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Traumstraßen

Vom Moor auf den Kamm am Highland Scenic Highway

Im Monongahela National Forest in West Virginia verbindet der Highland Scenic Highway ein Moor mit Pflanzen aus dem hohen Norden und einen Bergkamm mit vier Aussichtspunkten.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 5 Minuten

Aquarell eines weiten Blicks über niedrige, bewaldete Bergrücken unter Haufenwolken. Im Vordergrund Fichten und Laubbäume mit gelbem Herbstlaub.
Ausblick am Little Laurel Overlook (Aquarell).

Vom Parkplatz der Cranberry Glades führt ein Holzsteg rund 800 Meter weit durch ein Moor, wie man es sonst eher im Norden der USA und in Kanada findet. Auf unserer Tagesroute ab Richwood ist er der erste längere Halt. Danach steigt der Highland Scenic Highway auf den Kamm, mit Blick über die umliegenden Berge und Täler.

Zwei Straßen unter einem Namen

Der Highland Scenic Highway ist als National Scenic Byway ausgewiesen. Nach Angaben des Forest Service ist er knapp 70 Kilometer lang und reicht von Richwood bis zur US 219 nördlich von Marlinton. Der erste Teil folgt den Staatsstraßen 39 und 55 bis zum Cranberry Mountain Nature Center. Dort zweigt die WV 150 ab, der eigentliche Parkway. Für ihn gibt es zwei Längenangaben, rund 35 und rund 37 Kilometer.

Aquarell einer zweispurigen Asphaltstraße mit doppelter gelber Mittellinie und weißer Randlinie, die zwischen Nadel- und Laubwald leicht abfällt und wieder ansteigt. Rechts ein breiter Grasstreifen mit Kies am Rand.
Highland Scenic Highway, WV 150 (Aquarell). · Aquarell nach „WV 150 südlich der Williams River Road“ von Famartin, Wikimedia Commons, ergänzt um eine zweite Straßenansicht desselben Fotografen; bearbeitet für USA Reisen Magazin und unter derselben Lizenz weitergegeben (CC BY-SA 4.0); weitere Vorlage: WV 150 an der Williams River Road

Unterwegs steigt die Straße von gut 700 Metern bei Richwood auf über 1.370 Meter. Am Black Mountain erreicht sie mit knapp 1.390 Metern ihren höchsten Punkt. Gewerblicher Lkw-Verkehr ist auf dem Parkway nicht erlaubt. Im Winter wird die WV 150 nicht geräumt und ist oft unpassierbar. Von November bis April rät der Forest Service dringend davon ab, sie zu fahren.

Ein Moor aus dem Norden

Der Steg führt durch zwei der vier Moore der Cranberry Glades und ist nach Angaben des Forest Service rollstuhlgerecht. Neben dem Holz ist der Boden schwammig. Er besteht größtenteils aus Torf, also aus halb zersetzten Pflanzenresten, und die Pflanzengemeinschaft darauf ist empfindlich. Deshalb bleibt man auf dem Steg.

Aquarell eines schmalen, niedrigen Holzstegs, der zwischen Farnen und Sträuchern in Herbstfarben auf einen Wald aus Fichten zuführt.
Bohlenweg in den Cranberry Glades (Aquarell).

Was hier wächst, kennt man sonst aus den Mooren weiter im Norden und in Kanada, darunter fleischfressende Pflanzen. Die Gletscher erreichten die Cranberry Glades nicht. Als sie über den Norden des Kontinents vorrückten, breitete sich das Leben der nördlichen Moore aber bis hierher aus. Für manche Arten liegt hier heute ihr südlichstes Vorkommen in Nordamerika.

Aquarell einer kleinen braunen Wasserfläche zwischen feuchter Vegetation, mit liegendem Totholz am Ufer und abgestorbenen, kahlen Bäumen vor grünem Wald.
Moorlandschaft in den Cranberry Glades (Aquarell).

Mit rund 300 Hektar sind die Glades die größte Moorfläche West Virginias. Wer im Sommer eine Führung mitmachen möchte, fragt im Nature Center nach. Gegenüber dem Parkplatz stehen Picknicktische. Die Zufahrt ist die Forest Service Road 102, die kurz nördlich des Nature Center von der WV 39/55 abzweigt.

Vier Aussichtspunkte und zwei längere Halte

Auf dem Parkway liegen vier Aussichtspunkte, von Süden nach Norden Williams River, Big Spruce, Little Laurel und Red Lick. Jeder hat seinen eigenen Blick in die Täler und eine Tafel, die die Umgebung erklärt. Nach unserer Einschätzung lohnen zwei davon einen längeren Halt. Toiletten gibt es an allen vier, im Winter sind sie geschlossen.

Am Big Spruce Overlook führt ein barrierefreier Steg durch die Geschichte des Black-Mountain-Gebiets, mit Tafeln zu Holzfällern und Bränden. Gegenüber dem Little Laurel Overlook beginnt der Tea Creek Meadow Interpretive Trail. Dort erklären Schilder die verschiedenen Lebensräume der Wiese.

Aquarell eines weiten Blicks über niedrige, bewaldete Bergrücken unter Haufenwolken. Im Vordergrund Fichten und Laubbäume mit gelbem Herbstlaub.
Ausblick am Little Laurel Overlook (Aquarell).

Ein Tag mit Hin- und Rückweg

Unsere Tagesroute fährt den Parkway nur einmal. Von Richwood geht es über die WV 39/55 zum Nature Center und zum Abstecher in die Glades, dann über die WV 150 mit Halten am Big Spruce und am Little Laurel Overlook bis zur US 219 und weiter nach Marlinton. Zurück nach Richwood führt die WV 39. Nach unserer Berechnung sind das hin gut 84 Kilometer und knapp 1 ½ Stunden, zurück rund 60 Kilometer und knapp eine Stunde. Der Abstecher zu den Glades kostet je Richtung knapp 4 Kilometer und rund acht Minuten.

Orientierungskarte der Tagesfahrt von Richwood über die WV 39/55 zum Cranberry Mountain Nature Center mit Abstecher zum Bohlenweg der Cranberry Glades, dann über die WV 150 mit den Overlooks Williams River, Big Spruce, Little Laurel und Red Lick bis zur US 219 und nach Marlinton. Gestrichelt die Rückfahrt über die WV 39, dazu der optionale Abzweig zum Tea Creek und ein Maßstab für 10 Kilometer.

Zusammen ergibt das rund 150 Kilometer und gut 2 ½ Stunden reine Fahrt. Mit den Halten sollte man fünf bis sechs Stunden einplanen: eine Dreiviertelstunde bis Stunde für die Glades, 20 bis 30 Minuten im Nature Center, 20 Minuten am Big Spruce Overlook, dazu kürzere Halte und eine Pause.

Das Nature Center hat von Mitte April bis Mitte Oktober geöffnet, nicht an allen Wochentagen. Drinnen zeigt eine Ausstellung lebende heimische Schlangen, draußen gibt es einen Wildblumengarten und zwei Lehrpfade. Ob es dort Trinkwasser gibt, ist nicht eindeutig angegeben, an der Straße selbst gibt es keines. Wasser bringt man deshalb mit. Tanken, essen und übernachten kann man laut einem älteren Faltblatt des Forest Service in Richwood und Marlinton.

Am Tea Creek

Wer Zeit übrig hat, biegt von der WV 150 zum Tea Creek Campground ab. Vom Abzweig sind es nach unserer Berechnung knapp 2 Kilometer und rund fünf Minuten je Richtung. Für eine Viertelstunde am Wasser reicht das. Der Campground liegt am Williams River. Der Fluss entspringt am Black Mountain, dem höchsten Punkt der Straße, und fließt von dort nach Westen zum Gauley River.

Ein flacher, ruhiger Fluss mit Steinen im Wasser und einer Kiesbank, an den Ufern Laubwald in Gelb, Orange und Grün, darüber blauer Himmel.
Am Tea Creek Campground im Monongahela National Forest.

Fragen und Antworten

Wie lang ist der Highland Scenic Highway?

Knapp 70 Kilometer von Richwood bis zur US 219 nördlich von Marlinton. Davon sind rund 35 bis 37 Kilometer der Parkway auf der WV 150.

Kann man im Winter fahren?

Davon rät der Forest Service dringend ab. Die WV 150 wird im Winter nicht geräumt und ist oft unpassierbar. Von November bis April sollte man die Fahrt nicht planen.

Wie lang ist der Steg in den Cranberry Glades?

Etwa 800 Meter. Er führt durch zwei der vier Moore und ist rollstuhlgerecht.

Gibt es unterwegs Trinkwasser?

An der Straße nicht, und für das Nature Center sind die Angaben widersprüchlich. Wasser deshalb selbst mitbringen.

Wann hat das Cranberry Mountain Nature Center geöffnet?

Von Mitte April bis Mitte Oktober, nicht an allen Wochentagen. Die aktuellen Tage stehen auf der Seite des Forest Service.

Wie viel Zeit braucht man?

Nach unserer Planung fünf bis sechs Stunden ab Richwood, mit Hinweg über den Parkway nach Marlinton, Rückweg über die WV 39 und Halten an den Glades, im Nature Center und am Big Spruce Overlook.

Weiterführende Informationen

  1. U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Highland Scenic Highway
  2. U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Cranberry Glades Botanical Area
  3. U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Cranberry Mountain Nature Center
  4. U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Scenic Drives

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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