Joshua Tree: welche Jahreszeit für welchen Weg
Im Joshua Tree National Park in Kalifornien treffen zwei Wüsten aufeinander, und die Höhenlage reicht von gut 900 bis über 1.300 Meter an den Campingplätzen. Ob man lange Wege geht, nur kurze Runden am frühen Morgen oder im Park übernachtet, hängt deshalb stark von der Jahreszeit ab.

Der Weg um Hidden Valley ist ein leichter Rundweg von gut 1,6 Kilometern um ein Tal zwischen Felsen, in dem der Überlieferung nach einst Viehdiebe ihr Vieh versteckten. Für ihn rechnet man 30 bis 60 Minuten. Im Frühjahr liegen die Höchstwerte meist bei 21 bis 29 Grad, im Sommer um 38 Grad und mehr. Dann soll man vor 9 Uhr losgehen und selbst für diese kurze Runde mindestens einen Liter Wasser pro Person mitnehmen. Im Joshua Tree National Park in Kalifornien bestimmt die Jahreszeit weniger, ob sich ein Besuch lohnt, als welche Wege man geht, zu welcher Uhrzeit und ob man im Park übernachtet.
Zwei Wüsten in einem Park
Der Park liegt rund 225 Kilometer östlich von Los Angeles und umfasst knapp 3.240 Quadratkilometer. Durch seinen Norden zieht sich die Südgrenze der Mojave-Wüste. Den Süden und Osten nimmt die Colorado-Wüste ein, ein westlicher Ausläufer der Sonora-Wüste. Die Joshua Trees, nach denen der Park heißt, stehen in großen Beständen in seiner Westhälfte.
Für die Planung zählt vor allem die Höhe. Im Norden liegen die Campingplätze Hidden Valley und Jumbo Rocks auf etwa 1.280 und 1.340 Metern, Cottonwood im Süden auf gut 910 Metern. Insgesamt reicht der Park von rund 160 Metern in seiner Südostecke bis auf gut 1.770 Meter am Quail Mountain, und je nach Ort kann das Wetter sehr verschieden sein. Hohe Berge im Westen halten die feuchten Winterstürme ab, der Park liegt in ihrem Regenschatten. Zwischen Tag und Nacht schwankt die Temperatur in der Wüste oft um knapp 28 Grad oder mehr.

Kurze Wege fast das ganze Jahr
Die meisten kurzen Wege liegen im Norden, an oder nahe der Straße vom Westeingang über Hidden Valley zum Nordeingang. Am Barker Dam führt ein Rundweg von knapp 1,8 Kilometern in 30 bis 45 Minuten zu einem Damm, den frühe Viehzüchter bauten. Ob dahinter Wasser steht, hängt vom Regen ab. Kinderwagen sind auf diesem Weg nicht erlaubt. Zum Keys View fährt man vom Park Boulevard etwa 20 Minuten. Von dem Aussichtspunkt auf dem Kamm sieht man die San-Andreas-Verwerfung, die Gipfel von San Jacinto und San Gorgonio und den Salton Sea, dessen Spiegel rund 70 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Ein kurzer, steiler Rundweg führt auf den Grat. Weiter östlich steht der Skull Rock nur etwa 20 Meter von der Straße entfernt. Wer mehr Zeit hat, geht dort einen Rundweg von gut 2,7 Kilometern durch Felsen und den Campingplatz Jumbo Rocks, für den man ein bis zwei Stunden braucht.

An der Pinto Basin Road, gut 19 Kilometer südlich des Nordeingangs, führt ein Weg von rund 400 Metern durch den Cholla Cactus Garden. Für ihn genügen 15 bis 30 Minuten, aber geschlossene Schuhe sind dringend zu empfehlen, und Schatten gibt es keinen. Ganz im Süden, nahe dem Südeingang, geht man an der Cottonwood Spring in 5 bis 20 Minuten zu einer Quelle mit Pappeln und Kalifornischen Washingtonpalmen, der einzigen im Westen der USA heimischen Palmenart. Die Quelle nutzten Cahuilla-Indianer über Jahrhunderte. Sie hinterließen Mörserlöcher im Fels und Tongefäße.
Von Oktober bis Mai ist der Park an Wochenenden oft voll, besonders in den Frühjahrsferien von März bis Mitte April. Wer vor 8 Uhr ankommt, umgeht den größten Andrang. Barker Dam und Hidden Valley sollte man in der Saison vor 9 Uhr besuchen, denn volle Parkplätze werden zeitweise gesperrt, und auch der Keys View kann an vollen Tagen geschlossen werden. Unter der Woche ist es meist ruhiger. Am schnellsten kommt man über den Nord- oder den Südeingang in den Park, der Westeingang ist der vollste.
Längere Wanderungen in der kühlen Zeit
Im Frühjahr und im Herbst liegen die Höchstwerte meist bei 21 bis 29 Grad, nachts wird es um 10 Grad kühl. Im Winter sind es tagsüber um 16 Grad, nachts um oder unter dem Gefrierpunkt, und in höheren Lagen schneit es gelegentlich. In diesen Monaten kann man auch die längeren Wege gehen, die im Sommer zu viel verlangen.
Zwei davon beginnen am Parkplatz der Cottonwood Spring im Süden. Der Weg zum Mastodon Peak ist ein mittelschwerer Rundweg von knapp fünf Kilometern mit gut 110 Metern Anstieg, für den man zwei bis drei Stunden einplant. Wer will, klettert über Felsen auf den Gipfel aus Granit. Danach führt der Weg an einer alten Goldmine vorbei. Er lässt sich mit dem Weg zur Lost Palms Oasis verbinden. Dieser ist schwierig, gut zwölf Kilometer hin und zurück, mit gut 150 Metern Höhenunterschied. Am Ende steigt er steil und felsig in einen Canyon ab, zum größten Bestand an Fächerpalmen im Park. Der Aufstieg zurück ist anstrengend. Für die Lost Palms Oasis braucht man vier bis sechs Stunden. Auf beiden Wegen gibt es kaum Schatten.
Wer in der kühlen Zeit übernachtet, braucht warme Kleidung und eine Schlafausrüstung für kalte Nächte. Auch unbekannte Schotterstraßen sollte man sich für diese Monate aufheben. Bleibt ein Auto im Sommer auf einer solchen Piste liegen, kann das lebensgefährlich werden.
Sommer: früh, kurz und mit Wasser
Im Sommer steigen die Höchstwerte auf um 38 Grad und mehr, nachts kühlt es kaum unter 24 Grad ab. Am heißesten sind Juli und August. Der Park rät, vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr zu wandern. Auch kurze Wege sind in der Hitze anstrengend. Wege, die länger als gut drei Kilometer sind, sollte man im Sommer meiden, die Lost Palms Oasis eingeschlossen. Mittellange Wege wie der zum Mastodon Peak sind im Sommer womöglich ebenfalls nicht ratsam. Für die kühlen Morgen- und Abendstunden eignen sich kurze Wege wie der am Barker Dam, durch Hidden Valley und den Cholla Cactus Garden oder den Keys View. Eine Garantie ist auch die frühe Uhrzeit nicht. Bei einer Hitzewarnung oder angekündigten Gewittern ändert man den Plan oder verzichtet auf die Wanderung.
Im Innern des Parks gibt es kein Trinkwasser, auch keine Tankstellen, Läden oder Restaurants. Für den ganzen Tag sollte man vier Liter Wasser pro Person mitbringen, dazu Wasser zum Abkühlen. Flaschen füllen kann man an der Einfahrtsstation des Westeingangs, am Black Rock Nature Center und am Visitor Center in Twentynine Palms, Wasser gibt es außerdem auf einzelnen Campingplätzen. Bienen sind im Sommer sehr aktiv. Wer allergisch ist, kommt besser im Winter.
Von Mitte Juli bis Anfang September ist Monsunzeit. Gewitter können dann Starkregen, Blitze, Sturm und Hagel bringen. Sturzfluten sind von Juli bis Oktober am häufigsten, und sie können auch bei Sonnenschein kommen. Wenige Zentimeter schnell fließenden Wassers reichen, um ein Auto zu bewegen oder einen Menschen umzuwerfen. Wer abends bleibt, kann im Sommer den Kern der Milchstraße sehen, am besten bei klarem Himmel um Neumond. An der Pinto Basin Road ist der wenigste Verkehr und der Himmel am dunkelsten.

Wildblumen nach nassen Wintern
Etwas blüht im Park jedes Jahr, aber wie viel, wo und wann, lässt sich nicht vorhersagen. Wie stark die Frühjahrsblüte ausfällt, hängt vom Winterregen ab. Nach trockenen Wintern blüht wenig. Eine üppige, weit ausgedehnte Blüte ist die Ausnahme. Sie kommt etwa alle fünf bis zehn Jahre, wenn deutlich mehr Winterregen als üblich gefallen ist. Häufige Windstürme im Frühjahr ohne neuen Regen können eine Blüte auch beenden oder verhindern.
Die Blüte wandert mit der Höhe. In den tiefen Lagen im Süden, am Südeingang, um Cottonwood und im Pinto Basin, blüht es von Januar bis Mitte April. Auf etwa 900 bis 1.500 Metern, etwa um Hidden Valley und Jumbo Rocks, folgt die Blüte von Anfang März bis Anfang Mai. Darüber, im Black Rock Canyon und auf der Covington Flat, blüht es von April bis Juni. Pflanzen zu pflücken ist im Park verboten.
Eine Nacht im Park
Hotels gibt es im Park nicht, nur Campingplätze. Knapp 85 Prozent der Stellplätze lassen sich nur mit Reservierung belegen. Gebucht wird über recreation.gov, höchstens sechs Monate im Voraus, und am besten vor der Einfahrt, denn im Park gibt es kaum Mobilfunk. Hidden Valley, White Tank und Belle vergeben ihre Plätze ohne Reservierung nach Ankunft. Von Herbst bis Frühjahr sind sie an Wochenenden meist schon am Freitagnachmittag belegt, und auch alle anderen Plätze sind an diesen Wochenenden in der Regel voll. Wer keinen Platz bekommt, weicht auf private Campingplätze oder Unterkünfte in den Orten am Park aus. Außerhalb der Campingplätze im Auto zu schlafen ist verboten.
Im Sommer schließen White Tank und Belle vorübergehend, Hidden Valley bleibt das ganze Jahr geöffnet. Duschen gibt es auf keinem Platz, Wasser nur auf einigen. Lagerfeuer sind nur in den Feuerstellen der Campingplätze erlaubt, Brennholz bringt man selbst mit. Jedes Jahr gilt vom 15. Juni bis zum 1. Oktober ein Feuerverbot. Bei drohendem Regen sollte man nicht in einem Trockenbett oder einer Senke zelten.
Zwei Tage vom Westeingang zur I-10
Der nächste Flughafen liegt in Palm Springs. In den Park fährt man über die Interstate 10 oder den California Highway 62. Dem Navigationsgerät sollte man dabei nicht vertrauen, es führt mitunter auf unbefestigte, sandige Pisten. Vom Flughafen bis zum Park Boulevard im Norden des Parks rechnet man nach unserer groben Schätzung ohne Verkehr knapp anderthalb Stunden. Für zwei Tage im Park reichen zwei Nächte in einem der Orte am Highway 62, in Joshua Tree oder Twentynine Palms, oder auf einem Campingplatz.

Am ersten Tag fährt man vor 8 Uhr durch den Westeingang, etwa acht Kilometer südlich des Highway 62. Dann folgen Hidden Valley und Barker Dam, später der Abstecher zum Keys View, der hin und zurück rund 40 Minuten Fahrt kostet. Am Nachmittag oder Abend bleibt Zeit für den Skull Rock. Mit der Fahrt bis zum Nordeingang, die ohne Halt etwa 45 Minuten dauert, kommt man nach unserer Schätzung auf vier bis sechs Stunden, je nachdem, wie lange man an den Wegen bleibt. Wer gleich nach Sonnenuntergang ausfährt, steht oft im Stau.
Am zweiten Tag geht es über den Nordeingang auf die Pinto Basin Road nach Süden, zum Cholla Cactus Garden und zur Cottonwood Spring. Vom Nord- zum Südende fährt man etwa eine Stunde. Mit den beiden kurzen Wegen sind es nach unserer Schätzung knapp zwei Stunden, in der kühlen Zeit mit dem Mastodon Peak vier bis fünf. Vom Cottonwood Visitor Center bis in die Gegend des Flughafens Palm Springs fährt man über die Interstate 10 nach unserer Berechnung gut eine Stunde ohne Verkehr. Einen Rückflug am selben Abend sollte man deshalb nicht zu knapp legen.

Im Sommer ändert sich vor allem die Uhrzeit. Die kurzen Wege gehören dann in den frühen Morgen, die Mittagsstunden ins Auto oder in ein Visitor Center, der Abend an einen Aussichtspunkt. Die längeren Wege lässt man in dieser Jahreszeit aus. Ob morgens zwei Wege und später der Keys View in den Tag passen, hängt von der Hitze ab.
Fragen und Antworten
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Joshua Tree National Park?
Im Frühjahr und im Herbst mit meist 21 bis 29 Grad am Tag. Im Winter kann man ebenfalls gut wandern, muss aber mit Nächten um den Gefrierpunkt rechnen. Im Sommer eignen sich nur kurze Wege am frühen Morgen oder am Abend.
Kann man den Park im Sommer besuchen?
Ja, der Park ist das ganze Jahr Tag und Nacht geöffnet. Bei Höchstwerten um 38 Grad und mehr sollte man vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr wandern, Wege über gut drei Kilometer meiden und vier Liter Wasser pro Person und Tag mitnehmen.
Muss man einen Campingplatz reservieren?
Für die meisten Plätze ja, knapp 85 Prozent sind nur mit Reservierung zu belegen, höchstens sechs Monate im Voraus. Drei Campingplätze vergeben ihre Plätze nach Ankunft. An Wochenenden zwischen Herbst und Frühjahr sind sie meist früh belegt.
Blüht die Wüste jedes Frühjahr?
Etwas blüht jedes Jahr. Eine üppige, weit ausgedehnte Blüte folgt nur auf deutlich nassere Winter als üblich, etwa alle fünf bis zehn Jahre. Wo und wann es blüht, hängt von Höhe und Regen ab.
Wie lange fährt man durch den Park?
Vom West- zum Nordeingang sind es laut Park etwa 45 Minuten, vom Nord- zum Südeingang etwa eine Stunde und vom West- zum Südeingang etwa anderthalb Stunden, jeweils ohne Halt.
Weiterführende Informationen
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Weather
- National Park Service, Joshua Tree National Park: First-Time Visitor's Guide
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Frequently Asked Questions
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Visiting in Summer
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Safety Guidelines for Your Visit
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Hiking
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Campgrounds
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Visiting During the Busy Season
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Directions
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Places To Go
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Nature
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Deserts
- National Park Service: Hike Hidden Valley Trail
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Barker Dam Trail
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Keys View
- National Park Service: Hike Skull Rock
- National Park Service: Hike Cholla Cactus Garden
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Cholla Cactus Garden
- National Park Service: Hike Cottonwood Spring
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Cottonwood Spring
- National Park Service: Hike Mastodon Peak
- National Park Service: Hike Lost Palms Oasis
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Rain Events and Flash Floods
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Wildflower Viewing
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Camping Outside of the Park
- National Park Service, Joshua Tree National Park: Alerts & Conditions
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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