The Breakers und Marble House: zwei Vanderbilt-Häuser in Newport
In Newport an der Küste von Rhode Island liegen zwei Sommerhäuser der Familie Vanderbilt rund 1,5 Kilometer Fahrstrecke voneinander entfernt. Marble House setzte den Maßstab für die steinernen Paläste, The Breakers wurde gegen das Feuer gebaut. Beide lassen sich an einem halben Tag besichtigen.

In den Badezimmern im Obergeschoss von The Breakers hatten die Wannen Hähne für heißes und kaltes Süßwasser und für heißes und kaltes Salzwasser. Das Süßwasser war Regenwasser. Es sammelte sich in Zisternen unter der Terrasse und wurde in einen großen Tank im Dachgeschoss gepumpt, von wo es mit dem eigenen Gefälle in die Bäder lief. Das Salzwasser pumpte man direkt aus dem Atlantik in einen eigenen Behälter unter dem Dach. So beschreibt es eine amerikanische Bauaufnahme von 1970. Hinter den Prunkräumen, die Besucher heute vor allem sehen, lag ein ganzer Betrieb.
Zwei Brüder, zwei Häuser
The Breakers und Marble House gehörten zwei Brüdern. William K. Vanderbilt ließ Marble House von 1888 bis 1892 bauen, Cornelius Vanderbilt II The Breakers von 1893 bis 1895. Ihr Großvater, Commodore Cornelius Vanderbilt, hatte das Vermögen der Familie mit Dampfschiffen und der New York Central Railroad gemacht. Beide Häuser entwarf Richard Morris Hunt, einer der führenden Architekten seiner Zeit. Die Fahrstrecke zwischen den Adressen der beiden Häuser beträgt über die Ochre Point Avenue, die Ruggles Avenue und die Bellevue Avenue rund 1,5 Kilometer. Heute gehören beide der Preservation Society of Newport County.

Was in Newport „cottage“ hieß
Die Newporter nannten ihre Sommerhäuser „cottages“, zur Erinnerung an die bescheidenen Häuser vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Was das Wort an der Bellevue Avenue bedeutete, zeigen die Zahlen von Marble House. Nach damaligen Presseberichten kostete das Haus elf Millionen Dollar, sieben davon für rund 14.000 Kubikmeter Marmor. Hunt nahm sich das Petit Trianon in Versailles zum Vorbild. Nach der Fertigstellung schenkte William K. Vanderbilt das Haus seiner Frau Alva zum 39. Geburtstag. Sie war eine der führenden Gastgeberinnen der Newporter Gesellschaft und sah in Marble House ihren „Tempel der Künste“.

Für die Preservation Society markiert Marble House den Wendepunkt, an dem aus einer stillen Sommerkolonie aus Holzhäusern der Badeort der steinernen Paläste wurde. Seit 2006 ist es als National Historic Landmark eingetragen.
Alva Belmont und das Teehaus über dem Atlantik
1895 ließen sich William K. und Alva Vanderbilt scheiden. Alva heiratete Oliver H. P. Belmont und zog ein Stück die Straße hinunter nach Belcourt. Nach Belmonts Tod öffnete sie Marble House wieder und ließ 1914 auf den Klippen des Grundstücks ein chinesisches Teehaus bauen. Entworfen haben es Richard und Joseph Hunt, die Söhne des Architekten von Marble House. Sie reisten für den Entwurf nach China und verbanden Elemente aus verschiedenen Vorbildern und Epochen mit einer westlichen Pfosten-Riegel-Konstruktion. Alva Belmont nutzte das Teehaus für Gesellschaften und für Kundgebungen für das Frauenwahlrecht.

Weil die Klippen abbrechen, wurde das Teehaus 1982 von der Kante zurückversetzt und restauriert. Über große Teile des Jahres wird dort heute ein Nachmittagstee angeboten. Marble House selbst verkaufte Alva Belmont 1932, seit 1963 gehört es der Preservation Society.
The Breakers, gebaut gegen das Feuer
Im November 1892 brannte am Ochre Point das kleinere Holzhaus der Vanderbilts ab. Um die Gefahr eines neuen Brandes zu verringern, ließen Cornelius Vanderbilt II und seine Frau Alice den Neubau aus Stahl, Ziegeln und Kalkstein errichten. Stahlträger bilden darin ein Gitter, das flache Bögen aus Ziegeln und gebranntem Ton trägt. Die Bauaufnahme von 1970 bezeichnet das Haus als feuerfest.
Geheizt wurde von außerhalb. Ofen und Kessel standen in einer großen unterirdischen Anlage beim Haupttor, getrennt vom Haus, und dort ließen sich mehrere hundert Tonnen Kohle lagern. Ein langer Tunnel führte zum Haupthaus. Im Haus selbst gibt es 27 Kamine. Sie zu versorgen war die Aufgabe eines Hausdieners, der außerdem das Messing polierte und Reparaturen erledigte. Seine Werkstatt lag im Keller.
In der Mitte des Hauses liegt die gut 15 Meter hohe Great Hall, angelegt nach dem Vorbild der offenen Innenhöfe Italiens. Vier sehr große Kronleuchter hängen darin. Wie alle Leuchten des Hauses hatten sie Anschlüsse für Strom und für Gas, damit bei einem Stromausfall Licht blieb. Elektrisches Licht in Wohnhäusern war damals noch neu.

Zur Seeseite öffnet sich zwischen Morgenzimmer und Billardzimmer eine dreiteilige Loggia. Ihr Kreuzgewölbe ist mit Mosaiken in gedämpften Farben belegt. Diese und die Mosaiken im Billardzimmer setzten europäische Handwerker von Hand. Licht gaben hier schmiedeeiserne Standleuchten.

Hinter der Great Hall
Wer The Breakers besucht, sieht vor allem die Räume, die für Gäste gedacht waren. Ebenso groß angelegt war, was dahinter lag. Die Küche reicht über zwei Geschosse, und einen großen Teil einer Wand nahmen ein Kohleherd und ein Grill mit mechanischem Bratspieß ein.

Ein Gang, in dem Blumen arrangiert wurden, verbindet die Küche mit der Anrichte des Butlers. Dort stehen ein Wärmeofen und verglaste Schränke für Porzellan und Glas auf zwei Ebenen, daneben liegt ein Tresor für das Silber. Für den Haushalt waren der Butler, die Haushälterin und der Koch verantwortlich. Zum Personal gehörten nach der Bauaufnahme unter anderem je drei Leute in Küche und Anrichte.
Ganz oben im Dach stand der Tank, aus dem das Regenwasser in die Bäder lief. Die Audioführung im Haus lässt neben Familienmitgliedern auch Bedienstete und ihre Kinder zu Wort kommen, nach Tagebüchern, Briefen, Unterlagen und Erinnerungen.

Zwei Häuser an einem halben Tag
Reguläre Besuchertickets für The Breakers gelten für ein Datum und eine Uhrzeit. Mitglieder der Preservation Society und einige weitere Gruppen brauchen keine Zeitreservierung. Ein Kombiticket verbindet das Zeitfenster in The Breakers mit dem Eintritt in ein weiteres geöffnetes Haus der Gesellschaft, darunter Marble House, für das keine Uhrzeit gewählt werden muss. Welche Häuser am Reisetag offen sind, zeigt ihr Betriebskalender. Für jedes Haus empfiehlt sie etwa eineinhalb Stunden, mit Rundgang, Gelände und Laden.
Die Parkplätze liegen jeweils gegenüber dem Eingangstor und sind begrenzt kostenlos. Einen Transfer zwischen den Häusern gibt es nicht. Wer mit dem Auto kommt, setzt es beim Wechsel um, darum bittet die Gesellschaft ausdrücklich. Die Fahrt über Ochre Point, Ruggles und Bellevue Avenue dauert ohne Verkehr nur wenige Minuten. Nach unserer Einschätzung passen beide Häuser mit Parken und Einlass in dreieinhalb bis vier Stunden, und das Auto steht am Ende schon am zweiten Haus. Ohne Auto hält die Buslinie 67 der Verkehrsbetriebe RIPTA an beiden Häusern.
Unter den Breakers führt die eigene Führung „Beneath the Breakers“ zu Strom, Heizung, Leitungen und Wäscherei. Sie dauert etwa eine Stunde, ist auf zwölf Personen begrenzt, für Kinder unter zehn Jahren nicht empfohlen und schließt die Besichtigung des Hauses nicht ein. Mit Rollstuhl oder Gehhilfe ist sie nicht zugänglich. Neben zwei Häusern passt sie besser in einen zweiten Besuch, ebenso ein Spaziergang auf dem Cliff Walk an der Küste.
Beide Häuser sind teilweise barrierefrei und haben Aufzüge zwischen den Etagen. Vom Parkplatz zum Eingang sind die Wege aber lang und nicht befestigt. Im Haus ist nur Wasser in einer verschließbaren Flasche erlaubt, Kinderwagen bleiben draußen. Fotografieren für private Zwecke ist erlaubt, Selfiesticks, Stative und Blitz nicht.
Fragen und Antworten
Kann man The Breakers und Marble House an einem Tag besuchen?
Ja, beide passen in einen halben Tag. Die Preservation Society empfiehlt je Haus etwa eineinhalb Stunden. Ein Kombiticket gilt für The Breakers mit Zeitfenster und ein weiteres geöffnetes Haus.
Braucht man für The Breakers ein Ticket mit Uhrzeit?
Mit einem regulären Besucherticket ja: Es gilt für ein bestimmtes Datum und eine bestimmte Uhrzeit. Mitglieder der Preservation Society und einige weitere Gruppen brauchen keine Zeitreservierung.
Gibt es einen Shuttle zwischen den Häusern?
Nein. Man fährt mit dem eigenen Auto, geht zu Fuß oder nimmt die RIPTA-Linie 67, die an beiden Häusern hält. Wer mit dem Auto kommt, parkt am zweiten Haus neu.
Sind die Häuser barrierefrei?
Teilweise. The Breakers und Marble House haben Aufzüge zwischen den Etagen, die Wege vom Parkplatz sind aber lang und nicht befestigt. Die Führung „Beneath the Breakers“ ist mit Rollstuhl oder Gehhilfe nicht zugänglich.
Darf man in den Häusern fotografieren?
Ja, für private Zwecke. Selfiesticks, Stative und Blitz sind nicht erlaubt.
Weiterführende Informationen
- The Preservation Society of Newport County: The Breakers
- The Preservation Society of Newport County: Marble House
- Library of Congress: Historic American Buildings Survey RI-339, „The Breakers“ (Cornelius Vanderbilt House), Written Historical and Descriptive Data
- The Preservation Society of Newport County: The Breakers Boiler Room
- The Preservation Society of Newport County: Beneath the Breakers
- The Preservation Society of Newport County: Tickets
- The Preservation Society of Newport County: Guest Information
- The Preservation Society of Newport County: Accessibility
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
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Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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