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Routenvorschläge

Von Portland an der Küste von Maine nach Acadia

Zwischen Portland und Mount Desert Island folgt die Fahrt der US 1 an der Küste von Maine, vorbei an Werften, Museen und Leuchttürmen.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 7 Minuten

Luftbild einer bewaldeten Felsinsel mit weißem Leuchtturm und Wärterhaus mit rotem Dach. Dahinter liegt eine Bucht voller Segelboote, am Ufer ein Ort vor bewaldeten Bergen.
Curtis Island mit Leuchtturm an der Einfahrt zum Hafen von Camden.

Von Portland über Bath, Rockland, Camden und Fort Knox bis Mount Desert Island sind es an der Küste von Maine nach unserer Messung mit dem Autorouting des Dienstes OSRM gut 260 Kilometer. Das Modell rechnet ohne Halte, Verkehr und Sperrungen mit etwa viereinhalb Stunden. An einem Tag wäre das zu schaffen. Unterwegs liegen aber Orte, an denen man länger bleibt, als die Fahrt dauert. Für jeden dieser Orte lässt sich fragen, ob er eine Übernachtung rechtfertigt.

Die US 1 als Faden

Die US 1 verbindet nach der Karte des National Park Service die Küstenorte Rockland, Camden, Belfast, Bucksport und Ellsworth von Südwesten nach Nordosten. Ausgangspunkt ist Portland, dessen Flughafen der Stadt gehört und nach eigenen Angaben weniger als zehn Minuten von der Innenstadt entfernt liegt. Von Portland nach Bath fährt man nach dem Autorouting knapp 57 Kilometer, gut eine Dreiviertelstunde.

Übersichtskarte der Küste von Maine von Portland über Bath, Rockland, Camden, Belfast und Ellsworth bis Acadia, mit Abstechern nach Port Clyde und Winter Harbor.

Bath: zwei Zeitalter des Schiffbaus

Aquarell eines kleinen weißen Holzschuppens mit dunklem Satteldach und Schornstein auf einer Wiese am Ufer eines breiten Flusses, gegenüber bewaldetes Ufer.
Werftschuppen am Kennebec (Aquarell).

Wer in Bath hält, sieht am Ufer des Kennebec, wie in Maine einmal Großsegler aus Holz entstanden. Zwischen 1894 und 1920 baute die Werft Percy & Small hier Schoner mit bis zu sechs Masten. Der größte von ihnen, die Wyoming, ist nach Angaben des Maine Maritime Museum das größte in den USA gebaute Holzschiff, und keine andere Werft im Land, auf der so große hölzerne Segelschiffe gebaut wurden, ist erhalten. Heute gehört sie zum Museum, das 1962 gegründet wurde. Sein Gelände am Ufer umfasst gut 8 Hektar mit mehr als einem Dutzend Gebäuden. In vier Gebäuden der Werft, darunter Schnürboden und Tischlerei, erklären Ausstellungen den hölzernen Schiffbau. Zu den saisonalen Vorführungen gehört eine Schmiede, in der man sieht, mit welchen Techniken die Schoner ausgerüstet wurden.

Eine weitere Ausstellung entstand mit Bath Iron Works. Sie zeigt die Menschen, die Arbeitsschritte und die Schiffe dieser Werft, und man erfährt, was der Bau eines Zerstörers für die Marine verlangt. Am selben Fluss liegen damit Holz- und Stahlschiffbau nebeneinander. Für das Museum braucht man nach unserer Einschätzung einen halben Tag, eine eigene Nacht verlangt es nicht.

Rockland und der Abstecher nach Port Clyde

Aquarell eines kurzen Leuchtturms mit weißem Oberteil und dunkler Laterne auf einem Steinsockel. Ein hölzerner Steg auf Steinpfeilern führt über Uferfelsen zu ihm.
Das Marshall Point Lighthouse bei Port Clyde (Aquarell).

Von Bath nach Rockland sind es nach dem Autorouting rund 72 Kilometer. Dort steht das Farnsworth Art Museum, 1948 aus dem Nachlass von Lucy Copeland Farnsworth eröffnet. Es zeigt Werke aus Maine von drei Generationen der Malerfamilie Wyeth, N. C., Andrew und Jamie, und besitzt nach eigenen Angaben eine der größten Sammlungen der Bildhauerin Louise Nevelson.

Nicht in der Strecke von gut 260 Kilometern enthalten ist der Abstecher von Rockland über die ME 131 nach Port Clyde, gut 29 Kilometer bis zum Marshall Point Lighthouse. Der heutige Turm entstand 1858 direkt am Wasser. Er ist bis zum Licht gut 7 Meter hoch, unten aus Granitblöcken, oben aus Backstein. Charles Clement Skinner, ein Veteran des Bürgerkriegs, war hier von 1874 bis 1919 Leuchtturmwärter. Nach Angaben des Betreibers diente kein Wärter länger am selben Feuer. Seit 1971 arbeitet das Licht automatisch. Im Museum der Station liegen Werkzeuge der Hummerfischer und Steinbrucharbeiter, die Bibliothek erzählt vom Schiffbau und von den Dörfern rund um St. George. Das Gelände ist das ganze Jahr von morgens bis abends offen, der Besuch kostet nichts.

Camden und Mount Battie

Von Rockland nach Camden sind es gut 14 Kilometer. Rund 3 Kilometer nördlich des Orts liegt an der US 1 der Camden Hills State Park. Vom Gipfel des Mount Battie, knapp 238 Meter hoch, blickt man nach Angaben der Parkverwaltung über den Hafen von Camden, die Penobscot Bay und ihre Inseln, an klaren Tagen bis zum Cadillac Mountain im Acadia National Park. Dieser Blick regte Edna St. Vincent Millay zu ihrem Gedicht „Renascence“ an. Auf dem Gipfel steht ein Steinturm.

Hinauf führt eine Straße. Ab dem 1. Dezember oder bei Schnee ist sie in der Regel für Autos gesperrt, wird aber für Fußgänger geräumt. Gelegentlich gibt die Verwaltung sie im Winter für Autos frei, wenn die Bedingungen es erlauben; den aktuellen Stand erfährt man beim Park. Wer wandern will, nimmt den 800 Meter langen Mount Battie Trail, den die Verwaltung als mittelschwer bis anstrengend einstuft. Für den Park verlangt die Verwaltung das ganze Jahr eine Gebühr.

Am Penobscot: Brücke und Festung

Aquarell einer niedrigen Festung aus Granit mit begrasten Wällen am bewaldeten Ufer eines Flusses, dahinter eine Schrägseilbrücke mit zwei Pylonen.
Fort Knox am Penobscot, dahinter die Penobscot Narrows Bridge (Aquarell).

Die Türme der Penobscot Narrows Bridge haben die Form des Washington Monument. Der Grund liegt in der Nähe: Das Monument wurde nach Angaben des Verkehrsministeriums von Maine zum Teil aus Granit vom nahen Mount Waldo gebaut. Auch Boden und Wände am Fuß des Observatoriums sind mit Granit aus einem Steinbruch der Gegend verkleidet, um an die Bedeutung des Steins für die Wirtschaft der Region zu erinnern.

Ein Aufzug fährt in etwa einer Minute hinauf zum untersten der drei Decks des Observatoriums im westlichen Pylon. Weiter geht es über eine Treppe; wer keine Stufen steigen kann, nimmt einen Lift. Das oberste Deck liegt nach Angaben des Ministeriums 136 Meter über dem Fluss. Zugang gibt es nur über Fort Knox. Die Festung entstand ab 1844, um das Tal des Penobscot vor britischen Schiffen zu schützen, denn im Unabhängigkeitskrieg und im Krieg von 1812 hatten die Briten die Gegend besetzt. Von 1863 bis 1866 lagen Freiwillige zur Ausbildung in der Festung, bevor sie zu ihren Einheiten kamen. Vom Camden Hills State Park ist es nach dem Autorouting knapp eine Stunde.

Über Ellsworth nach Mount Desert Island

Ein Steg mit hoch gestapelten gelben Hummerfallen, daneben ein Hafenbecken mit Fischerbooten, am Ufer Häuser und Wald.
Hummerfallen am Hafen von Bass Harbor auf Mount Desert Island.

Von Fort Knox nach Ellsworth sind es knapp 35 Kilometer. Dort zweigt die Route 3 nach Mount Desert Island ab, bis zum Besucherzentrum Hulls Cove des Acadia National Park noch einmal knapp 28 Kilometer. Was der Park selbst bietet, beschreibt unser Beitrag über Acadia außerhalb der Saison.

Wer weiterfahren will, erreicht von Ellsworth über die US 1 und die ME 186 in knapp 50 Kilometern die Schoodic-Halbinsel. Sie ist nach Angaben des NPS der einzige Teil des Parks auf dem Festland und wird bewusst wenig erschlossen. Eine Einbahnstraße führt knapp 10 Kilometer um die Halbinsel, Fahrzeuge über 6,40 Meter Länge dürfen sie nicht befahren, Wohnmobile nur den Abschnitt zum Campingplatz Schoodic Woods. In der Sommersaison fahren die kostenlosen Busse des Island Explorer auf der Halbinsel.

Wo man übernachtet

Nach unserer Einschätzung rechtfertigen auf der Strecke vor allem Rockland und Camden eine Nacht. Farnsworth, der Abstecher nach Port Clyde und Mount Battie füllen zusammen einen ganzen Tag, und die Orte liegen nah beieinander. Bath und der Penobscot passen als Halte auf der Fahrt dorthin und weiter. Mit einer Nacht in Portland und den übrigen Nächten auf Mount Desert Island verbringt man so keinen Tag nur im Auto.

Zurück geht es nach Angaben des NPS über die Flughäfen Bangor oder Hancock County–Bar Harbor, der zweite liegt nach eigenen Angaben an der Route 3 zwischen Ellsworth und Bar Harbor. Bis Portland wählt das Autorouting die Strecke durch das Landesinnere, gut 250 Kilometer und etwa dreieinhalb Stunden.

Fragen und Antworten

Wie weit ist es von Portland bis Mount Desert Island?

Nach unserem Autorouting über Bath, Rockland, Camden, Fort Knox und Ellsworth gut 260 Kilometer bis zum Besucherzentrum Hulls Cove, nach dem Modell ohne Halte, Verkehr und Sperrungen etwa viereinhalb Stunden. Der Abstecher nach Port Clyde kommt hinzu.

Kann man im Winter auf den Mount Battie fahren?

In der Regel nicht. Nach Angaben der Parkverwaltung wird die Straße ab dem 1. Dezember oder bei Schnee für Autos gesperrt und für Fußgänger geräumt. Gelegentlich öffnet sie im Winter für Autos, wenn die Bedingungen es erlauben; den aktuellen Stand erfragt man beim Park.

Wie kommt man auf das Observatorium der Penobscot Narrows Bridge?

Der Zugang führt über Fort Knox. Ein Aufzug fährt zum untersten Deck, zu den oberen Decks gelangt man über eine Treppe oder einen Lift. Für das Observatorium wird eine Gebühr verlangt, Kinderwagen und Haustiere sind dort nicht erlaubt, Assistenztiere ausgenommen.

Kostet der Besuch am Marshall Point Lighthouse Eintritt?

Nein. Das Gelände ist nach Angaben des Betreibers das ganze Jahr von morgens bis abends geöffnet, der Erhalt hängt von Spenden und Einkäufen im Museumsladen ab.

Über welche Flughäfen reist man an und ab?

Anreise über Portland, Rückreise nach Angaben des NPS über Bangor oder den Flughafen Hancock County–Bar Harbor zwischen Ellsworth und Bar Harbor.

Weiterführende Informationen

  1. Maine Maritime Museum: Visit
  2. Maine Maritime Museum: A Shipyard in Maine: Percy & Small and the Great Schooners
  3. Maine Maritime Museum: BIW: Building America’s Navy
  4. Farnsworth Art Museum: Visit
  5. Farnsworth Art Museum: About
  6. Marshall Point Lighthouse & Museum: History
  7. Marshall Point Lighthouse & Museum: Museum
  8. Maine Department of Agriculture, Conservation and Forestry: Camden Hills State Park
  9. Maine Department of Agriculture, Conservation and Forestry: Camden Hills Trail Conditions
  10. Maine Department of Transportation: Penobscot Narrows Bridge & Observatory: About
  11. Maine Department of Transportation: Frequently Asked Questions
  12. Maine Department of Transportation: Fort Knox
  13. Maine Department of Transportation: Contact & Directions
  14. National Park Service, Acadia National Park: Directions
  15. National Park Service, Acadia National Park: Park Brochure
  16. National Park Service, Acadia National Park: Schoodic Peninsula
  17. Portland International Jetport: Directions
  18. Hancock County–Bar Harbor Airport: Location

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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