Drei Tage am Hudson zwischen Poughkeepsie und Hyde Park
Zwischen Poughkeepsie und Hyde Park liegen am Ostufer des Hudson eine Eisenbahnbrücke, die heute Fußgängern gehört, die Häuser von Franklin und Eleanor Roosevelt und das Anwesen der Vanderbilts. Unser Vorschlag verteilt sie auf drei Tage mit zwei Nächten in Poughkeepsie, von Juni bis Oktober, und zeigt, wo Führungen, Wochentage und Fahrten den Ablauf bestimmen.

Franklin D. Roosevelt legte am 26. Dezember 1937 schriftlich fest, wo er einmal begraben sein wollte: „where the sun dial stands in the garden“, also dort, wo im Garten die Sonnenuhr steht. Der Garten gehört zu Springwood, dem Haus in Hyde Park, in dem er geboren wurde. Nach seinem Tod im April 1945 wurde er dort beigesetzt. Den weißen Marmorstein ohne Schmuck, den er selbst entworfen hatte, setzte man im Herbst 1945 auf das Grab. Eleanor Roosevelt wurde 1962 an derselben Stelle bestattet.
Auf wenigen Kilometern des Ostufers liegen hier sein Geburtshaus und die Bibliothek, die er für seine Papiere bauen ließ. Etwas weiter östlich richtete sich Eleanor Roosevelt ein eigenes Haus ein, im Norden liegt das Anwesen seines Nachbarn Frederick Vanderbilt. Weiter südlich, in Poughkeepsie, führt eine alte Eisenbahnbrücke über den Fluss, über die man heute zu Fuß geht.
Drei Tage, zwei Nächte in Poughkeepsie
Unser Vorschlag beginnt und endet am Bahnhof Poughkeepsie. Metro-North fährt auf der Hudson Line vom Grand Central Terminal in New York dorthin, Amtrak hält ebenfalls in Poughkeepsie. Für zwei Nächte bleibt man in der Stadt. Am ersten Tag geht es über die Brücke, am zweiten zu den beiden Roosevelt-Orten, am dritten zu einem Anwesen am Fluss und danach zurück zum Zug.

Geplant ist die Reise für Juni bis Oktober, und der zweite Tag sollte auf einen Mittwoch bis Sonntag fallen. Der Grund ist Val-Kill: Eleanor Roosevelts Haus ist nur mit Führung zu sehen, und Führungen gibt es im Sommer und Herbst nur an diesen Wochentagen. Ab November ruhen sie, und wann sie im Frühjahr wieder beginnen, ändert sich von Jahr zu Jahr.
Für die Wege in Hyde Park braucht man ein Auto oder vorher bestellte Taxifahrten. Einen Bus, der die Orte verlässlich verbindet, planen wir nicht ein.
Erster Tag: zu Fuß über den Hudson
Die Brücke wurde am 1. Januar 1889 als Eisenbahnbrücke zwischen Poughkeepsie und Highland am Westufer fertig. Über sie kamen Rohstoffe aus dem Westen zu den Industriezentren im Osten, bald fuhren auch Personenzüge darüber. Zu den besten Zeiten fuhren nach Angaben des Fördervereins der Brücke bis zu 3.500 Waggons am Tag hinüber. Im Mai 1974 beschädigte ein Brand die hölzernen Schwellen und Stege, ausgelöst wahrscheinlich durch einen Funken von den Bremsen eines Zuges. Danach fuhr kein Zug mehr. Erst im Oktober 2009 öffnete die Brücke wieder, nun als Fußweg im Walkway Over the Hudson State Historic Park.

Von Tor zu Tor ist sie gut zwei Kilometer lang, und sie liegt knapp 65 Meter über dem Wasser. Ein brusthohes Geländer begleitet den Weg auf ganzer Länge. Nach Norden geht der Blick zu den Catskills, nach Süden zu den Hudson Highlands. Wer hinüber und zurück geht, ist gut vier Kilometer unterwegs, die Wege zu den Zugängen nicht mitgerechnet.
Der Park ist täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet, bei Unwetter kann er schließen, und der Eintritt ist frei. Am Ostende liegt ein gebührenpflichtiger Parkplatz an der Parker Avenue, vom Bahnhof mit dem Auto gut 1,7 Kilometer entfernt. Am Flussufer im Upper Landing Park fährt ein Aufzug auf die Brücke. Er ist von 9 Uhr bis 90 Minuten vor Parkschluss in Betrieb, aber nicht bei Wartung, starkem Wind oder Unwetter.
Zweiter Tag: Springwood
Am Morgen fährt man nach Hyde Park zum Henry A. Wallace Visitor Center, das von April bis Oktober um 9 Uhr öffnet. Einzelbesucher bekommen die Karten für die Führung durch Springwood nur hier, vor Ort, solange Plätze frei sind; Gruppen ab 20 Personen können reservieren. Von Ende Mai bis Ende Oktober beginnt die erste Führung um 9:30 Uhr, die letzte um 16 Uhr; eine Führung dauert etwa 45 Minuten. Zum Treffpunkt an den Ställen sind es vom Besucherzentrum fünf bis zehn Minuten zu Fuß. Schulklassen können an manchen Tagen einen ganzen Vormittag belegen. Dann bietet sich zuerst die Bibliothek an; ob am Nachmittag noch Plätze im Haus frei sind, steht nicht fest.
Springwood war ursprünglich ein Haus aus der Zeit um 1793, das um 1850 zu einer Villa im italienischen Stil umgebaut wurde. Die Roosevelts ließen es bis 1916 nach Plänen des New Yorker Büros Hoppin & Koen erweitern. Das Dach in der Mitte wurde angehoben, und es kam ein Wohnzimmer mit Schlafzimmern darüber hinzu. Seitdem sieht das Haus aus Stein und Putz aus wie ein Herrenhaus im Stil des Colonial Revival. Innen ist es so eingerichtet wie um 1941.

Im Haus sind Rampen, Handläufe, ein Aufzug und eigens gebaute Rollstühle erhalten. Roosevelt war nach seiner Erkrankung an Kinderlähmung auf sie angewiesen, und das Haus zeigt, wie er es an seine Behinderung anpasste. Kurz nach seinem Tod übergab die Familie Springwood dem National Park Service, der es 1946 für Besucher öffnete. Vom Anwesen geht der Blick über Wiesen ins Tal des Hudson.

Die erste Präsidentenbibliothek
Auf demselben Gelände steht die Franklin D. Roosevelt Presidential Library, die erste Präsidentenbibliothek des Landes. Roosevelt wollte seine Papiere nicht aufteilen, sondern an einem Ort zusammenhalten und der Forschung zugänglich machen. Sein Plan war, sie mit privatem Geld zu bauen und dann dem Staat zu übergeben. Als er am 19. November 1939 den Grundstein legte, sagte er, ihm seien die spontanen Briefe gewöhnlicher Bürger wichtiger als die Papiere hoher Amtsträger. Während seiner Präsidentschaft erreichten ihn etwa 4.000 Briefe am Tag.

Das Museum der Bibliothek ist täglich ab 9 Uhr geöffnet, von April bis Oktober bis 18 Uhr, außer an Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr. Es hat eigene Eintrittskarten, die man auch online kaufen kann, und man geht ohne Führung hindurch.
Das Grab der Roosevelts liegt im Rosengarten von Springwood. Wenn im Garten gearbeitet wird, kann der Zugang eingeschränkt sein; aktuelle Hinweise stehen auf der Website des Parks.
Nachmittags in Val-Kill
Val-Kill liegt östlich von Springwood am Fall Kill, einem Bach, der hier zu einem Teich aufgestaut ist. An seinem Ufer stehen zwei Häuser, die man beim Besuch nacheinander betritt.
Das Stone Cottage ist das ältere. Eleanor Roosevelt ließ es 1925 und 1926 mit ihren Freundinnen Nancy Cook und Marion Dickerman auf Land bauen, das ihr Mann 1911 gekauft hatte; bezahlt haben es die drei Frauen. Den Entwurf zeichnete Henry Toombs, und Franklin Roosevelt bestand auf der alten niederländischen Bauweise des Hudsontals. Die Feldsteine der Fassade stammen aus den Mauern des Anwesens, die Eichendielen aus Bäumen der Umgebung. Heute ist das Stone Cottage das Besucherzentrum, mit einer Ausstellung zur Geschichte von Val-Kill.

Das Val-Kill Cottage, in das die Führung geht, war zunächst eine Fabrik. Das Unternehmen Val-Kill Industries wollte hier zeigen, dass Handwerk wie Möbelbau der Gegend Arbeit geben kann. Es schloss 1936 in der Wirtschaftskrise, und Eleanor Roosevelt baute das Gebäude zu ihrem eigenen Haus um. Nach dem Tod ihres Mannes 1945 lebte sie vor allem hier. Innen sieht man Wände aus Kiefernholz, Möbel von Val-Kill Industries und Familienfotos.
Von der Route 9G führt eine Zufahrt des Parks zum Gelände. Einzelbesucher holen die kostenlose Karte für die Führung im Stone Cottage; die Plätze sind begrenzt und werden vor Ort vergeben, Gruppen ab 20 Personen müssen reservieren. Die letzte Führung beginnt um 16 Uhr. Wir planen Val-Kill für den frühen Nachmittag. Ist keine Führung mehr frei, bleiben die Ausstellung im Stone Cottage und das Gelände am Teich.
Dritter Tag: ein Anwesen am Fluss
Frederick Vanderbilt, ein Enkel des Eisenbahnunternehmers Cornelius Vanderbilt, kaufte das Anwesen in Hyde Park 1895. Vor ihm hatten hier andere gewohnt, darunter der Arzt Samuel Bard. Er ließ sich im Frühjahr 1798 auf einer Geländestufe rund 90 Meter über dem Fluss nieder und legte vor seinem Haus einen Rasen mit Blick auf den Hudson an.
Für das neue Haus beauftragten die Vanderbilts das New Yorker Büro McKim, Mead & White; Charles McKim leitete den Entwurf. Im Mai 1899 empfingen sie dort Gäste, die mit einem Sonderzug kamen, wahrscheinlich die erste Gesellschaft im neuen Haus. Für die Familie war Hyde Park ein Sitz für einen Teil des Jahres, neben Häusern in New York, Newport, Bar Harbor und den Adirondacks. Nach Einschätzung des National Park Service ist das Haus im Vergleich zu den Bauten der Geschwister zurückhaltend. Mindestens vier Dekorationsfirmen arbeiteten gleichzeitig an den Räumen, dazu kamen Bauteile und Möbel aus alten Häusern Europas. Ein halbrunder Portikus an der Flussseite öffnet den Blick auf den Hudson und die Catskills.

Frederick Vanderbilt starb 1938, seine Frau Louise schon 1926; Kinder hatten sie nicht. Auf Anregung von Präsident Roosevelt übergab Margaret Van Alen, eine Nichte von Louise Vanderbilt, Haus, Einrichtung und gut 80 Hektar Land dem Staat. Seit 1940 ist das Haus für Besucher offen. Hinein kommt man nur mit einer Führung von etwa einer Stunde. Die Karten gibt es im Besucherpavillon, solange Plätze frei sind. Von Ende Mai bis Mitte November beginnen die Führungen täglich zwischen 10 und 16 Uhr, und auch hier können Schulklassen Termine belegen.
Am Ufer, etwas nördlich des Hauses, liegt Bard Rock, ein Picknickplatz und einer der wenigen Punkte im Park, an denen man so nah an den Fluss kommt. In den Öffnungszeiten des Parks erreicht man ihn zu Fuß; die Zufahrt mit dem Auto ist am Wochenende, an Feiertagen und im Winter meist gesperrt. Im Norden sind die Catskills zu sehen. Der Hudson ist hier ein Gezeitenfluss: Bis hinauf nach Troy steigt und fällt das Wasser etwa zweimal am Tag. Einige Indianer, die hier lebten, nannten ihn Mahicannituck, den Fluss, der in zwei Richtungen fließt.

Wer statt der Vanderbilts lieber ein anderes Haus aus dieser Zeit sehen will, fährt weiter nach Staatsburgh. Auch dieses Haus baute das Büro McKim, Mead & White um, 1895 und 1896, von 25 auf 65 Räume. Die Familie Mills verbrachte hier vor allem den Herbst. 1938 ging das Haus mit rund 78 Hektar an den Staat New York. Hinein kommt man nur mit einer Führung, die man online reservieren kann; für diesen Vorschlag reservieren wir sie vorher. Vom 31. Oktober bis Thanksgiving ist das Haus geschlossen. Das Gelände ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang frei zugänglich. Wir planen für den dritten Tag nur eines der beiden Häuser, weil danach noch die Rückfahrt folgt.
Wie die Tage zusammenpassen
Die Wege sind kurz, die Zeit vergeht mit Führungen, Warten und Fußwegen. Nach unserer Modellrechnung mit dem Routingdienst OSRM ist die Fahrt am zweiten Tag vom Bahnhof zum Wallace Visitor Center, weiter nach Val-Kill und zurück nach Poughkeepsie gut 23 Kilometer lang. Dazu kommt die Zufahrt in Val-Kill mit gut einem halben Kilometer je Richtung. Die reine Fahrzeit liegt im Modell bei etwa 25 Minuten; die Zufahrt in Val-Kill ist darin nicht enthalten. Am dritten Tag sind es zum Vanderbilt-Anwesen und zurück rund 24 Kilometer und ebenfalls etwa 25 Minuten, nach Staatsburgh und zurück rund 37 Kilometer und gut 40 Minuten. Halte, Verkehr, Parken und Wartezeiten sind darin nicht enthalten.
Für den zweiten Tag, einen Mittwoch bis Sonntag zwischen Juni und Oktober, planen wir einen vollen Tag, vorausgesetzt, die Führungen haben Plätze frei. Wir rechnen für Springwood mit Wegen und Wartezeit etwa zwei Stunden, für die Bibliothek ein bis zwei Stunden und für Val-Kill etwa zwei Stunden. Ist eine Führung ausgebucht, bleibt es dort beim Gelände. Am dritten Tag planen wir den Vormittag für das Anwesen mit Führung und den Gang zum Fluss, den Nachmittag für die Rückfahrt. Sind die Führungen am Vormittag belegt, hat die Rückfahrt Vorrang, und es bleibt beim Park und bei Bard Rock. Wer ohne Auto reist, bestellt die Taxifahrten für Hin- und Rückweg am besten vorher.
Fragen und Antworten
Wie viele Tage braucht man für Hyde Park?
Für Springwood, die Bibliothek und Val-Kill planen wir einen vollen Tag, an einem Mittwoch bis Sonntag zwischen Juni und Oktober. Ob alle Führungen am selben Tag Plätze haben, steht vorher nicht fest. Mit dem Walkway Over the Hudson und einem der Anwesen am Fluss planen wir drei Tage mit zwei Nächten in Poughkeepsie.
Wann gibt es Führungen in Val-Kill?
Im Sommer und Herbst von Mittwoch bis Sonntag, die erste um 9:30 Uhr, die letzte um 16 Uhr. Einzelbesucher bekommen die kostenlosen Karten nur vor Ort im Stone Cottage, Gruppen ab 20 Personen müssen reservieren. Von November bis ins späte Frühjahr gibt es keine Führungen.
Kann man Karten für Springwood im Voraus kaufen?
Als Einzelbesucher nicht. Karten für die Führung durch das Haus gibt es nur vor Ort im Henry A. Wallace Visitor Center, solange Plätze frei sind; nur Gruppen ab 20 Personen können reservieren. Für das Museum der Bibliothek kann man dagegen auch online Karten kaufen.
Kommt man ohne Auto nach Hyde Park?
Bis Poughkeepsie fahren Metro-North und Amtrak. Für die Wege nach Hyde Park und zwischen den Häusern braucht man ein Taxi, das man am besten vorher bestellt; einen Bus, der alle Orte verbindet, haben wir nicht eingeplant.
Kostet der Walkway Over the Hudson Eintritt?
Nein, der Zugang ist frei. Der Park ist regulär täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet; am Ostende kostet das Parken eine Gebühr.
Weiterführende Informationen
- National Park Service: Springwood
- National Park Service: Burial Site of Franklin and Eleanor Roosevelt
- National Park Service: Home of Franklin D. Roosevelt: Operating Hours & Seasons
- National Park Service: Franklin D. Roosevelt Presidential Library and Museum
- Franklin D. Roosevelt Presidential Library and Museum: Hours, Admission & Tickets
- Franklin D. Roosevelt Presidential Library and Museum: Directions
- National Park Service: The Stone Cottage at Val-Kill
- National Park Service: Val-Kill
- National Park Service: Eleanor Roosevelt NHS: Operating Hours & Seasons
- National Park Service: Vanderbilt Mansion
- National Park Service: Frederick Vanderbilt
- National Park Service: Samuel Bard
- National Park Service: Bard Rock
- National Park Service: Vanderbilt Mansion NHS: Operating Hours & Seasons
- New York State Parks: Staatsburgh State Historic Site
- Walkway Over the Hudson: Our Story
- Walkway Over the Hudson: Visit
- U.S. Census Bureau: TIGERweb (Gewässer und Straßen für die Karte)
- OpenStreetMap-Mitwirkende: Kartendaten und Lizenz (ODbL)
- Project OSRM: Routing-Dienst für das Fahrmodell
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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