Nächte zwischen Albuquerque, Santa Fe und Taos
Im Norden von New Mexico liegen Albuquerque, Santa Fe und Taos hintereinander. Wer die drei Orte besucht, verteilt seine Nächte nach dem, was er dort sehen will.

Nach unserer Messung mit dem Autorouting des Dienstes OSRM sind es von Albuquerque bis Santa Fe rund 100 Kilometer, von dort bis Taos noch einmal gut 110. Jeder der drei Orte eignet sich für etwas anderes: Albuquerque zum Ankommen, Santa Fe als Standort für Ausflüge, Taos für das Pueblo und die Schlucht des Rio Grande.
Ankommen in Albuquerque

Der Sunport gehört der Stadt Albuquerque und ist nach eigenen Angaben der größte Verkehrsflughafen in New Mexico. Rund 13 Kilometer vom Flughafengelände entfernt liegt das Indian Pueblo Cultural Center, das sich als Tor zu den 19 Pueblos des Bundesstaats versteht. Pueblo-Bewohner erzählen dort ihre Geschichte selbst, in einem Museum, in Wandbildern von Pueblo-Künstlern und im Innenhof, wo Künstler ihre Arbeiten direkt verkaufen.
Das Zentrum gibt auch Regeln für den Besuch der Pueblos weiter. Man soll mindestens zwei Tage vorher anrufen, ob die Gemeinde Besucher empfängt. Die Tänze sind religiöse Zeremonien und keine Vorführungen, während der Tänze herrscht Schweigen, und Beifall gibt es nicht. Die meisten Pueblos verlangen eine Erlaubnis von allen, die vor Ort fotografieren, zeichnen oder malen wollen, manche verbieten das Fotografieren ganz.
Am Westrand der Stadt liegt das Petroglyph National Monument. Es schützt nach Angaben des National Park Service eine der größten Felsbildstätten Nordamerikas. Indianer und spanische Siedler schlugen die Zeichen vor 400 bis 700 Jahren in vulkanisches Gestein. Am Besucherzentrum selbst gibt es keine Felsbilder. Drei Canyons mit Felsbildern beschreibt der NPS näher: In Boca Negra sieht man auf kurzen Wegen rund 100 Felsbilder, in Rinconada auf einer Runde von gut 3,5 Kilometern rund 300, in Piedras Marcadas hin und zurück auf 2,4 Kilometern rund 400.
Nach Santa Fe

Die Interstate 25 führt nach dem Autorouting in gut einer Stunde nach Santa Fe. Der Turquoise Trail braucht länger. New Mexico führt ihn in seiner Verordnung über ausgewiesene Landschaftsstraßen auf der NM 14 und der NM 536 mit 77 Kilometern Länge. Die Federal Highway Administration beschreibt ihn als vermutlich alten Pfad zwischen Albuquerque und Santa Fe, vorbei am Cibola National Forest und durch die Künstlerorte Madrid und Los Cerrillos. Über Madrid kommt das Autorouting auf rund 119 Kilometer und knapp zwei Stunden ohne Halte, gut 40 Minuten mehr als auf der Interstate.
Santa Fe als Standort

Santa Fe wurde nach Angaben des NPS 1610 gegründet und ist die älteste und mit rund 2.130 Metern die am höchsten gelegene Hauptstadt eines Bundesstaats. Das Stadtbild aus Lehmbauten behandelt unser Beitrag über die Adobe-Architektur. Hier geht es um die Stadt als Standort für Tagesausflüge.
Einer führt zum Bandelier National Monument. Der NPS rechnet von Santa Fe eine Stunde pro Richtung, über die US 84/285, die NM 502 und die NM 4. Der Park schützt über 13.000 Hektar Canyons und Tafelberge. Felsbilder, in den weichen Fels gegrabene Wohnräume und gemauerte Wände zeugen von einer Kultur, die in den Gemeinden der Umgebung bis heute weiterlebt. Das Alcove House liegt 43 Meter über dem Grund des Canyons.
Ob man mit dem eigenen Auto in den Canyon fährt oder einen Shuttle nehmen muss, regelt der NPS je nach Saison, die gültigen Regeln stehen auf seiner Seite zur Anreise. Nach unserer Einschätzung ist früh am Tag die bessere Zeit, einen Platz garantiert das aber nicht.
Nach Taos: am Fluss oder über die Berge

Die schnellere Strecke führt über Española und dann auf der NM 68 am Rio Grande entlang. Für das Stück von Taos nach Española nennt der NPS 76 Kilometer. Von der Plaza in Santa Fe bis zur Plaza in Taos kommt das Autorouting auf rund 113 Kilometer und gut eineinhalb Stunden.
Die High Road to Taos steigt dagegen durch die Sangre de Cristo Mountains und führt durch Chimayó und Talpa nach Ranchos de Taos. Das Tourismusministerium von New Mexico gibt sie mit 169 Kilometern an und rechnet ohne Halte mit gut zwei Stunden.
Taos Pueblo
Das Dorf ist nach Angaben des Pueblo seit über tausend Jahren das Zuhause seiner Bewohner. Die mehrstöckigen Lehmhäuser entstanden vermutlich zwischen 1000 und 1450. Nordhaus und Südhaus erheben sich nach Angaben der UNESCO bis zu fünf Stockwerke hoch, seit 1992 gehört das Pueblo zum Welterbe. Innerhalb der Mauer verzichtet die Gemeinde auf Stromleitungen und Wasserrohre, um ihre Traditionen zu schützen. Die meisten Mitglieder wohnen heute außerhalb des alten Dorfs.
Dass Fremde hineindürfen, ist eine Entscheidung der Gemeinde. Das Pueblo schreibt, es habe sich entschieden, sein Zuhause für Besucher zu öffnen, um über seine Geschichte zu informieren. Es schließt unangekündigt, wenn religiöse Handlungen anstehen oder jemand in der Gemeinde stirbt. Im Spätwinter und Frühjahr bleibt es mehrere Wochen geschlossen, und das Pueblo bittet, in dieser Zeit vorher anzurufen.
Die Regeln sind kurz. Man folgt den Schildern für Sperrbereiche, betritt Häuser nur dort, wo der Eingang deutlich als Geschäft gekennzeichnet ist, und fotografiert Bewohner nur mit Erlaubnis. In der Kapelle San Geronimo ist Fotografieren ganz verboten, der Friedhof wird nicht betreten und der Fluss ebenso wenig, denn er ist die einzige Trinkwasserquelle des Dorfs. Wer professionell oder gewerblich fotografiert, braucht eine vorherige Genehmigung, ebenso jeder, der zeichnen oder malen will. Eine Führung ist freiwillig. Sie dauert 20 bis 30 Minuten, und die Führer bekommen keinen Stundenlohn, sie sind nach Angaben des Pueblo allein auf das Trinkgeld der Besucher angewiesen.
Die Schlucht des Rio Grande

Bei Taos stürzt der Rio Grande nach Angaben des Bureau of Land Management durch eine rund 240 Meter tiefe Schlucht am Rand des Taos-Plateaus. Die Hochebene mit ihren Beifußflächen liegt auf rund 2.130 Metern, darüber erheben sich erloschene Vulkankegel. Dort, wo die US 64 den Fluss überquert, blickt man vom High Bridge Overlook in die Schlucht. Von der Plaza in Taos sind es nach dem Autorouting gut 19 Kilometer. Der Rio Grande gehörte 1968 zu den ersten acht Flüssen, die der Kongress als Wild and Scenic River unter Schutz stellte.
Nächte verteilen
Nach unserer Einschätzung passen eine Nacht in Albuquerque, zwei oder drei in Santa Fe und zwei in Taos. Wer früh genug landet, kann am Ankunftstag noch das Indian Pueblo Cultural Center oder einen der Felsbild-Canyons besuchen, sofern sie geöffnet sind, sonst am nächsten Morgen. Von Santa Fe aus erreicht man Bandelier, in Taos liegen Pueblo und Schlucht nah beieinander.
Wer weniger Zeit hat, bleibt nur in Santa Fe und fährt einen Tag nach Taos, pro Richtung gut eineinhalb Stunden ohne Halte. Ob das Pueblo an diesem Tag geöffnet ist, sollte man vorher klären.
Fragen und Antworten
Wie weit liegen Albuquerque, Santa Fe und Taos auseinander?
Nach unserem Autorouting rund 100 Kilometer von Albuquerque nach Santa Fe auf der Interstate 25 und rund 113 Kilometer von Santa Fe nach Taos auf der NM 68. Ohne Halte sind das jeweils gut eine bis gut eineinhalb Stunden.
Darf man in Taos Pueblo fotografieren?
Bewohner nur mit deren Erlaubnis, in der Kapelle San Geronimo gar nicht. Wer professionell oder gewerblich fotografiert und wer zeichnen oder malen will, braucht nach Angaben des Pueblo eine vorherige Genehmigung.
Ist Taos Pueblo immer geöffnet?
Nein. Es schließt unangekündigt für religiöse Handlungen und bei Todesfällen und im Spätwinter und Frühjahr für mehrere Wochen. Das Pueblo bittet, vorher anzurufen oder den Veranstaltungskalender zu prüfen.
Was sollte man vor einem Ausflug nach Bandelier prüfen?
Ob man mit dem eigenen Auto in den Canyon fährt oder einen Shuttle nehmen muss. Das regelt der NPS je nach Saison auf seiner Seite zur Anreise.
Turquoise Trail oder Interstate?
Die Interstate 25 ist nach dem Autorouting gut 40 Minuten schneller. Der Turquoise Trail führt durch den Cibola National Forest und die Künstlerorte Madrid und Los Cerrillos.
Weiterführende Informationen
- City of Albuquerque, Albuquerque International Sunport: Facts & Figures
- Indian Pueblo Cultural Center: Indian Pueblo Cultural Center
- Indian Pueblo Cultural Center: Visiting a Pueblo
- National Park Service, Petroglyph National Monument: Petroglyph National Monument
- National Park Service, Petroglyph National Monument: Directions
- New Mexico State Records Center and Archives: 18.31.2 NMAC Scenic Byways
- Federal Highway Administration: America’s Byways: New Mexico
- National Park Service: Santa Fe, New Mexico
- National Park Service, Bandelier National Monument: Bandelier National Monument
- National Park Service, Bandelier National Monument: Directions
- National Park Service, Bandelier National Monument: Shuttle
- New Mexico Tourism Department: High Road to Taos
- Taos Pueblo: Visiting Taos Pueblo
- Taos Pueblo: Hours
- Taos Pueblo: About
- Taos Pueblo: Guided Tours
- UNESCO World Heritage Centre: Taos Pueblo
- Bureau of Land Management: Río Grande del Norte National Monument
- National Wild and Scenic Rivers System: Rio Grande (New Mexico)
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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