauern. Reservierungen braucht man für den Devils Garden Campground vom 1. März bis 31. Oktober sowie für geführte und selbstständige Touren in den Fiery Furnace.

Darf man im Arches National Park auf die Bögen klettern?

Nein. Das Klettern auf Bögen und auf Formationen wie Balanced Rock ist verboten. Wer in der Nähe eines Bogens Knacken hört, soll sich nach dem Rat der Parkverwaltung entfernen.

Wie viel Wasser sollte man für Wanderungen im Arches National Park mitnehmen?

Die Parkverwaltung nennt mindestens 2 bis 3 Liter pro Person für Wanderungen im erschlossenen Parkbereich und mindestens 4 Liter für Touren ins Hinterland. Trinkwasser gibt es am Visitor Center und am Devils Garden Campground. Im Juli und August liegen die Temperaturen laut Parkverwaltung oft bei knapp 38 Grad Celsius und mehr, und Schatten ist selten.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service, Arches: Arches
  2. National Park Service, Arches: Geologic Formations
  3. National Park Service, Arches: Rock Strata
  4. National Park Service, Arches: Geology of Arches Video
  5. National Park Service: NPS Geodiversity Atlas – Arches National Park
  6. U.S. Geological Survey: Geology of Arches National Park
  7. National Park Service, Arches: Devils Garden
  8. National Park Service, Arches: Devils Garden Trail Guide (PDF, 2018)
  9. National Park Service: The 1991 Landscape Arch Rock Fall
  10. National Park Service: Fallen Arches
  11. National Park Service: Studying the Fate of Arches
  12. National Park Service, Arches: Double Arch Viewpoint and Trail
  13. Utah Geological Survey: What Is the Biggest Natural Arch in the World? (Survey Notes, Mai 2009)
  14. National Park Service, Arches: Safety
  15. National Park Service, Arches: Traffic & Travel Tips
  16. National Park Service, Arches: Pressemitteilung vom 18.02.2026

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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