Carlsbad Caverns: zu Fuß oder mit dem Aufzug in den Big Room
Carlsbad Cavern im Süden von New Mexico entstand nicht durch einen Fluss, sondern durch Säure. Für den Besuch braucht man ein Zeitfenster und eine Entscheidung zwischen Aufzug und Fußweg.

In den Big Room von Carlsbad Cavern führen zwei Wege. Der eine ist ein Aufzug, der andere ein befestigter Pfad, der vom natürlichen Eingang der Höhle auf rund zwei Kilometern etwa 229 Meter in die Tiefe führt. Beide enden am selben Saal. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, was man unterwegs sehen möchte und wie viel Kraft man sich für den Rundgang unten aufheben will. Für beides gibt es klare Anhaltspunkte: Länge, Gefälle und Dauer der Wege.
Vor dem Besuch: Zeitfenster und Ticket
Welchen Weg man nimmt, kann man noch vor Ort entscheiden. Das Zeitfenster dagegen muss man schon vorher haben. Es wird über Recreation.gov gebucht und gilt für jeden Besucher, auch für Kinder, die keinen Eintritt zahlen, und für Inhaber eines Nationalparkpasses. Spontane Plätze oder eine Warteliste gibt es nicht. Das Eintrittsticket kauft man dann im Besucherzentrum, getrennt von der Reservierung.
Das Zeitfenster sagt, ab wann man in die Höhle darf, nicht, wann man wieder draußen sein muss. Weil im Park auf den Mobilfunk kein Verlass ist, speichert man die Bestätigung vorher auf dem Telefon oder druckt sie aus. Nach Angaben des Buchungsportals springen manche Telefone hier zwischen Mountain- und Central-Zeit, denn der Park liegt nahe der Grenze. Wer pünktlich sein will, stellt die Uhr deshalb lieber von Hand.
Der natürliche Eingang

Der Fußweg beginnt unter freiem Himmel, an der Öffnung, an der die Höhle zur Wüste hin aufbricht. In Kehren geht es hinab in die elektrisch beleuchteten Gänge. Auf rund zwei Kilometern verliert der Natural Entrance Trail etwa 229 Meter Höhe, stellenweise mit 15 bis 20 Prozent Gefälle, und im Schnitt braucht man dafür eine Stunde. Der Weg ist befestigt und hat Geländer. Wo Tropfwasser über ihn läuft, wird er allerdings nass und rutschig.
Auf diesem Weg legt man den Übergang selbst zurück: vom Tageslicht an der Öffnung hinab in die beleuchteten Gänge und an Iceberg Rock vorbei, einem großen Felsblock gleich neben dem Pfad. Im Big Room hat man die rund 229 Meter Tiefe dann zu Fuß bewältigt.

Der Preis ist die Anstrengung, und der Park sagt offen, für wen sie zu groß ist. Bei Herz- oder Atemproblemen rät er vom Abstieg ab. Wer Schmerzen in Knien, Hüften oder Füßen hat, schlecht das Gleichgewicht hält oder im Dämmerlicht wenig sieht, soll gut abwägen. Rollstühle und Kinderwagen sind auf diesem Weg nicht erlaubt. Man kann den Pfad auch hinaufgehen, vom Big Room zurück ans Tageslicht. Das ist die anstrengendste Variante, und der Park legt fest, bis wann man den Aufstieg beginnen darf.
Mit dem Aufzug
Der Aufzug bringt einen ohne Abstieg zum unterirdischen Rastplatz, an dem auch der Fußweg ankommt. Wer ihn in beide Richtungen nimmt, spart sich den steilen Abstieg und den Aufstieg ganz. Der Rundgang im Big Room ist derselbe. Für Rollstuhlfahrer ist er der einzige Weg in die Höhle. Nach oben fährt der Aufzug länger, als man zu Fuß einsteigen darf, und an Feiertagswochenenden muss man für die Rückfahrt mit längeren Wartezeiten rechnen.
Auf den Abstieg zu verzichten, heißt nicht, auf den Saal zu verzichten. Der Big Room ist für beide Wege dasselbe Ziel. Wer wenig Zeit hat oder sich den steilen Pfad nicht zutraut, verpasst die Kehren am Eingang, nicht aber den Rundgang unten.
Warum die Höhle so aussieht
Wer hinunterkommt, ob im Aufzug oder auf dem Pfad, sieht Tropfwasser, aber keinen Bach: Durch die Gänge zieht sich kein fließendes Gewässer, auch kein unterirdischer Fluss. Das hat mit der Entstehung zu tun. Die meisten Kalksteinhöhlen der Welt hat Regenwasser ausgewaschen: Es nimmt aus Luft und Boden Kohlendioxid auf, wird dadurch schwach sauer und löst den Kalk über lange Zeit, oft entlang unterirdischer Bäche. Carlsbad Cavern ist anders entstanden.
Hier stieg Wasser mit Schwefelwasserstoff aus der Tiefe durch Klüfte im Kalkstein auf. Dort traf es auf Wasser, das von oben einsickerte und Sauerstoff mitbrachte. Aus beidem entstand Schwefelsäure. Sie löste den Kalk entlang der Klüfte auf der Höhe des damaligen Grundwasserspiegels, nach heutigem Kenntnisstand vor etwa vier bis sechs Millionen Jahren. Als sich die Guadalupe Mountains hoben, sank das Grundwasser, und die frisch gelösten Hohlräume fielen trocken.
Tropfsteine gab es zu dieser Zeit noch keine. Sie konnten erst wachsen, als die Höhle eine Verbindung nach außen bekam. Einstürze und Abtragung öffneten irgendwann den natürlichen Eingang, und Luft zog in die Gänge. Sickerwasser, das in dieser Luft Kohlendioxid abgibt, lässt seither Calcit zurück, Tropfen für Tropfen.
Im Big Room
Am unterirdischen Rastplatz beginnt der Big Room Trail. Der Rundweg führt rund zwei Kilometer um den großen Saal. Er ist weitgehend eben, steigt aber immer wieder leicht an und fällt ab. Im Schnitt braucht man anderthalb Stunden. Wer nach dem Abstieg müde ist oder wenig Zeit hat, kann eine Abkürzung nehmen, die die Strecke auf etwa einen Kilometer und rund 45 Minuten halbiert.
Der Weg führt an Tropfsteinsäulen, Sinterfahnen und hohen gerippten Formationen vorbei, die elektrisch beleuchtet sind. Eine davon heißt Rock of Ages. An einer Stelle hängt eine Strickleiter, die Erkunder 1924 benutzt haben, und erinnert an die Zeit vor Asphalt und Geländer.

Am Boden liegen große Gipsblöcke. Sie sind eine Spur der Säure, die die Höhle gelöst hat: Wo Schwefelsäure Kalk auflöst, entsteht Gips. Die meisten Tropfsteine wachsen heute kaum noch, weil in der Wüste darüber wenig Regen fällt; in der letzten Eiszeit war es feuchter. Zu den größten, die noch aktiv sind, gehört Crystal Spring Dome, ein Stalagmit, an dessen Seiten Wasser in ein Becken hinabläuft.

Mit dem Rollstuhl lässt sich der Big Room teilweise befahren, als einziger Teil der Höhle. Der Weg ist nass, rutschig und uneben, nicht nach dem amerikanischen Behindertengesetz zugelassen und nur mit Hilfe zu befahren. Schilder und Absperrungen zeigen, wo Gefälle oder Enge zu groß werden. Eine Karte der befahrbaren Abschnitte gibt es im Besucherzentrum.
Für Familien gilt: Gewöhnliche Kinderwagen sind in der Höhle nicht erlaubt, eine Trage ist die Alternative. Ist ein Kind wegen eingeschränkter Beweglichkeit aus medizinischen Gründen auf einen Kinderwagen angewiesen, darf er in den rollstuhlgeeigneten Abschnitten des Big Room mitfahren, am Natural Entrance nie.
Einen Höhlentag planen

Als Ausgangsort bietet sich die Stadt Carlsbad an. Von dort sind es nach unserer Berechnung rund 45 Kilometer bis zum Besucherzentrum, mit dem Auto etwa 40 Minuten. Die Strecke führt über den Highway 62/180 nach Süden bis Whites City und dann auf der kurvigen Parkstraße noch rund elf Kilometer hinauf, auf der mit Wildtieren zu rechnen ist.
Wie viel Zeit man in der Höhle braucht, ergibt sich aus der Wahl des Weges. Wer den natürlichen Eingang hinabgeht, den Big Room umrundet und mit dem Aufzug zurückfährt, legt vier Kilometer zurück und ist im Schnitt etwa zweieinhalb Stunden unterwegs. Mit Ticketkauf, Pausen und Wartezeit am Aufzug sollte man vom Besucherzentrum aus drei bis vier Stunden einplanen. Wer in beide Richtungen den Aufzug nimmt, braucht weniger, aber nicht unbedingt nur die anderthalb Stunden des Rundwegs. Für den Fußweg muss man früh genug da sein: Einsteigen kann man nur bis zum frühen Nachmittag, die genauen Zeiten nennt der Park auf seiner Website. Mit Hin- und Rückfahrt kommen rund 90 Kilometer zusammen.
Unten ist es das ganze Jahr etwa 13 Grad kühl und feucht. Eine leichte Jacke und feste Schuhe mit griffiger Sohle gehören deshalb auch im Sommer ins Gepäck. Mitnehmen darf man nur klares Wasser, und im Underground Lunchroom unten am Aufzug gibt es nur Wasser zu kaufen. Essen, Kaugummi und Bonbons bleiben draußen, damit keine Tiere in die Höhle gelockt werden. Wanderstöcke sind nicht erlaubt, außer sie werden aus medizinischen Gründen gebraucht und haben eine Gummispitze.
Zwei weitere Regeln schützen die Fledermäuse der Höhle. Wer sie verlässt, geht über Reinigungsmatten, denn der Pilz, der bei Fledermäusen die Weißnasenkrankheit auslöst, könnte in New Mexico vorkommen. Und Schuhe, Kleidung oder Ausrüstung, die schon in einer anderen Höhle waren, sollen gar nicht erst mit hinein, damit der Pilz nicht zu den Fledermäusen von Carlsbad gelangt.

Ob für den Reisetermin Rangerführungen in weitere Höhlenteile angeboten werden, sollte man direkt beim Park prüfen. Für die Tagesplanung sind die beiden selbstständigen Wege die verlässlichere Grundlage.
Abends am Eingang
Von April bis Oktober kann sich eine Rückkehr am Abend lohnen. Dann fliegen Bulldoggfledermäuse in großer Zahl aus dem natürlichen Eingang, an dem der Fußweg beginnt, um nachts Insekten zu jagen. Im Amphitheater vor der Öffnung, etwa fünf Minuten zu Fuß vom Besucherzentrum, erzählt vorher ein Ranger über die Tiere. Das Programm kostet nichts und braucht keine Reservierung. Wann es beginnt, richtet sich nach dem Sonnenuntergang. Die meisten Tiere sieht man in der Regel im August und September, wenn die im Frühsommer geborenen Jungen mitfliegen und Fledermäuse aus nördlicheren Kolonien auf dem Durchzug sind.
Beim Programm und im Bereich darum sind Kameras, Telefone und andere elektronische Geräte nicht erlaubt, denn Licht und Geräusche stören die Tiere. In der Höhle selbst darf man dagegen fotografieren. Bei Gewitter kann das Programm ausfallen. Wer am Nachmittag nach Carlsbad zurückfährt und zum Abend wiederkommt, legt an diesem Tag viermal die Strecke zurück, zusammen rund 180 Kilometer, die letzte davon im Dunkeln.

Fragen und Antworten
Brauche ich für Carlsbad Cavern eine Reservierung?
Ja. Für den Höhlenbesuch braucht man eine Zeitfensterreservierung, auch mit Nationalparkpass und auch für Kinder. Sie ersetzt nicht den Eintritt; das Eintrittsticket kauft man im Besucherzentrum. Ein Zeitfenster bekommt man vor Ort nicht spontan, eine Warteliste gibt es nicht.
Zu Fuß oder mit dem Aufzug?
Der Fußweg durch den natürlichen Eingang führt aus dem Tageslicht in die Höhle, ist aber steil und dauert etwa eine Stunde. Der Aufzug erspart den steilen Abstieg; der Big Room ist für beide Wege das Ziel. Für Rollstuhlfahrer ist er der einzige Weg in die Höhle.
Wie lange dauert der Besuch?
Abstieg durch den natürlichen Eingang etwa eine Stunde, Big Room Trail etwa anderthalb Stunden. Mit Ticketkauf, Pausen und Wartezeit am Aufzug plant man für den Höhlenbesuch drei bis vier Stunden ein, nur mit dem Aufzug und dem Big Room weniger.
Für wen ist der Natural Entrance Trail ungeeignet?
Bei Herz- oder Atemproblemen ist vom Abstieg abzuraten. Wer Knie-, Hüft- oder Fußbeschwerden hat, schlecht das Gleichgewicht hält oder im Dämmerlicht wenig sieht, sollte gut abwägen. Der Weg ist steil und nass, Rollstühle und Kinderwagen sind dort nicht erlaubt.
Kann man die Höhle mit dem Rollstuhl besuchen?
Teilweise. Mit dem Aufzug erreicht man den Big Room, dessen Weg in Abschnitten befahrbar ist, aber nass, rutschig und uneben und nur mit Hilfe. Eine Karte dieser Abschnitte gibt es im Besucherzentrum.
Was sollte ich anziehen und mitnehmen?
Eine leichte Jacke, denn in der Höhle sind es das ganze Jahr etwa 13 Grad, und feste Schuhe mit griffiger Sohle. Mitnehmen darf man nur klares Wasser; Essen, Kaugummi und Freizeit-Wanderstöcke bleiben draußen. Gewöhnliche Kinderwagen sind nicht erlaubt.
Wann sieht man die Fledermäuse?
Von April bis Oktober an jedem Abend, mit einem kostenlosen Rangerprogramm im Amphitheater am natürlichen Eingang. Am meisten Tiere fliegen meist im August und September. Beim Programm und im Bereich darum sind elektronische Geräte einschließlich Kameras und Telefonen nicht erlaubt. Bei Gewitter kann es ausfallen.
Weiterführende Informationen
- National Park Service: Explore the Cavern at Your Own Pace
- National Park Service: Fees & Passes
- Recreation.gov: Carlsbad Caverns National Park Tours
- National Park Service: Operating Hours & Seasons
- National Park Service: Accessibility
- National Park Service: Things to Know Before You Visit
- National Park Service: Geologic Formations
- National Park Service: Cave / Karst Systems
- National Park Service: Bat Flight Program
- National Park Service: Directions
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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