Seen aus Lava und Eis am Cascade Lakes Highway
Westlich von Bend führt der Cascade Lakes Scenic Byway in Oregon am Mount Bachelor vorbei zu Seen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Einen hat Lava aufgestaut, einer liegt in einem Gletscherkar, einer über hellem Bims, andere hinter Staudämmen. Diese Unterschiede helfen bei der Wahl der Halte und bei der Frage, ob man nach dem Elk Lake umkehrt oder bis zur OR 58 weiterfährt.

Vor etwa 10.000 Jahren flossen Laven aus der Vulkankette des Mount Bachelor in das Tal des oberen Deschutes River und versperrten ihm den Weg. So entstand Sparks Lake, ein flacher See auf gut 1.650 Metern Höhe. Er ist der erste der hoch gelegenen Seen, die man vom Cascade Lakes Highway aus sieht. Sein Ufer besteht zu einem großen Teil aus zackiger Lava, im Norden schließt eine weite, nasse Wiese an. Vom Ufer blickt man auf den South Sister, den Mount Bachelor und den Broken Top.
Von Bend bis zur OR 58
Der Byway beginnt am Westrand von Bend, wo die OR 372 in Richtung Mount Bachelor ansteigt. Schilder und Karten nennen die Straße auch Cascade Lakes Highway oder Century Drive. Der zweite Name stammt aus der Zeit, als die Strecke eine unbefestigte Rundstrecke von rund 160 Kilometern war. In Meilen gemessen waren es 100, daher „Century“. Hinter dem Mount Bachelor wendet sich die Straße, nun mit der Nummer 46, nach Süden. Sie endet an der Crescent Cutoff Road, und über diese erreicht man nach gut fünf Kilometern die OR 58 bei Crescent Lake und Odell Lake. Die Federal Highway Administration gibt die Länge des Byways mit rund 106 Kilometern an. Wo genau diese Strecke beginnt und endet, nennt sie nicht.

Befahrbar ist der Byway nur in der warmen Jahreshälfte. Im Winter ist die Straße jenseits des Mount Bachelor gesperrt. Das Deschutes County räumt sie meist ab Ende März oder Anfang April und will sie vor dem Memorial Day öffnen. Ob das gelingt, hängt von Schnee und Wetter ab. Als Reisezeit empfiehlt das Verkehrsministerium von Oregon Juni bis Oktober. Tankstellen gibt es nur in Bend und an einigen Resorts.
Quartier für beide Varianten ist Bend. Wer vor der Fahrt mehr über die Landschaft wissen will, findet an der US 97 zwei Anlaufstellen: das High Desert Museum mit Ausstellungen zur Natur- und Kulturgeschichte der Gegend und Freigehegen mit lebenden Tieren, außerdem das Lava Lands Visitor Center mit Karten und Informationen. Beide liegen nicht am Byway, ihre Zeit ist in den Rechnungen weiter unten nicht enthalten.
Hinauf zum Mount Bachelor
Die Kaskaden halten feuchte Luft vom Pazifik ab. Bend liegt auf ihrer Ostseite im Regenschatten und hat ein trockenes, sonniges Klima. Am Anfang der Strecke wachsen Ponderosa-Kiefern, wie sie für die Ostseite des Gebirges typisch sind. Weiter oben mischen sich Tannen und Hemlocktannen darunter. Einige Kilometer hinter der Grenze des Deschutes National Forest sieht man von der Straße aus einen großen Lavastrom, der den Lauf des Deschutes verändert hat. Der Fluss lag einst viele Kilometer weiter östlich. Nach geologischen Untersuchungen drängten ihn Lavaströme des wachsenden Newberry-Vulkans nach und nach nach Westen an seinen heutigen Ort.
Rund 34 Kilometer westlich von Bend steht der Mount Bachelor, ein Vulkankegel von gut 2.760 Metern. Von Dutchman Flat an seinem Fuß blickt man auf den Broken Top mit knapp 2.800 Metern und die Three Sisters, zu denen der gut 3.150 Meter hohe South Sister gehört. In der letzten Eiszeit schnitten Gletscher tief in die Vulkankegel der Gegend. Am Broken Top liegt das Innere eines Schichtvulkans ungewöhnlich weit offen.

Lava, Eis und Bims
Wie verschieden die Seen dieser Gegend sind, zeigt sich auf wenigen Kilometern. Den Sparks Lake hat Lava aufgestaut, der Todd Lake liegt in einer Mulde, die ein Gletscher ausgeschürft hat, und der Devils Lake liegt über hellem Bims. Weiter südlich folgen ein See ohne Abfluss, die Quelle eines Flusses und Stauseen hinter Dämmen.

Zuerst kommt der Todd Lake, ein Abstecher für alle, die mehr Zeit haben. Knapp 39 Kilometer hinter Bend zweigt eine Forststraße ab. Nach knapp einem Kilometer ist der Parkplatz erreicht, von dort ist es ein kurzer Fußweg zum See. Der See liegt in einem Kar, einer vom Gletscher ausgeschürften Mulde, die vermutlich vor etwa 13.000 Jahren zuletzt vereist war. Mit gut 1.870 Metern ist er der höchste der Seen westlich des Mount Bachelor. Motorboote sind verboten, Kröten und Frösche am Ufer stehen unter Schutz. Bis 1922 hieß der See Lost Lake, weil er schwer zu finden war. Da es weitere Seen dieses Namens gab, baten Bürger aus Bend um eine Umbenennung. Seither erinnert der Name an John Y. Todd, einen frühen Siedler.
Sparks Lake, der durch Lava aufgestaute See, liegt gut 42 Kilometer von Bend entfernt. Eine Stichstraße führt zur Bootsrampe mit einem Picknickplatz. Dort beginnt der Ray Atkeson Loop, ein befestigter Lehrpfad, benannt nach dem Fotografen Ray Atkeson, der den See besonders gern fotografierte. Vom Weg aus sieht man über das Wasser zum South Sister. Im hohen Gras der Wiese verlaufen schmale, verdeckte Wasserrinnen, in die man leicht hineintritt. Im Frühsommer gibt es hier viele Mücken und Stechfliegen. Seinen Namen trägt der See nach Lige Sparks, einem Viehzüchter aus der Pionierzeit.

Nach etwa 47 Kilometern zweigt man nach links zum Devils Lake ab. Sein klares, smaragdgrünes Wasser liegt über einem flachen Grund aus hellem Bims, sodass Boote auf der Oberfläche zu schweben scheinen. Motorboote sind nicht erlaubt. Vom benachbarten Devils Hill stammt ein Stück Gestein, das der Astronaut James Irwin bei der Mission Apollo 15 auf dem Mond zurückließ. Schon in den 1960er-Jahren hatten Astronauten in den Lavafeldern der Gegend für die Mondlandungen geübt. Viel älter sind die Spuren am Hügel selbst. Archäologen fanden Hinweise auf Lager der Indianer und Felsbilder, die Tausende Jahre alt sind.

Am Devils Lake beginnen auch Wege in die Three Sisters Wilderness, darunter der Aufstieg zum South Sister. Stark genutzt ist zudem der Green Lakes Trailhead kurz hinter der Abzweigung zum Sparks Lake. Wer von diesen beiden Ausgangspunkten in die Wilderness wandert, braucht zwischen dem 15. Juni und dem 15. Oktober eine Genehmigung, auch für einen einzelnen Tag. Ihre Zahl ist begrenzt, gebucht wird sie vorab über Recreation.gov. Für Tagesbesuche gibt es außerdem Zugänge, an denen eine kostenlose Genehmigung zum Selbstausfüllen genügt. Auch der Todd Lake Trail führt in die Wilderness und braucht die gebuchte Genehmigung, der Rundweg am See dagegen nicht.
Elk Lake und die Quelle des Deschutes
Hinter dem Devils Lake führt die Straße nach Süden. Gut 55 Kilometer von Bend entfernt liegt am Südende des Elk Lake ein Sandstrand, an dem im Sommer viele baden. Am See gibt es ein Resort mit Marina, Lodge und Bootsverleih sowie eine historische Guard Station, in der Freiwillige Auskunft geben. Vom Strand aus sieht man den South Sister. Hunde sind dort nicht erlaubt, Blindenführhunde ausgenommen. Ein Grund liegt im See selbst: Er hat keinen Abfluss, deshalb wird die Wasserqualität im Lauf der Saison zum Problem. Gleich nebenan liegt der flache, klare Hosmer Lake. Paddelboote sind dort erlaubt, als Motor nur ein elektrischer.

Etwa acht Kilometer weiter südlich beginnt ein Fluss. Aus dem Little Lava Lake fließt ein kleiner Bach nach Süden. Es ist der Anfang des Deschutes River, der sich später nach Norden wendet und rund 400 Kilometer weit bis zum Columbia River fließt. Der Byway folgt ihm einige Kilometer durch eine Wiese. Nahebei liegt der Lava Lake mit einem Resort. Etwas weiter südlich zweigt nach Westen eine Forststraße zum Cultus Lake ab, an dessen klarem Wasser man baden kann. Vom Day-Use-Bereich dort führt kein Wanderweg weiter.

Stauseen im Süden
Weiter im Süden speist der Deschutes den Crane Prairie Reservoir, einen flachen, nahrungsreichen Stausee. Regenbogenforellen wachsen darin schnell heran, Angler nennen die großen Exemplare Cranebows. Das Ostufer ist ein Schutzgebiet für Fischadler, daneben sieht man andere Greifvögel und Watvögel, darunter Kanadakraniche. Am Osprey Point, etwa 77 Kilometer von Bend entfernt, führt ein kurzer Weg durch einen Wald aus Drehkiefern zu einem Beobachtungsplatz mit Infotafeln. Eine Gebühr wird dort nicht erhoben. Im Sommer kann man beobachten, wie die Altvögel ihre Jungen füttern.

Über die Forststraße 42 erreicht man nach Osten den Wickiup Reservoir. Sein Damm wurde zwischen 1939 und 1949 gebaut, um Wasser für die Bewässerung zu speichern, und sein Wasserstand sinkt oft bis zum Oktober stark. Früher schlugen Indianer hier im Herbst ihre Lager auf. Der Forest Service zählt den Stausee zu den besten Orten in Zentral-Oregon, um Tiere zu beobachten, weil viele Vogelarten hier brüten oder auf dem Zug rasten. Das Ufer sieht man am besten von den Freizeitanlagen oder vom gut vier Kilometer langen Erddamm aus.
Der Byway selbst führt weiter zum Davis Lake, einem großen, flachen See, der entstand, als ein Lavastrom den Odell Creek abschnitt. In wasserreichen Jahren ist er bei Fliegenfischern beliebt, und viele Wasservögel leben dort. Danach erreicht die Straße die Crescent Cutoff Road und mit ihr den Weg zur OR 58.
Halber Tag oder ganzer Byway
Für den kurzen Ausflug fährt man von Bend bis zum Elk Lake und auf demselben Highway zurück. Mit Halten am Sparks Lake, am Devils Lake und am Elk Lake sind das nach unserer Rechnung rund 114 Kilometer und gut zwei Stunden reine Fahrt, mit den Aufenthalten etwa viereinhalb Stunden. Dafür genügt eine Nacht in Bend.
Den ganzen Byway fährt man besser an einem eigenen Tag und plant zwei Nächte in Bend ein. Von Bend bis zur OR 58 sind es mit denselben Halten rund 123 Kilometer und knapp zweieinhalb Stunden Fahrt. Zurück geht es nicht über den Byway, sondern über die Crescent Cutoff Road nach Osten zur US 97 und auf ihr nach Norden nach Bend, rund 96 Kilometer in knapp anderthalb Stunden. Zusammen sind das knapp vier Stunden reine Fahrt und mit den Halten knapp sechs Stunden, mit Pausen ein voller Tag. Die Federal Highway Administration rechnet für einen Besuch des Byways drei bis fünf Stunden, die Rückfahrt kommt hinzu. Todd Lake, Osprey Point oder Little Lava Lake ersetzen besser einen der Halte, als dass man sie zusätzlich einplant. Alle Zeiten sind Werte ohne Verkehr und ohne Wartezeit an Parkplätzen.
Fragen und Antworten
Wie lang ist der Cascade Lakes Scenic Byway?
Die Federal Highway Administration nennt rund 106 Kilometer. Die Strecke führt vom Westrand von Bend am Mount Bachelor vorbei nach Süden und endet an der Crescent Cutoff Road, über die man die OR 58 erreicht. Genaue Anfangs- und Endpunkte der Messung nennt die Behörde nicht.
Wann ist die Straße befahrbar?
Im Winter ist sie jenseits des Mount Bachelor gesperrt. Das Deschutes County will sie vor dem Memorial Day öffnen, je nach Schnee und Wetter. Als Reisezeit gelten Juni bis Oktober. Den aktuellen Straßenzustand prüft man vor der Fahrt bei TripCheck oder beim County.
Reicht ein halber Tag?
Für den kurzen Ausflug von Bend bis zum Elk Lake und zurück ja: rund 114 Kilometer, mit drei Halten etwa viereinhalb Stunden. Für den ganzen Byway bis zur OR 58 mit Rückweg über die US 97 braucht man einen vollen Tag.
Braucht man eine Genehmigung?
An vielen Halten muss man einen Parkschein für Erholungsgebiete haben, etwa den Northwest Forest Pass oder einen Tagesschein. Davon getrennt ist die Wildnisgenehmigung: Wer vom Devils Lake oder vom Green Lakes Trailhead aus in die Three Sisters Wilderness wandert, braucht sie zwischen dem 15. Juni und dem 15. Oktober, auch für einen Tagesausflug. Der Rundweg am Todd Lake führt nicht in die Wilderness.
Wo kann man baden?
Am Sandstrand am Südende des Elk Lake und am Day-Use-Bereich des Cultus Lake mit klarem Wasser. Am Strand des Elk Lake sind Hunde nicht erlaubt, Blindenführhunde ausgenommen.
Weiterführende Informationen
- Federal Highway Administration: America's Byways: Cascade Lakes Scenic Byway
- Oregon Department of Transportation, TripCheck: The Cascade Lakes Scenic Byway
- Oregon Department of Transportation / Travel Oregon: Oregon Scenic Byways Guide (2018), Cascade Lakes Scenic Byway
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Sparks Lake
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Todd Lake
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Devils Lake/South Sister Trailhead
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Beach Picnic Area (Elk Lake)
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Hosmer Lake Boating Site
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Osprey Point Trailhead
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Wickiup Reservoir
- USDA Forest Service, Deschutes National Forest: Cultus Lake Day Use Area
- USDA Forest Service, Willamette National Forest: Central Cascades Wilderness Permits
- Deschutes County Road Department: News and Closures
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
Weiterlesen
Weitere passende Beiträge
-
Natur
Crater Lake: der See im eingestürzten Mount Mazama
-
Traumstraßen
Historic Columbia River Highway: Wo man die alte Straße fährt und wo man sie geht
-
Routenvorschläge
Oregon-Küste von Astoria bis Newport: Wracks, Kaps und Leuchttürme
-
Traumstraßen
Sandhills Journey: zwei Tage Grasland auf Nebraskas Highway 2
-
Städte & Kultur
Portland Japanese Garden: Mehrere Gartenstile auf einem Hang lesen
-
Traumstraßen
Ein Küstentag in Big Sur, hin und zurück ab Carmel
-
Traumstraßen
Yakima River Canyon: die langsamere Straße zwischen Ellensburg und Selah
-
Traumstraßen
North Shore Scenic Drive: am Nordufer des Lake Superior bis zur Grenze
-
Traumstraßen
Zwei Ufer am Door County Coastal Byway








