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Natur

Petrified Forest: Holz aus Stein und Hügel aus Asche

Im Petrified Forest National Park in Arizona liegen versteinerte Baumstämme an kurzen Wegen, und im Norden ziehen sich die farbigen Hügel der Painted Desert hin. An beidem hat Vulkanasche ihren Anteil. Eine Straße von rund 45 Kilometern verbindet die Halte, und welches Ende man zuerst ansteuert, ergibt sich aus der Fahrt auf der Interstate 40.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 10 Minuten

Aquarell rotbrauner versteinerter Baumstämme und Bruchstücke auf trockenem Grasland vor niedrigen Badlands.
Versteinertes Holz im Petrified Forest National Park. Aquarell.

Am oberen Ende des Giant Logs Trail, hinter dem Rainbow Forest Museum, liegt ein Stamm, der an seiner Basis knapp drei Meter breit ist. Er heißt „Old Faithful“ und gilt als der massigste Stamm im Park. Er sieht aus wie Holz, besteht aber fast vollständig aus Quarz. Im Petrified Forest National Park in Arizona liegen solche Stämme zu Tausenden, die meisten im Süden des Parks. Im Norden zeigt der Park die farbigen Hügel der Painted Desert und die Spuren der Menschen, die hier lebten und durchreisten.

Wie aus Holz Stein wurde

Vor mehr als 200 Millionen Jahren spülte Wasser Baumstämme in ein Flusssystem. Dort wurden sie schnell und tief unter Sediment begraben. Sauerstoff kam nicht mehr an das Holz, und es zerfiel nur langsam. In dieser Zeit drangen Mineralien in das poröse Holz ein, darunter Kieselsäure, die sich aus Vulkanasche gelöst hatte. Sie kristallisierte in den Zellen und ersetzte nach und nach das organische Material, das sich zersetzte. Dieser Vorgang dauerte Hunderte bis Tausende Jahre. Am Ende blieb Quarz in der Form des Holzes. Eisen, Kohlenstoff und Mangan im Quarz geben ihm seine Farben.

Die Asche stammte von Vulkanen weit im Westen, im heutigen Kalifornien, im Süden Nevadas und im Westen Arizonas. Der Wind trug sie heran.

Dass so viele Stämme in gleichmäßige Stücke zerbrochen sind, als wären sie zersägt, hat einen anderen Grund. Vor etwa 60 Millionen Jahren begann sich das Colorado-Plateau langsam zu heben. Die versteinerten Stämme lagen da noch unter der Erde. Unter dem Druck brachen sie wie Glasstäbe, denn Quarz ist spröde.

Zwei mineralisch gefärbte Bruchstücke eines versteinerten Baumstamms mit sichtbarer Maserung und unregelmäßigen Bruchflächen.
Das versteinerte Holz im Petrified Forest besteht heute fast vollständig aus Quarz. Aquarell.

Asche auch in den Hügeln

Die Vulkanasche erklärt auch die zweite Landschaft des Parks. Aus ihr ging der Ton hervor, aus dem die farbigen Hügel der Painted Desert bestehen, Bentonit. Er nimmt Wasser auf und quillt dabei bis auf das Achtfache an, beim Trocknen schrumpft er und reißt. Auf diesem Boden halten sich kaum Pflanzen, und die kahlen Hänge tragen sich schnell ab. Starkregen im Sommer können an steilen Stellen bis zu gut sechs Millimeter Gestein im Jahr abtragen.

Die Farben haben eine eigene Geschichte. Die Schichten der Chinle-Formation, in der Obertrias vor mehr als 200 Millionen Jahren meist von Flüssen abgelagert, sind alte Böden. Wo das Grundwasser hoch stand und Sauerstoff fehlte, wurden sie grünlich, bläulich oder violett. Wo es stieg und fiel, rostete das Eisen, und die Böden wurden rot. Der ganze Park liegt in der Painted Desert, im Norden überwiegt Rot, in der Mitte Blau, im Süden Grau mit braunroten und violetten Bändern.

Aquarell abgerundeter, von Rinnen durchzogener Badlandshügel mit hellgrauen und violetten Schichten.
Die gebänderten Hügel der Blue Mesa. Aquarell.

Welche Richtung, wie viel Zeit

Der Park zieht sich von Norden nach Süden zwischen der Interstate 40 und dem Highway 180. Die Parkstraße ist rund 45 Kilometer lang und hat zwei Eingänge, man kann an einem Ende hinein- und am anderen hinausfahren. Welches Ende man nimmt, ergibt sich aus der Reiserichtung. Wer auf der I-40 nach Westen fährt, verlässt sie an der Ausfahrt 311, durchquert den Park von Norden nach Süden und kommt über den Highway 180 und den Ort Holbrook zur I-40 zurück, rund 30 Kilometer. Wer nach Osten fährt, nimmt den umgekehrten Weg, von Holbrook über den Highway 180 zum Südeingang und durch den Park nach Norden zur Ausfahrt 311.

Ohne Halt dauert die Fahrt durch den Park etwa eine Stunde. Die meisten Besucher bleiben laut Park zwei bis drei Stunden. Wer nur wenig Zeit hat, sollte sich für ein Ende entscheiden: Im Süden liegt das meiste Holz, im Norden stehen Geschichte und die Aussicht über die Painted Desert im Vordergrund.

Die Straße ist nur tagsüber offen. Zur Schließzeit geht das Tor zu, und wer noch im Park ist, fährt ohne Halt zur Ausfahrt. Spät am Tag einzufahren, lohnt deshalb nicht. Trinkwasser gibt es nur an den Gebäuden am Nord- und am Südende, nicht an den Halten dazwischen.

Im Süden: Holz an kurzen Wegen

Der Giant Logs Trail beginnt hinter dem Rainbow Forest Museum. Er ist ein Rundweg von gut 600 Metern mit mehreren Treppen. Für Kinderwagen ist er deshalb kaum geeignet. Die meisten Besucher brauchen 30 Minuten bis eine Stunde. Hier liegen einige der größten und farbigsten Stämme des Parks. Giant Logs war einst ein Holzstau in einem Fluss und das Herz des National Monument, das Präsident Theodore Roosevelt 1906 einrichtete. 1962 wurde daraus ein Nationalpark.

Das Museum selbst zeigt Fossilien aus der Gegend, die Skelette in der Ausstellung sind Abgüsse echter Funde. Für die Ausstellung rechnet man 30 bis 60 Minuten. Wer einen halben Tag im Süden hat, geht vom Parkplatz des Museums aus weiter. Der Long Logs Trail, ein Rundweg von rund 2,6 Kilometern, führt zu einer der größten Holzkonzentrationen des Parks, einem alten Holzstau am Fuß grauer Badlands. Dafür braucht man ein bis zwei Stunden. Mit dem Weg zum Agate House sind es zusammen rund 4,2 Kilometer. Das kleine Pueblo mit acht Räumen wurde irgendwann zwischen 1050 und 1300 aus versteinertem Holz gebaut. Im Winter 1933/34 wurde es wieder aufgebaut, allerdings nicht ganz originalgetreu. Betreten darf man es nicht. Man muss mindestens 4,6 Meter Abstand halten.

Weiter nördlich führt am Crystal Forest ein befestigter Rundweg von rund 1,2 Kilometern zwischen Stämmen hindurch, in denen Quarzkristalle glitzern. Er gilt als einer der besten Orte im Park, um das Holz aus der Nähe zu sehen. Nicht der ganze Weg ist mit Rollstuhl oder Kinderwagen befahrbar, an einigen Stellen ist er steil. Vom Aussichtspunkt am Jasper Forest blickt man auf ein Gebiet, in dem besonders viel Holz liegt. Früher hieß es First Forest, weil Reisende, die mit dem Wagen von der Bahnstation Adamana kamen, hier zuerst auf versteinertes Holz stießen. An der Agate Bridge überspannt ein versteinerter Stamm eine Rinne. Seit 1917 stützt ihn ein Betonbalken.

In der Mitte: Blue Mesa und die Tepees

Eine Stichstraße führt in einer Schleife auf die Blue Mesa. Von ihren Aussichtspunkten sieht man auf blau, violett und grau gebänderte Hügel. Auf halber Strecke beginnt an einem Schattendach der Blue Mesa Trail, ein Rundweg von rund 1,6 Kilometern, teils befestigt, teils Schotter. Er beginnt steil und ist danach überwiegend leicht. Er führt von der Mesa hinab zwischen bläulichen Bentonithügeln und versteinertem Holz hindurch. Für ihn rechnet man 30 Minuten bis zwei Stunden.

Wenige Kilometer nördlich stehen an der Straße die Tepees, kegelförmige Hügel aus gebändertem Ton. Hier ist eine der Tonschichten der Chinle-Formation besonders gut zu sehen.

Im Norden: Pueblo, Felsbilder und Route 66

Knapp 18 Kilometer hinter dem Nordeingang liegt Puerco Pueblo am Puerco River, der den Park durchschneidet. Die Anlage hatte mehr als 100 Räume, um 1300 lebten hier vermutlich etwa 200 Menschen, um 1380 war sie so gut wie verlassen. Als ihre Nachfahren gelten die heutigen Hopi und Zuni, die den Ort als Teil ihres kulturellen Erbes ansehen. Ein kurzer, überwiegend befestigter Rundweg von rund 500 Metern führt durch die teilweise ausgegrabenen Räume zu Petroglyphen.

Niedrige Mauerreste aus übereinandergelegten Sandsteinplatten umschließen mehrere rechteckige Räume in trockener Landschaft.
Mauerreste von Puerco Pueblo. Aquarell.

Nicht weit südlich liegt am Ende einer kurzen Stichstraße Newspaper Rock, eine Gruppe von Felswänden mit mehr als 650 Petroglyphen. Sie sind 650 bis 2.000 Jahre alt. Hinabsteigen kann man nicht, die Hänge sind instabil. Man sieht die Zeichen von einem Steg und einem Aussichtspunkt aus.

Weiter nördlich markieren eine alte Trasse und verwitterte Telefonmasten den Verlauf der Route 66, die seit 1926 von Chicago nach Los Angeles führte. Ein alter Studebaker steht dort, wo die Straße den Park querte. Nach Angaben des Parks ist der Petrified Forest der einzige Park im ganzen Nationalparksystem, der ein Stück der historischen Route 66 einschließt.

Gut drei Kilometer hinter dem Nordeingang steht am Kachina Point das Painted Desert Inn über dem roten Teil der Painted Desert. Herbert David Lore baute es aus versteinertem Holz und Stein der Umgebung, allerdings auf einer Ader aus Bentonit. Der Ton quillt und schrumpft mit der Feuchtigkeit, das Fundament bewegt sich bis heute. Ab 1940 versorgte es Reisende der Route 66, später malte der Hopi-Künstler Fred Kabotie dort Wandbilder. Seit 1987 ist es ein National Historic Landmark. Zwischen Kachina Point und Tawa Point verläuft der Painted Desert Rim Trail, rund 1,6 Kilometer hin und zurück, unbefestigt und mit Wasserleisten, für Kinderwagen ungeeignet.

Ein flach gedeckter rötlicher Bau mit vorspringenden Holzbalken und kleinen Fenstern steht zwischen niedrigen Wüstenpflanzen.
Das Painted Desert Inn.

Holz bleibt im Park

Wer im Park versteinertes Holz, andere Steine, Scherben, Pflanzen oder Reste der Route 66 mitnimmt, macht sich nach Bundesrecht strafbar. Holz in Läden stammt von Privatland außerhalb des Parks. Der Park schützt nur gut ein Fünftel des ursprünglichen Vorkommens. Dürfte man sammeln, könnte er in wenigen Jahren leer gesammelt sein.

Hitze, Gewitter und Wind

Der Park liegt im Mittel auf rund 1.770 Metern, die Sonne ist entsprechend stark. Von Ende Mai bis Anfang September steigen die Höchstwerte auf etwa 35 bis 37 Grad, nachts kühlt es auf um 18 Grad ab. Wer im Sommer wandert, sollte knapp vier Liter Wasser pro Person und Tag dabeihaben, im Hinterland gibt es weder Wasser noch viel Schatten.

Offiziell ist in Arizona vom 15. Juni bis 30. September Monsunzeit, das erste Gewitter kommt im Park oft erst Anfang Juli. Danach bilden sich an vielen Tagen schon ab dem späten Vormittag Gewitterwolken, nachmittags folgen kurze Güsse mit Blitzen und manchmal Hagel. Wanderungen gehören dann an den Vormittag, nachmittags ist man besser im Auto oder in einem Gebäude. Überflutete Rinnen oder Straßen sollte man nie durchqueren. Nach dem Regen treten die Farben im Gestein und im Holz besonders deutlich hervor.

Im Winter, von November bis März, fallen die Temperaturen nachts oft auf etwa −11 bis −2 Grad, tagsüber steigen sie in der Sonne auf 4 bis 15 Grad. Schnee ist möglich, und bei glatten Straßen öffnet der Park manchmal später. Im späten Winter und im Frühjahr ist der Wind oft so stark, dass hohe Fahrzeuge wie Wohnmobile gefährdet sind.

Mit einer Nacht in Holbrook

Im Park selbst gibt es keine Unterkunft und keinen Campingplatz, nur Übernachtungen in der Wildnis mit Genehmigung. Für eine Durchfahrt auf der I-40 genügt eine Nacht in Holbrook, dem nächsten Ort am Südende. Vom Rainbow Forest Museum bis Holbrook sind es nach unserer Berechnung knapp eine halbe Stunde Fahrt.

Wer nur zwei bis drei Stunden hat, muss auswählen. Nach unserer Schätzung reicht diese Zeit für die rund einstündige Fahrt durch den Park, den Giant Logs Trail mit etwa einer halben Stunde, einen kurzen Gang am Crystal Forest, den Blick von der Blue Mesa ohne den Weg hinab, Puerco Pueblo und einen Halt am Painted Desert Inn. Der Blue Mesa Trail, das Museum, Newspaper Rock und Long Logs passen dann nicht mehr hinein. Wer alle kurzen Wege gehen und dazu Long Logs und Agate House sehen will, sollte nach unserer Schätzung sechs bis sieben Stunden einplanen und gleich bei Öffnung des Parks einfahren, damit vor der Schließzeit noch Zeit bleibt.

In Westrichtung beginnt man im Norden an der Ausfahrt 311, fährt nach Süden und übernachtet danach in Holbrook. In Ostrichtung übernachtet man vorher in Holbrook, fährt morgens über den Highway 180 zum Südeingang und verlässt den Park im Norden. Im Sommer gehören die Wege in den Vormittag, vor die Gewitter am Nachmittag.

Karte des Petrified Forest National Park zwischen der Interstate 40 und dem Highway 180 mit Holbrook, der Parkstraße vom Norden bis zum Rainbow Forest Museum im Süden und einer Detailansicht mit zehn nummerierten Zielen: Painted Desert Inn, Puerco Pueblo, Newspaper Rock, Tepees, Blue Mesa, Jasper Forest, Agate Bridge, Crystal Forest, Museum mit Giant Logs und Long Logs.

Fragen und Antworten

Wie viel Zeit braucht man für den Petrified Forest National Park?

Für die reine Durchfahrt ohne Halt etwa eine Stunde. Die meisten Besucher bleiben zwei bis drei Stunden. Wer alle kurzen Wege und dazu Long Logs und Agate House gehen will, braucht nach unserer Schätzung sechs bis sieben Stunden.

Darf man versteinertes Holz mitnehmen?

Nein. Wer Holz oder andere Natur- und Kulturgüter aus dem Park mitnimmt, macht sich strafbar. Versteinertes Holz aus Läden stammt von Privatland außerhalb des Parks.

Welcher Eingang ist besser, Nord oder Süd?

Das hängt von der Reiserichtung auf der I-40 ab. Wer nach Westen fährt, beginnt im Norden an der Ausfahrt 311, wer nach Osten fährt, beginnt im Süden über Holbrook und den Highway 180.

Worauf muss man je nach Jahreszeit achten?

Im Sommer auf Hitze und nachmittägliche Gewitter, von Mitte Juni bis Ende September ist offiziell Monsunzeit. Im Winter auf frostige Nächte und Schnee. Im späten Winter und im Frühjahr auf starken Wind.

Kann man im Park übernachten?

Nur mit einer Genehmigung in der Wildnis. Campingplätze gibt es in Orten in der Nähe wie Holbrook.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service, Petrified Forest National Park: Petrified Wood
  2. National Park Service, Petrified Forest National Park: Geologic Formations
  3. National Park Service, Petrified Forest National Park: Natural Features & Ecosystems
  4. National Park Service, Petrified Forest National Park: Frequently Asked Questions
  5. National Park Service, Petrified Forest National Park: Directions
  6. National Park Service, Petrified Forest National Park: Operating Hours & Seasons
  7. National Park Service, Petrified Forest National Park: Getting Around
  8. National Park Service, Petrified Forest National Park: Places To Go
  9. National Park Service, Petrified Forest National Park: Trails
  10. National Park Service, Petrified Forest National Park: Itineraries
  11. National Park Service, Petrified Forest National Park: Visitor Centers
  12. National Park Service, Petrified Forest National Park: Hiking
  13. National Park Service, Petrified Forest National Park: Safety
  14. National Park Service, Petrified Forest National Park: Weather
  15. National Park Service, Petrified Forest National Park: Current Conditions
  16. National Park Service, Petrified Forest National Park: Historic Route 66
  17. National Park Service, Petrified Forest National Park: Puerco Pueblo
  18. National Park Service, Petrified Forest National Park: Newspaper Rock
  19. National Park Service, Petrified Forest National Park: Agate House
  20. National Park Service, Petrified Forest National Park: Painted Desert Inn
  21. National Park Service, Petrified Forest National Park: Rainbow Forest Museum

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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