Mount Rainier, Olympic und North Cascades auf einer Runde ab Seattle
Drei Nationalparks im Bundesstaat Washington lassen sich von Seattle aus zu einer Runde verbinden. Entscheidend sind die Lage der Parks, die Zahl der Standorte und ein langer Tag mit der Fähre.

Die Ranger des Olympic National Park empfehlen, die Nächte zwischen der Nordseite um Port Angeles und der Westseite um Forks aufzuteilen, damit man weniger fährt. Wer beide Seiten sehen will, kann die Nächte also auf zwei Standorte verteilen. Mit dem Mount Rainier und den North Cascades kommen zwei weitere Standorte hinzu, dazu eine Nacht an einem Fährhafen. Die Aufgabe ist, diese fünf Orte in eine Reihenfolge zu bringen, die möglichst wenig Umwege verlangt.
Drei Parks, drei Richtungen

Von Seattle aus liegen die drei Parks in verschiedenen Himmelsrichtungen. Die North Cascades erreicht man nach Norden und Osten über die SR 20, die bei Burlington von der Interstate 5 abzweigt. Nach Angaben des National Park Service sind es von Seattle weniger als drei Stunden. Der Mount Rainier liegt im Südosten. Bis Ashford, dem Ort vor dem Nisqually-Eingang in der Südwestecke des Parks, nennt der NPS rund 137 Kilometer. Der Olympic National Park liegt im Westen jenseits des Puget Sound. Man erreicht ihn über Tacoma und die Kitsap-Halbinsel oder mit einer der Fähren von Washington State Ferries.
Ordnet man die Ziele nach dieser Lage, ergibt sich eine Runde. Sie beginnt im Südosten am Mount Rainier, führt über Tacoma auf die Olympic-Halbinsel, dort erst an die Nord- und dann an die Westseite, und über eine Fähre und die SR 20 in die North Cascades. Von dort geht es zurück nach Seattle. Ganz ohne doppelte Strecken kommt die Runde nicht aus: Paradise ist ein Abstecher von Ashford, zwischen Forks und Port Angeles fährt man zweimal, und in den North Cascades kehrt man an den östlichen Halten um.
Mount Rainier von der Südwestseite

Die erste Etappe führt nach Ashford. Über den Nisqually-Eingang erreicht man den Park nach Angaben des NPS ganzjährig, bei extremem Wetter kann auch dieser Zugang gesperrt sein. Von Longmire im Park sind es rund 19 Kilometer bis Paradise, nach NPS-Angaben etwa 25 Minuten Fahrt. Paradise liegt auf gut 1.640 Metern und bekommt im Durchschnitt rund 16 Meter Schnee im Jahr. Der Name geht laut NPS auf Martha Longmire zurück, die Schwiegertochter von James Longmire, die beim ersten Anblick ausgerufen haben soll: „Oh, what a paradise!“
Nach unserer Einschätzung lohnen hier zwei Nächte. Ein Tag gehört Paradise und den Wegen durch die Wiesen, wo der NPS darum bittet, auf den Pfaden zu bleiben. An sonnigen Sommerwochenenden kann es laut NPS schwierig oder unmöglich sein, in Paradise einen Parkplatz zu finden. Er rät, unter der Woche und früh am Tag zu kommen.
Port Angeles und die Nordseite

Von Ashford bis zum Besucherzentrum des Parks in Port Angeles sind es nach dem Autorouting des Dienstes OSRM rund 250 Kilometer und knapp vier Stunden reine Fahrzeit, über die SR 7, die Interstate 5, die SR 16 bei Tacoma, die SR 3 und die SR 104. Die SR 104 führt über die Hood Canal Bridge, die nach Angaben des NPS zeitweise wegen des Schiffsverkehrs gesperrt wird.
Port Angeles ist der Standort für die Nordseite. Hurricane Ridge, nach NPS-Angaben das am leichtesten erreichbare Berggebiet des Parks, liegt gut 27 Kilometer südlich, etwa 45 Minuten Fahrt. Oben erreicht man knapp 1.590 Meter Höhe. Zum Lake Crescent sind es nach Westen etwa 30 Minuten. Ein gewaltiger Bergsturz trennte den See nach Angaben des NPS vor etwa 7.000 Jahren vom Lake Sutherland. Aus dieser Trennung gingen zwei eigens angepasste Forellenformen hervor, die Crescenti- und die Beardslee-Forelle.
Forks und die Westseite

Die Westseite erreicht man über die US 101, die nach Angaben des NPS die Olympic-Halbinsel umrundet. Von Port Angeles nach Forks sind es nach dem Autorouting rund 90 Kilometer, knapp anderthalb Stunden, am Lake Crescent entlang. Von Forks braucht man laut NPS weniger als eine Stunde zum Hoh Rain Forest. Dort fallen im Jahr durchschnittlich gut 3,5 Meter Niederschlag. Wo einer der großen Bäume umstürzt, fällt Licht auf den Boden, und auf dem liegenden Stamm können neue Pflanzen wachsen. Solche Stämme liegen überall im Wald, in verschiedenen Stadien des Zerfalls. Zwischen Mai und September ist der Hoh sehr gut besucht, am Eingang sind lange Wartezeiten häufig. An der Küste, etwa am Rialto Beach, kommt man laut NPS am besten bei oder nahe Niedrigwasser.
Über die Fähre nach Osten
Von Forks fährt man zurück nach Port Angeles und weiter nach Port Townsend. Nach dem Autorouting sind das zusammen knapp 170 Kilometer und knapp drei Stunden. Von Port Townsend setzt die Fähre von Washington State Ferries nach Coupeville auf Whidbey Island über, und von dort führt die SR 20 über das Festland nach Osten bis Newhalem am North Cascades Visitor Center. Das sind nach dem Autorouting noch einmal rund 165 Kilometer und knapp drei Stunden, ohne Fährfahrt und Wartezeit. Nach unserer Einschätzung ist das für einen Tag zu viel. Wir teilen die Strecke deshalb und übernachten in Port Townsend oder in Coupeville.
Der North Cascades Highway
Auf dem North Cascades Highway sind es nach Angaben des NPS rund 48 Kilometer durch den Park, für die man mindestens eine Stunde rechnen soll, ohne Halte. Die Halte, die der NPS nennt, folgen nach Osten aufeinander. Gerechnet ab der Abzweigung zum Besucherzentrum, das jenseits des Skagit River liegt, sind es bis zu den Gorge Creek Falls knapp 6 Kilometer, bis zum Diablo Lake Overlook mit Blick auf den See und die umliegenden Gipfel rund 19, bis zum Happy Creek Forest Walk gut 23 und bis zu den Ross Lake Overlooks knapp 26 Kilometer. Dort kehren wir um und fahren auf derselben Straße zurück. Zurück nach Seattle fährt man vom Besucherzentrum zunächst auf der SR 20 nach Westen und dann über die SR 530 zur Interstate 5. Bis zum Flughafen sind das nach dem Autorouting rund 210 Kilometer, gut drei Stunden.
Was die Jahreszeit begrenzt

Nach unserer Einschätzung ist die Runde im Sommer am einfachsten. Nach Angaben des NPS sperrt das Verkehrsministerium von Washington den North Cascades Highway wegen Lawinengefahr in der Regel von November bis April zwischen dem Ross Dam Trailhead und dem Lone Fir Campground. Ob und wie weit man die Straße für den Reisetermin befahren kann, nennt das Washington State Department of Transportation.
Am Mount Rainier ist die Straße von Longmire nach Paradise ab dem 1. November über den Winter nachts gesperrt. Im Winter müssen alle Fahrzeuge im Park Schneeketten mitführen, auch solche mit Allradantrieb. Im Olympic National Park sind von Oktober bis Mai einige Straßen und Einrichtungen geschlossen oder eingeschränkt. Die Straße zur Hurricane Ridge ist im Winter planmäßig von Freitag bis Sonntag und an Feiertagsmontagen offen, sofern Wetter und Straßenzustand es erlauben, und auch dort muss jedes Fahrzeug Schneeketten mitführen.
Mit weniger Zeit
Wer weniger Zeit hat, lässt nach unserer Einschätzung die North Cascades weg. Von Forks fährt man dann über die US 101, die Hood Canal Bridge und Tacoma zurück nach Seattle, nach dem Autorouting knapp 295 Kilometer und knapp viereinhalb Stunden. Alternativ setzt man von Kingston oder Bainbridge Island mit der Fähre über. Als Tagesausflug von Seattle sind die North Cascades lang: Der NPS nennt weniger als drei Stunden für die Anfahrt, und die Rückfahrt kommt hinzu. Wer dagegen nur die Olympic-Halbinsel besucht, folgt der Empfehlung der Ranger und teilt die Nächte zwischen Port Angeles und Forks.
Für die ganze Runde planen wir sieben bis acht Nächte: zwei auf der Südwestseite des Mount Rainier, zwei in Port Angeles, eine oder zwei in Forks, eine in Port Townsend oder Coupeville und eine an der SR 20 nahe dem Park.
Fragen und Antworten
In welcher Reihenfolge besucht man die drei Parks?
Nach unserer Einschätzung als Runde ab Seattle: zuerst der Mount Rainier im Südosten, dann die Nord- und die Westseite des Olympic National Park und über die Fähre Port Townsend–Coupeville und die SR 20 zu den North Cascades. Zweimal fährt man die Strecke zwischen Forks und Port Angeles und die SR 20 vom Abzweig der SR 530 bis zu den östlichen Halten, dazu kommt der Abstecher nach Paradise.
Wie viele Nächte braucht man?
Wir planen sieben bis acht: zwei am Mount Rainier, zwei in Port Angeles, eine oder zwei in Forks, eine in Port Townsend oder Coupeville und eine an der SR 20 nahe dem Park. Wer den Tag von Forks zu den North Cascades ohne Pause fährt, braucht eine Nacht weniger und sitzt knapp sechs Stunden im Auto, dazu kommen Fähre und Wartezeit.
Ist der North Cascades Highway das ganze Jahr offen?
Nicht durchgehend. Nach Angaben des NPS wird er wegen Lawinengefahr in der Regel von November bis April zwischen dem Ross Dam Trailhead und dem Lone Fir Campground gesperrt. Den aktuellen Stand nennt das Washington State Department of Transportation.
Muss man die Fähre Port Townsend–Coupeville reservieren?
Vorgeschrieben ist es nicht, Washington State Ferries empfiehlt es aber ausdrücklich. Diese Route gehört nach Angaben der Gesellschaft zu den wenigen, auf denen man Plätze für Fahrzeuge reservieren kann. Mit Reservierung soll man 30 bis 45 Minuten vor der Abfahrt am Terminal sein. Für Fußgänger gibt es keine Reservierung.
Gilt am Mount Rainier eine Zeitfensterreservierung?
Ob für die Einfahrt ein Zeitfenster gebucht werden muss, prüft man für den Reisetermin auf der Seite des Parks. Unabhängig davon empfiehlt der NPS, an sonnigen Sommerwochenenden früh am Tag oder unter der Woche zu kommen.
Weiterführende Informationen
- National Park Service, North Cascades National Park: Directions
- National Park Service, North Cascades National Park: North Cascades Highway
- National Park Service, North Cascades National Park: Visitor Centers & Ranger Stations
- National Park Service, Mount Rainier National Park: Directions
- National Park Service, Mount Rainier National Park: Paradise
- National Park Service, Mount Rainier National Park: Road Status
- National Park Service, Olympic National Park: Directions and Transportation
- National Park Service, Olympic National Park: Trip Ideas
- National Park Service, Olympic National Park: Visiting Hurricane Ridge
- National Park Service, Olympic National Park: Visiting Lake Crescent
- National Park Service, Olympic National Park: Visiting the Hoh Rain Forest
- National Park Service, Olympic National Park: Operating Hours & Seasons
- Washington State Department of Transportation: Washington State Ferries
- Washington State Department of Transportation: Washington State Ferries Vehicle Reservations
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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