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Wo in Louisiana Reis und Crawfish auf demselben Feld wachsen

Rund um Crowley in Acadia Parish wechseln sich auf manchen Feldern Reis und Crawfish ab. Im Sommer wird der Reis geerntet, im Herbst kommt Wasser auf die Stoppeln, und bis ins Frühjahr werden dort Flusskrebse gefangen. Für den Markt wird auf der Prärie im Südwesten Louisianas seit dem späten 19. Jahrhundert Reis angebaut. Auf dem Teller liegt er unter dem Gumbo, neben dem Fleisch und in der Boudin-Wurst, und das Reismuseum in Crowley ist an Werktagen geöffnet, freitags nur am Vormittag.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 8 Minuten

Aquarell: Ein flaches Ernteboot mit weißem Sonnendach und großem Antriebsrad in einem flach überfluteten Feld mit Reisstoppeln.
Crawfish-Ernte auf einem gefluteten Reisfeld in Acadia Parish, Louisiana (Aquarell).

Am 12. März 2022 fotografierte das US-Landwirtschaftsministerium die Crawfish-Ernte auf Reisfeldern an der Interstate 10 in Acadia Parish. Die Bildbeschreibung erklärt, was dort geschieht. Flache Boote mit einem breiten, lenkbaren Rad schieben sich langsam auf Gassen durch das Feld. Die vorher ausgelegten Fallen werden von Hand geleert und wieder gesetzt. Ist eine Runde fertig, drückt sich das Boot mit dem Rad über den Damm ins Nachbarfeld. Auf denselben Flächen wächst im Sommer Reis. Beides, das Korn und die Süßwasserkrebse, findet sich später auf den Tellern der Region wieder.

Ein Feld, zwei Ernten

Viele Betriebe, die Crawfish züchten, bauen auch Reis an, und viele Reisbauern nehmen die Crawfish in ihre Fruchtfolge auf. Das LSU AgCenter, die landwirtschaftliche Forschungseinrichtung der Louisiana State University, beschreibt dafür mehrere Wege. Bei einem von ihnen bleibt alles auf derselben Fläche: Reis, dann Crawfish, dann wieder Reis.

Dieser Wechsel folgt einer festen Reihenfolge. Im Sommer wächst der Reis und wird geerntet. Die Stoppeln bleiben stehen und treiben noch einmal aus. Im Herbst setzen die Bauern das Feld unter Wasser, und aus dem Nachtrieb und dem liegen gebliebenen Stroh entsteht die Nahrungsgrundlage für die Crawfish. Sie wachsen über Herbst, Winter und frühes Frühjahr heran und werden in dieser Zeit gefangen. Im Frühjahr, vor der nächsten Reissaat, wird das Wasser abgelassen. Andere Fruchtfolgen wechseln die Fläche, lassen die Crawfish bis in den Frühsommer im Wasser oder schieben Sojabohnen oder eine Brache dazwischen.

Die Teiche sind flach, etwa 20 bis 60 Zentimeter tief. Man braucht ebenes Land, das sich gut entwässern lässt, Dämme rundherum und einen tonhaltigen Boden, der das Wasser hält und in den die Tiere ihre Gänge graben. Fluten und Ablassen ahmen nach, was im Becken des Atchafalaya von Natur aus geschieht: Überschwemmung, dann Trockenheit. Brutanlagen sind dafür nicht nötig, denn die Crawfish vermehren sich im Teich selbst.

Wasser aus den Bayous

Reis wächst in Louisiana seit mehr als 300 Jahren, in großem Stil und für den Markt aber erst seit dem späten 19. Jahrhundert. Damals warben Landgesellschaften für die Prärie im Südwesten des Staates mit reichlich Wasser und mildem Klima.

Aquarell eines abgeernteten Reisfelds mit gebogenen Stoppelreihen und kleinen Garben.
Reisernte bei Crowley im September 1938 (Aquarell).

Crowley ist eine Gründung aus dieser Zeit. Ihre Geschichte erzählt die Tourismusstelle von Acadia Parish. Der Händler W. W. Duson aus Rayne kaufte rund 70 Hektar Prärie zwischen Rayne und dem Mermentau River und gewann seinen Bruder C. C. Duson als Partner. Rund 1,6 Kilometer von ihrem Land entfernt lag eine Weiche der Eisenbahn, benannt nach dem Bahnmann Pat Crowley. Die Brüder erreichten, dass sie auf ihr Land verlegt wurde, und gaben der neuen Stadt seinen Namen. 1887 stimmten die Wähler dafür, dass Crowley Sitz der neu gebildeten Acadia Parish wird. Parishes heißen in Louisiana die Verwaltungsbezirke.

Wie Reis auf diesem höher gelegenen Land gedeihen kann, zeigten David Abbott und seine drei Söhne: Sie schöpften mit Eimern Wasser aus den Bayous, um ihre Felder zu bewässern. Salmon Lusk Wright, genannt Sol, kam aus Indiana und züchtete die Sorte Blue Rose, die gut trug und sich gut mahlen ließ. 1893 baute Squire Pickett die erste Reismühle in Crowley.

Aquarell: Historisches hölzernes Pumpenhaus auf Stützen mit einem großen schräg abwärts führenden Rohr.
Ansaugseite der Abbott-Pumpstation am Bayou Plaquemine, historische Ansicht (Aquarell).

Für den ganzen Staat nennt die Chronik der Reisforschungsstation bei Crowley eine Zahl. 1890 erntete Louisiana rund 36.000 Tonnen Reis und überholte damit South Carolina als führenden Reisstaat. Die Bauern arbeiteten anfangs mit Sorten wie Carolina Gold, die damals schon fast 200 Jahre im Anbau waren. Sie sahen, dass sie Sorten für die Bedingungen an der Golfküste brauchten. 1908 genehmigte das Parlament von Louisiana eine Versuchsstation. Im Frühjahr 1909 nahm das US-Landwirtschaftsministerium dort die Arbeit auf, zunächst westlich der Stadt. Heute betreibt das LSU AgCenter die H. Rouse Caffey Rice Research Station östlich von Crowley auf rund 400 Hektar, davon mehr als zwölf Hektar für die Crawfish-Forschung.

Schälen, Polieren, Sortieren

Im September 1938 fotografierte Russell Lee für die Farm Security Administration in der State Rice Mill in Crowley. Eine Aufnahme zeigt zwei große Schälmaschinen mit Trichtern unter einem Holzgebälk, eine andere einen Mann an einem kleinen Polierapparat, der über Riemen angetrieben wird.

Aquarell zweier historischer Reisschälmaschinen mit Trichtern und Holzrohren.
Schälmaschinen in der State Rice Mill in Crowley, September 1938 (Aquarell).

Wie die einzelnen Schritte in einer Reismühle zusammenhängen, beschreibt das Magazin Country Roads am Beispiel der Conrad Rice Mill in New Iberia. Zuerst löst der Schäler die äußere Spelze vom Korn. Dann reiben sich die Körner in einer weiteren Maschine aneinander, bis die Kleieschichten abgehen. Läuft dieser Schritt vollständig durch, entsteht weißer Reis. Zuletzt sortieren Maschinen die gebrochenen Körner aus.

Reis auf dem Teller

In der Küche von Acadiana, der Gegend um Lafayette, liegt der Reis unter dem Gumbo, neben dem Fleisch und sogar in der Wurst. Beim Gumbo ist er der beständige Teil. Meist kommt eine Portion gedämpfter weißer Reis auf den Teller und der Gumbo darüber, manche Familien nehmen stattdessen Süßkartoffel oder Kartoffelsalat. Was über dem Reis liegt, wechselt dagegen von Küche zu Küche. Viele Gumbos beginnen mit einem Roux, einer Mehlschwitze aus Mehl und Fett. Danach kann fast alles hinein, von Gemüse bis zu Meeresfrüchten, Huhn oder Wurst. Es gibt auch Gumbos ganz ohne Roux.

Aquarell: Gumbo mit weißem Reis und Brotstücken in einer weißen Schüssel.
Gumbo mit weißem Reis und Brot (Aquarell). · Vorlage: „Gumbo“ von jeffreyw; als Aquarell bearbeitet (CC BY 2.0)

Viele Menschen in der Region essen mittags ein Plate Lunch: Fleisch, Reis oder eine andere Stärkebeilage mit Soße, zwei Gemüse und ein Stück Brot, oft alles auf einem Teller. Die ersten Plate Lunches gaben vermutlich ländliche Fleischmärkte aus. Die Metzger schmorten übrig gebliebene Stücke in einer Roux-Soße für den nächsten Mittag, dazu kamen Reis und ein Gemüse.

In der Wurst steckt der Reis beim Boudin. Für die Füllung werden Schweinefleisch, Reis und Gewürze gemischt und in eine essbare Hülle gefüllt. Wie viel Leber, Reis und Frühlingszwiebel hineinkommen, entscheidet jeder Betrieb selbst, und so schmeckt jeder Boudin etwas anders. Die meisten drücken die Füllung direkt aus der Hülle, manche streichen sie auf Salzcracker. Paniert und frittiert wird aus der Füllung ein Boudin Ball. Die Tourismusstelle von Acadia Parish stellt einen eigenen Trail mit Betrieben zusammen, die Boudin, Wurst und Cracklin anbieten.

Aquarell: Ganze helle Boudin-Würste liegen in einem geöffneten Edelstahlbehälter.
Boudin-Würste mit Schweinefleisch und Reis (Aquarell). · Vorlage: „Boudin and crackers“ von Southern Foodways Alliance; als Aquarell bearbeitet (CC BY 2.0)

Crawfish kommen in Louisiana zum Beispiel als Étouffée auf den Tisch. Der National Park Service zählt das Abendessen mit Crawfish-Étouffée in seiner Filmreihe über die Esskultur Louisianas zu den Anlässen, bei denen Familien zusammenkommen. In Crowley steht die Étouffée bei Fezzo's über weißem Reis auf der Karte.

Ein Werktag in Crowley

Das Reismuseum von Crowley liegt in einem dreistöckigen Backsteinbau an der North Parkerson Avenue. Ford errichtete ihn 1920 und betrieb darin die Crowley Motor Company, seit 2000 gehört das Haus der Stadt. Neben dem Rathaus sind dort vier Museen untergebracht: das Rice Interpretive Center, ein Museum zur Stadtgeschichte, das Tonstudio des Musikproduzenten J. D. Miller und ein Ford-Museum. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16:30 Uhr, am Freitag nur bis 12 Uhr.

Karte von Crowley mit Reismuseum und Ortskern an der North Parkerson Avenue, Fezzo's an der I-10 und der Besuchsrunde zwischen beiden.

Vom Museum aus lässt sich der historische Ortskern zu Fuß erkunden. Er umfasst mehr als 200 Bauten, darunter viktorianische Wohnhäuser und das Geschäftsviertel. Das Rice Theatre aus den 1940er-Jahren und das Grand Opera House of the South, 1901 von David E. Lyons gebaut, stehen ebenfalls an der North Parkerson Avenue. Beide Häuser bieten Veranstaltungen und Führungen nach Vereinbarung an.

Aquarell: Historische Geschäftsfassaden und das rosa Rice Theatre an einer breiten Straße in Crowley.
North Parkerson Avenue mit dem Rice Theatre in Crowley, historische Ansicht (Aquarell).

Für das Mittagessen bietet sich Fezzo's an der Ausfahrt 80 der Interstate 10 an, knapp vier Kilometer Fahrt nördlich des Museums. Auf der Karte stehen neben der Étouffée zwei Sorten Gumbo und weitere Reisgerichte. Von Montag bis Freitag gibt es zwischen 10 und 14 Uhr ein Mittagsangebot. Karte und Zeiten können sich ändern, deshalb lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben.

Wer in Lafayette übernachtet, kann Crowley als Ausflug von etwa viereinhalb bis fünf Stunden einschließlich Puffer planen. Die ganze Runde ab Lafayette ist rund 82 Kilometer lang, die reine Fahrzeit beträgt gut eine Stunde. Wir rechnen mit etwa einer Stunde im Museum, einer Dreiviertelstunde im Ortskern und einer Stunde für das Mittagessen. Die veröffentlichten Öffnungszeiten des Museums nennen nur Werktage, am Freitag endet der Besuch mittags. Montag bis Donnerstag passen deshalb am besten.

Karte der Strecke von Lafayette nach Crowley über die I-10 mit Rayne, Duson und Scott, dazu die US 90; eine Linie zeigt den Ausflug ab Lafayette, ein Kreis den Ausgangspunkt.

Einmal im Jahr feiert Crowley den Reis. Das International Rice Festival findet am dritten vollständigen Wochenende im Oktober statt. Zum Programm gehören zwei Paraden und Wettbewerbe wie der Rice Eating Contest.

Fragen und Antworten

Wann werden Crawfish auf den Reisfeldern geerntet?

Im Wechsel Reis, Crawfish, Reis wird das Feld nach der Reisernte im Herbst geflutet. Gefangen wird über Herbst, Winter und frühes Frühjahr, bis das Wasser im Frühjahr vor der nächsten Reissaat abgelassen wird. In anderen Fruchtfolgen kann die Ernte bis in den Frühsommer reichen.

Womit wird Gumbo serviert?

Meist über gedämpftem weißem Reis. Manche Familien essen ihn stattdessen mit Süßkartoffel oder Kartoffelsalat.

Was ist Boudin?

Eine Wurst aus Schweinefleisch, Reis und Gewürzen in einer essbaren Hülle. Leber, Reis und Frühlingszwiebel mischt jeder Betrieb in eigenem Verhältnis. Paniert und frittiert wird aus der Füllung ein Boudin Ball.

Wann ist das Reismuseum in Crowley geöffnet?

Regulär von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16:30 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Zeiten können sich ändern; vor dem Besuch lohnt ein Blick auf die aktuellen Angaben.

Wann ist das Reisfest in Crowley?

Das International Rice Festival findet jedes Jahr am dritten vollständigen Wochenende im Oktober statt. Das genaue Datum für das eigene Reisejahr nennt der Veranstalter.

Weiterführende Informationen

  1. Acadia Parish Tourism: History
  2. Acadia Parish Tourism: Crowley Motor Co. & Ford Building
  3. Acadia Parish Tourism: Specialty Meats & Cracklin Trail
  4. LSU AgCenter: History of the H. Rouse Caffey Rice Research Station
  5. LSU AgCenter: H. Rouse Caffey Rice Research Station
  6. LSU AgCenter: Crawfish Production Manual, Chapter 3
  7. LSU AgCenter: Relaying: An Intercropping Approach to the Co-Culture of Crawfish and Rice (Bulletin 862)
  8. LSU AgCenter: Louisiana Rice Production Handbook
  9. U.S. Department of Agriculture: Crawfish harvest in Acadia Parish (Foto Lance Cheung)
  10. Lafayette Travel: Gumbo
  11. Lafayette Travel: Plate Lunch
  12. Lafayette Travel: Cajun Boudin Trail
  13. National Park Service, Jean Lafitte National Historical Park and Preserve: Louisiana Foodways
  14. Country Roads Magazine: Made in Louisiana: Konriko Rice
  15. International Rice Festival: About
  16. Fezzo's: Fezzo's Crowley

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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