Great Smoky Mountains: Jahreszeiten zwischen Kuwohi und Cades Cove
Der Great Smoky Mountains National Park liegt auf beiden Seiten der Grenze zwischen Tennessee und North Carolina und reicht von 267 Metern bis auf 2.025 Meter am Kuwohi (früher Clingmans Dome). Von dieser Höhe hängt ab, wann sich das Laub färbt, wo Schnee liegt und welche Straße offen ist.

Die ersten Bäume, die sich im Herbst färben, stehen ganz oben. In den Hochlagen, wo das Klima dem des Nordostens der USA ähnelt, beginnen Gelbbirken und Amerikanische Buchen manchmal schon Mitte September. Oberhalb von rund 1.200 Metern zeigen sich die Farben meist Anfang bis Mitte Oktober. Darunter liegt die stärkste Färbung häufig zwischen Mitte Oktober und Anfang November, dann bei Zuckerahorn, Rotahorn, Scharlacheiche und Tulpenbaum. So wandert die Farbe über mehrere Wochen vom Kamm in die Täler. Wann sie an einer bestimmten Stelle am kräftigsten ist, hängt von vielen Umweltfaktoren ab und lässt sich nur schwer vorhersagen.
Den Tag der stärksten Färbung kann also niemand festlegen, wohl aber die Höhe, in der man sie sucht. Wer früh im Herbst kommt, findet die ersten Farben oben an der Newfound Gap Road und am Kuwohi. Wer gegen Ende Oktober kommt, findet sie eher in den Tälern, etwa in Cades Cove.
Oktober: Farbe, Andrang und ein zweites Ziel
Kein Monat bringt mehr Besucher in den Park als der Oktober. Fahrzeiten können dann deutlich länger werden, manchmal um Stunden, und an bekannten Zielen sind die Parkplätze früh voll. Der Park rät deshalb, ein zweites Ziel im Kopf zu haben und weniger besuchte Gegenden einzuplanen. Die Einbahnrunde durch Cades Cove und der Roaring Fork Motor Nature Trail sind im Herbst stark befahren. Ausweichen kann man auf den Foothills Parkway, der knapp außerhalb der Parkgrenze verläuft, oder auf der Seite von North Carolina auf den Lakeview Drive, eine ruhige Strecke, die von Bryson City aus mit Blick auf den Fontana Lake ansteigt.
Das Wetter spielt in dieser Zeit meist mit. Der Herbst ist die trockenste Zeit des Jahres, warme Tage wechseln mit kühlen Nächten. Erste Fröste gibt es oft Ende September, im November liegen die Tiefstwerte meist um den Gefrierpunkt, und in den Hochlagen kann dann schon Schnee fallen.

Parken mit Plakette
Jedes Fahrzeug, das irgendwo im Park länger als 15 Minuten steht, braucht eine Parkplakette. Es gibt sie für einen Tag, eine Woche oder ein Jahr. Sie gilt jeweils für ein Fahrzeug und trägt dessen Kennzeichen. Tages- und Wochenplaketten gibt es vor Ort in Besucherzentren und Läden, an Automaten, die nur Kreditkarten annehmen, oder online. Wer sie online kauft, druckt sie selbst aus. Sie liegen gut sichtbar auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts. Die Jahresplakette lässt sich online bestellen und zuschicken oder vor Ort kaufen, sie gehört unten auf der Beifahrerseite an die Windschutzscheibe. Eine digitale Fassung wird nicht anerkannt. Nationalparkpässe wie der Senior Pass oder der Access Pass ersetzen die Plakette nicht, und einen freien Parkplatz garantiert sie nicht.
Wer mit dem Mietwagen kommt, kauft die Plakette erst, wenn das Kennzeichen feststeht, also am Automaten oder vor Ort in einem Laden. Fahrzeuge mit einem staatlich ausgestellten Behindertenparkausweis oder einem entsprechenden Kennzeichen brauchen keine Plakette. Für einige weitere Fälle, etwa Schulgruppen, gibt es auf Antrag Ausnahmeplaketten.
Oben kälter und nasser
Zwischen dem Fuß der Berge und den Gipfeln kann die Temperatur um 6 bis 11 Grad auseinanderliegen. Ein klarer Himmel im Tal heißt nicht, dass es oben ebenso freundlich ist. Im Tiefland fallen im Jahr rund 140 Zentimeter Regen, auf dem Kuwohi 216 Zentimeter. Noch deutlicher zeigen es die Monatsmittel für Schnee: Für Gatlinburg in tiefer Lage verzeichnet die Tabelle im März nur Spuren, für den Kuwohi rund 66 Zentimeter.

Am Gipfel sind Wolken, Niederschlag und Kälte häufig. Wer hinauffährt, packt deshalb Kleidung für mehrere Schichten ein und auch im Sommer eine Jacke.
Kuwohi und Newfound Gap
Über den hoch gelegenen Pass Newfound Gap verbindet die Newfound Gap Road, die US 441, die Seite des Parks in Tennessee mit der in North Carolina. Durch den Fichten-Tannen-Wald dieser Höhenlage führen der Appalachian Trail und weitere Wege. Von der Passstraße zweigt die Kuwohi Road ab und endet an einem kleinen Besucherzentrum.

Vom Parkplatz führt ein befestigter, aber sehr steiler Weg zum Aussichtsturm, hin und zurück 1,6 Kilometer. Der Turm wurde 1959 gebaut und ist knapp 14 Meter hoch. Über eine gut 114 Meter lange Rampe steigt man allmählich zur Plattform hinauf. Der Turm entstand im Programm Mission 66, mit dem der Nationalparkdienst zwischen 1955 und 1966 Planung und Bauten der Parks erneuerte. Nur neun Aussichtstürme wurden in diesem Programm gebaut, und dieser diente als Vorbild für den Turm am Look Rock und den in Shark Valley in den Everglades. Wenn das Wetter es zulässt, reicht der Blick von der Plattform rundum.

Der Andrang am Kuwohi ist groß, Parkplätze sind knapp. Als andere Wanderungen nennt der Park den Weg zum Look Rock Tower, 1,3 Kilometer hin und zurück, und die Wanderung nach Andrews Bald, 5,8 Kilometer. Die Kuwohi Road ist im Winter geschlossen und kann auch in der übrigen Zeit bei Schnee, Eis oder Unwetter gesperrt werden. Die Toiletten am Parkplatz schließen im Winter ebenfalls. Die Öffnungstermine der Straße werden jedes Jahr neu festgelegt.
Winter in Tal und Höhe
Wer im Winter über den Pass fährt, kann zwei Jahreszeiten an einem Tag erleben: Dass es in den Tälern warm ist und oben Schnee liegt, ist in dieser Zeit nicht ungewöhnlich. In den tieferen Lagen fallen nur ein- bis fünfmal im Jahr mindestens 2,5 Zentimeter Schnee. In den Bergen schneit es häufiger, am ehesten im Januar und Februar, und ein einzelner Sturm kann dort bis zu rund 60 Zentimeter bringen. Oben sind dann auch Nächte mit bis zu minus 29 Grad möglich. Insgesamt ist der Winter von Mitte November bis Februar aber meist gemäßigt. An etwa der Hälfte der Tage steigt das Thermometer auf 10 Grad oder mehr.

Die Newfound Gap Road, die Little River Road und die Cades Cove Loop Road sind das ganze Jahr geöffnet, wenn das Wetter es zulässt. Im Winter bleiben die Täler und die Passstraße also bei passendem Wetter erreichbar, der Turm auf dem Kuwohi mit dem Auto nicht.
Frühjahr und Sommer
Im Frühjahr hängt die passende Kleidung davon ab, wie hoch man hinauffährt. Ab Mitte April wird es tagsüber meist 21 bis 26 Grad warm, und in den tieferen Lagen friert es nachts dann nur noch selten. Weiter oben kommt Nachtfrost noch vor, und im März kann in den Hochlagen jederzeit Schnee fallen. Wer zum Kuwohi fährt, nimmt deshalb auch an einem sonnigen Tag warme Schichten mit, denn bis in den Mai bleibt das Wetter unberechenbar und kann binnen weniger Stunden in Schneeschauer umschlagen. Der Regen im April, im Mittel mehr als 10 Zentimeter, fällt meist als Schauer am Nachmittag. Dafür gehört ein Regenschutz ins Gepäck.

Im Sommer spricht die Höhe für einen Ausflug nach oben. In den Tälern steigen die Höchstwerte im Juli und August auf gut 32 bis 37 Grad, dazu kommen Dunst und Schwüle. Auf dem 2.010 Meter hohen Mount Le Conte dagegen werden Temperaturen über rund 27 Grad nur äußerst selten erreicht. Am Nachmittag ziehen häufig Schauer und Gewitter auf. Schwere Unwetter, auch Tornados, kommen im Park vor allem im Frühjahr und Sommer vor.
Cades Cove: Tal, Einbahnstraße und Blockhäuser
Cades Cove ist ein Tal südlich von Townsend in Tennessee, ringsum von Bergen umgeben. Eine Einbahnstraße von rund 18 Kilometern führt um das Tal herum. Sie ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang offen, wenn das Wetter es zulässt. Für die Runde rechnet man mindestens zwei bis vier Stunden, mit Wanderungen länger. Im Sommer, im Herbst und an Wochenenden das ganze Jahr ist viel Verkehr.
Über Jahrhunderte jagten Cherokee in Cades Cove, größere Siedlungen haben Archäologen dort aber nicht gefunden. Die ersten Siedler europäischer Herkunft kamen zwischen 1818 und 1821, und schon 1830 lebten 271 Menschen im Tal. An der Runde stehen heute drei Kirchen, eine noch arbeitende Getreidemühle, Scheunen und Blockhäuser.

Das erste historische Gebäude an der Strecke ist auch das älteste: das Blockhaus von John Oliver. Er kam 1818 mit seiner Frau Lucretia und der kleinen Tochter Mary, genannt Polly, ins Tal. Die Cherokee waren damals in der Gegend, und nach Lucretia Olivers Aussage überstand die Familie den ersten Winter nur, weil Cherokee ihr Nahrung gaben. Das heute erhaltene Haus ist das zweite der Familie und entstand in den 1820er-Jahren. Vom Parkplatz am Straßenrand, wo es nur wenige Plätze gibt, führt ein Weg von 0,5 Kilometern hin und zurück zum Haus. Er ist fast ganz befestigt, weitgehend eben und auch für Rollstühle und Kinderwagen geeignet, am Haus geht er in festen Kies über.

Mittwochs ohne Autos
In einem Teil des Jahres, in der Regel von Mai bis September, ist die Runde mittwochs ganztägig für Kraftfahrzeuge gesperrt und gehört Fußgängern und Radfahrern. Die genauen Termine werden für jedes Jahr festgelegt. Picknickplatz, Reitstall und Laden bleiben geöffnet, der Campingplatz für Gäste mit Reservierung ebenfalls. Am Laden gibt es einen Radverleih, an dem man oft warten muss. Morgens sind die Parkplätze schnell belegt. Wer dann abgewiesen wird, kann später wiederkommen.
Wegen des Geländes dauert der Rückweg zum Auto oft länger als erwartet, und Mobilfunkempfang gibt es kaum. Essen, Wasser und Verbandszeug gehören deshalb ins Gepäck. Für alle Räder gilt höchstens 32 km/h, E-Bikes sind nur in den Klassen 1 und 2 erlaubt, und Kinder unter 16 Jahren müssen einen Helm tragen. Wer an einem solchen Mittwoch lieber fährt, nimmt die Little River Road entlang des Flusses, den Roaring Fork Motor Nature Trail oder den Foothills Parkway.
Welche Jahreszeit für welches Ziel
Für die Planung zählt neben der Jahreszeit vor allem, wie weit man mit dem Auto hinaufkommt. Ist die Kuwohi Road geöffnet, erreicht man von der Passstraße aus den Parkplatz unterhalb des Turms. Ist sie geschlossen, bleiben bei passendem Wetter die Newfound Gap Road, die Little River Road und Cades Cove. Wer im Herbst nach der Farbe fährt, wählt die Höhe passend zum Termin und nimmt im Oktober zu jedem Ziel ein zweites mit, weil die Parkplätze früh voll sind.
Termine der Kuwohi Road und der autofreien Mittwoche, Sperrungen und der Straßenzustand werden laufend bekanntgegeben. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben für den Reisetermin.
Fragen und Antworten
Wann färbt sich das Laub in den Great Smoky Mountains?
Zuerst oben: In den Hochlagen beginnt die Färbung manchmal schon Mitte September, oberhalb von rund 1.200 Metern meist Anfang bis Mitte Oktober. In den tieferen Lagen liegt die stärkste Färbung häufig zwischen Mitte Oktober und Anfang November. Genaue Termine lassen sich nur schwer vorhersagen.
Kann man im Winter zum Kuwohi fahren?
Nein. Die Kuwohi Road ist im Winter geschlossen und kann auch sonst bei Schnee, Eis oder Unwetter gesperrt werden. Die Newfound Gap Road über den Pass ist dagegen ganzjährig geöffnet, wenn das Wetter es zulässt.
Wie viel kälter ist es oben als im Tal?
Der Unterschied zwischen Tal und Gipfel kann 6 bis 11 Grad betragen. Am Kuwohi sind Wolken, Niederschlag und Kälte häufig, deshalb gehört auch im Sommer eine Jacke ins Gepäck.
Braucht man im Park eine Parkplakette?
Ja, für jedes Fahrzeug, das länger als 15 Minuten im Park parkt. Die Plakette trägt das Kennzeichen und muss als Papier sichtbar sein: Tages- und Wochenplaketten liegen auf dem Armaturenbrett, die Jahresplakette kommt an die Windschutzscheibe. Nationalparkpässe wie der Senior Pass ersetzen sie nicht. Fahrzeuge mit staatlich ausgestelltem Behindertenparkausweis oder entsprechendem Kennzeichen sind ausgenommen.
Wann ist Cades Cove für Autos gesperrt?
Mittwochs in einem Teil des Jahres, in der Regel von Mai bis September. Die genauen Termine werden jedes Jahr festgelegt. Sonst ist die Einbahnstraße täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang offen, wenn das Wetter es zulässt.
Wie lang ist der Weg zum Aussichtsturm auf dem Kuwohi?
Hin und zurück 1,6 Kilometer auf einem befestigten, aber sehr steilen Weg vom Parkplatz. Am Turm führt eine gut 114 Meter lange Rampe auf die Plattform.
Weiterführende Informationen
- National Park Service: Weather
- National Park Service: Seasonal Road Schedule
- National Park Service: Fees & Passes
- National Park Service: Fall Colors
- National Park Service: Cades Cove
- National Park Service: Cades Cove Vehicle-Free Days
- National Park Service: Auto Touring
- National Park Service: Operating Hours & Seasons
- National Park Service: Kuwohi & Newfound Gap Area
- National Park Service: Kuwohi Observation Tower
- National Park Service: Hike to Kuwohi
- National Park Service: John Oliver Place
- National Park Service: Walk to John Oliver Cabin
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
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Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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