Portland Japanese Garden: Mehrere Gartenstile auf einem Hang lesen
Im Portland Japanese Garden liegen mehrere japanische Gartenstile nebeneinander: ein Garten, der von einem einzigen Standpunkt aus betrachtet wird, ein Garten aus Sand und Stein und Gärten, die man umrundet. Für den Besuch braucht man ein Ticket mit Einlasszeit.

Takuma Tono, Professor an der Landwirtschaftlichen Universität Tokio, legte den Portland Japanese Garden als Folge verschiedener Gartenstile an, die unterschiedliche Epochen der japanischen Gartenkunst zeigen. Nach Angaben des Betreibers weicht der Garten damit von der Praxis in Japan ab, wo ein Garten meist einem einzigen Stil folgt. Tono habe kein Meisterwerk schaffen, sondern eine einführende Auswahl von Gärten anbieten wollen, erklärte Sadafumi Uchiyama, damals Chefkurator des Gartens, in einem 2022 veröffentlichten Interview. Für den Besuch heißt das: Man geht durch mehrere Gärten, und jeder verlangt eine etwas andere Art hinzusehen.
Vom alten Zoo zum Garten

Das Gelände im Washington Park, oberhalb des städtischen Rosengartens, war früher der Standort des Zoos. Nachdem dieser 1959 umgezogen war, blieb der steile Hang nach Angaben des Betreibers ungenutzt. 1961 wurde das Gelände dem geplanten japanischen Garten gewidmet, 1963 gründeten Bürger der Stadt die Organisation, die ihn bis heute betreibt. Tonos Plan sah fünf Gartenstile auf gut zwei Hektar vor. Im Sommer 1967 öffnete der Garten für das Publikum.
Der Betreiber ist eine private, gemeinnützige Organisation, die das Land von der Stadt Portland pachtet. Der Rosengarten nebenan ist dagegen ein eigener, eintrittsfreier Park der Stadt.
Heute spricht der Betreiber von acht Gartenräumen. Zu Tonos ursprünglichen Gärten sind spätere hinzugekommen, darunter der Entry Garden am Fuß des Hügels, ein kleiner Hofgarten im Cultural Village und eine Bonsai-Terrasse.
Der Aufstieg: Entry Garden
Der Weg in den Garten beginnt am Fuß des Hügels, im Entry Garden mit seinen gestuften Teichen. Ein terrassierter Steinweg führt von dort durch Wald nach oben. Das Bachbett daneben führt laut Betreiber nur bei Regen Wasser.
Das Antique Gate am Fuß dieses Aufgangs ist nach Angaben des Betreibers etwa 200 Jahre alt und stammt aus Sapporo, der japanischen Partnerstadt Portlands. Der Aufstieg ist steil und nicht befestigt. Wer ihn vermeiden will, fährt mit dem kostenlosen Shuttlebus vom Welcome Center hinauf. Er hält im Cultural Village nahe der Zagunis Castle Wall und fährt nicht weiter in den Garten hinein.
Das Cultural Village von Kengo Kuma

Im April 2017 eröffnete der Garten eine Erweiterung. Ihr Mittelpunkt ist das Cultural Village, ein kleines Dorf aus drei Gebäuden des japanischen Architekten Kengo Kuma. Dort liegen Ausstellungsräume, ein Café und ein Hofgarten im Stil tsubo-niwa, der auf sehr kleiner Fläche die Grundelemente Stein, Wasser und Pflanzen vereint.
Die Westseite des Dorfes begrenzt eine rund 5,6 Meter hohe und 56 Meter lange Stützmauer aus Naturstein, die Zagunis Castle Wall. Gebaut wurde sie mit traditionellen Handwerkzeugen unter der Leitung von Suminori Awata, einem Steinmetzmeister in 15. Generation. Laut Betreiber ist es die erste Mauer dieser Art außerhalb Japans.
Flat Garden: ein Bild von einem Standpunkt aus
Der Flat Garden, japanisch hira-niwa, ist nach Angaben des Betreibers zum Anschauen gemacht, nicht zum Betreten, und auf einen einzigen Blickpunkt angelegt: aus dem Pavillon durch die Schiebetüren aus Papier, die Shoji, oder von dessen Veranda aus. Auf den ersten Blick ist das eine weiße Fläche mit etwas Grün. Die einzelnen Teile stehen aber jeweils für etwas. Weißer Sand ist flach in der Form eines Teiches ausgelegt. Nach Tonos Beschreibung, die der Betreiber in redigierter Form veröffentlicht, liegen darin ein grüner Moosring und eine Form wie ein Flaschenkürbis. Der Ring steht für Erleuchtung oder vollkommenen Charakter, der Kürbis für Glück.
Die Gestaltung greift alle vier Jahreszeiten auf. Für den Herbst steht ein geschlitztblättriger Fächerahorn, den der Betreiber als mehr als hundert Jahre alt beschreibt, für den Frühling eine Hängekirsche.
Vom Pavillon aus reicht der Blick nach Osten, sofern die Sicht es zulässt, bis zum Vulkan Mount Hood. Diese Einbeziehung einer entfernten Landschaft heißt in der japanischen Gartenkunst shakkei, geborgte Landschaft. Als Beispiel dafür nennt der Garten selbst den Blick von der Ostveranda.
Sand and Stone Garden: leerer Raum

Noch strenger ist der Sand and Stone Garden. Er folgt dem Stil karesansui, wörtlich trockene Landschaft, der laut Betreiber in der späten Kamakura-Zeit entstand. Solche Gärten werden oft Zen-Gärten genannt. Der Betreiber hält karesansui für den genaueren Begriff und erklärt, solche Gärten seien zum Betrachten gedacht gewesen, nicht als Ort der Meditation.
Der Betreiber nennt das zugrunde liegende Prinzip yohaku-no-bi, die Schönheit des leeren Raums. Nach diesem Gedanken trägt die freie, geharkte Fläche zwischen den Steinen die Gestaltung ebenso wie die Steine selbst.
Strolling Pond und Tea Garden: Gärten zum Gehen

Der größte Garten, der Strolling Pond Garden, ist dagegen zum Umrunden angelegt. Ein Bach verbindet einen oberen und einen unteren Teich. Über den oberen spannt sich die gewölbte Moon Bridge, die Ende der 1980er Jahre der Handwerker Robert C. Burbank baute. Über den unteren führt eine Zickzackbrücke aus Holz, eine yatsuhashi, durch Irisbeete bis vor einen Wasserfall. Historisch gehörten solche Wandelgärten laut Betreiber zu den Anwesen von Adligen und Fürsten der Edo-Zeit (1603–1867).
Auch der Tea Garden ist zum Gehen angelegt: als ritueller Weg zum Teehaus. Er hat einen äußeren und einen inneren Teil. Durch beide führt ein Pfad aus Trittsteinen zum Teehaus Kashintei. Im äußeren Garten warten die Gäste in einem kleinen Wartehäuschen, im inneren steht das Wasserbecken, japanisch tsukubai. Das Teehaus wurde nach Angaben des Betreibers 1968 in Japan gebaut, zerlegt verschifft und in Portland wieder aufgebaut.
Natural Garden: der modernste der ersten fünf
Tono plante als fünften Garten einen Moosgarten. An seiner Stelle liegt heute der Natural Garden, den der Betreiber als modernsten der ursprünglichen fünf beschreibt. Hier wachsen viele Pflanzen, die in japanischen Gärten sonst nicht üblich sind, etwa der im Nordwesten der USA heimische Weinahorn. Die Bepflanzung ist überwiegend laubabwerfend und auf den Wechsel der Jahreszeiten angelegt.
Was die Folge der Gärten zeigt
Tono wollte keinen einzelnen Mustergarten bauen, sondern eine Einführung in mehrere Stile. Im Rundgang lässt sich das an einfachen Unterschieden ablesen: Den Flat Garden betrachtet man von einem festen Punkt aus, den Sand and Stone Garden, ohne die geharkte Fläche zu betreten, den Strolling Pond Garden umrundet man, und der Tea Garden ist ein Weg zu einem Ziel. Die späteren Teile, vom Entry Garden bis zu Kengo Kumas Dorf, ergänzen diese Folge, ohne sie zu ersetzen.
Den Besuch planen
Tickets gelten für eine Einlasszeit und sind online bis zu zehn Tage im Voraus buchbar. Der Garten empfiehlt, vorab zu buchen, weil Einlasszeiten ausverkauft sein können. Tickets werden nicht erstattet, lassen sich aber bis 24 Stunden vorher umtauschen. Für die gesamte Runde brauchen die meisten Besucher laut Betreiber je nach Tempo anderthalb bis zwei Stunden.
Zu den Hausregeln gehört, auf den Wegen zu bleiben und weder Moos noch geharkten Sand zu betreten. Damit gilt für Moos und Sand im ganzen Garten, was der Betreiber für den Flat Garden beschreibt: Sie sind zum Anschauen da, nicht zum Betreten. Koi dürfen weder berührt noch gefüttert werden. Außer Wasser sind Essen und Getränke im Garten nicht erlaubt. Fotografieren für private Zwecke ist gestattet, Porträtfotografie dagegen nicht. Wer ein Stativ benutzt, zahlt wegen der schmalen Wege eine Gebühr.
Nicht alle Bereiche sind nach den Vorgaben des US-Gesetzes ADA (Americans with Disabilities Act) barrierefrei. Mit Rollstuhl oder Kinderwagen nicht erreichbar sind laut Betreiber der Natural Garden und der Sand and Stone Garden. Vom Welcome Center, wo es die Tickets gibt, fährt ein kostenloser Shuttlebus hinauf zum Cultural Village.
Für Blüte und Herbstfärbung nennt der Betreiber eine grobe zeitliche Orientierung: Kirschblüte etwa von März bis Mitte April, Herbstfärbung von Ende Oktober bis Anfang November. Er betont selbst, dass sich die Zeiten je nach Wetter stark verschieben.
Fragen und Antworten
Braucht man für den Portland Japanese Garden ein Ticket mit Uhrzeit?
Ja. Nach Angaben des Betreibers, Stand Oktober 2026, sind Tickets an eine Einlasszeit gebunden und online bis zu zehn Tage vorher buchbar. Sie werden nicht erstattet, lassen sich aber bis 24 Stunden vor dem gebuchten Termin umtauschen.
Was kostet der Eintritt?
Nach Angaben des Betreibers, Stand Oktober 2026, zahlen Erwachsene 22,50 US-Dollar, Besucher ab 65 Jahren 19,50, Studenten mit Ausweis 18,50 und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 16,50 US-Dollar. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt. Besucher mit eingeschränkter Mobilität erhalten fünf US-Dollar Nachlass.
Wie kommt man ohne Auto hin?
Mit der Buslinie 63 des Verkehrsverbunds TriMet, die laut Betreiber ganzjährig zwischen dem Pioneer Courthouse Square in der Innenstadt und den Gärten im Washington Park fährt. Alternativ mit der Stadtbahn MAX (Red oder Blue Line) bis zur Station Washington Park und weiter mit dem kostenlosen Explore Washington Park Shuttle, dessen Fahrzeiten sich nach der Saison richten. Die Parkplätze am Garten sind gebührenpflichtig und oft knapp.
Ist der Garten barrierefrei?
Nur teilweise. Laut Betreiber sind der Flat Garden mit Blick auf den Sand and Stone Garden, die Pavillon-Galerie und das Cultural Village nach ADA zugänglich, der Natural Garden und der Sand and Stone Garden dagegen nicht mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Vom Welcome Center fährt ein kostenloser Shuttle zum Cultural Village. Einer der beiden Busse ist rollstuhlgerecht. Rollstühle verleiht der Garten derzeit nicht.
Weiterführende Informationen
- Portland Japanese Garden: History
- Portland Japanese Garden: 60 Years of Harmony and Peace
- Portland Japanese Garden: The Garden Explained by Professor Tono
- Portland Japanese Garden: Garden Spaces
- Portland Japanese Garden: Flat Garden
- Portland Japanese Garden: Sand and Stone Garden
- Portland Japanese Garden: Strolling Pond Garden
- Portland Japanese Garden: Tea Garden
- Portland Japanese Garden: Natural Garden
- Portland Japanese Garden: The Entry Garden
- Portland Japanese Garden: Pavilion
- Portland Japanese Garden: Tsubo-Niwa
- Portland Japanese Garden: Cultural Village
- Portland Japanese Garden: Hours & Admission
- Portland Japanese Garden: Accessibility
- Portland Japanese Garden: Visitor FAQs
- Portland Japanese Garden: Getting Here
- Portland Parks & Recreation: Washington Park
- Portland Japanese Garden: Visitor Guide (März 2026, PDF)
- American Society of Landscape Architects (The Dirt): Interview with Sadafumi Uchiyama: Designing Peace and Harmony
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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