Vom Moor auf den Kamm am Highland Scenic Highway
Im Monongahela National Forest in West Virginia verbindet der Highland Scenic Highway ein Moor mit Pflanzen aus dem hohen Norden und einen Bergkamm mit vier Aussichtspunkten.

Vom Parkplatz der Cranberry Glades führt ein Holzsteg rund 800 Meter weit durch ein Moor, wie man es sonst eher im Norden der USA und in Kanada findet. Auf unserer Tagesroute ab Richwood ist er der erste längere Halt. Danach steigt der Highland Scenic Highway auf den Kamm, mit Blick über die umliegenden Berge und Täler.
Zwei Straßen unter einem Namen
Der Highland Scenic Highway ist als National Scenic Byway ausgewiesen. Nach Angaben des Forest Service ist er knapp 70 Kilometer lang und reicht von Richwood bis zur US 219 nördlich von Marlinton. Der erste Teil folgt den Staatsstraßen 39 und 55 bis zum Cranberry Mountain Nature Center. Dort zweigt die WV 150 ab, der eigentliche Parkway. Für ihn gibt es zwei Längenangaben, rund 35 und rund 37 Kilometer.

Unterwegs steigt die Straße von gut 700 Metern bei Richwood auf über 1.370 Meter. Am Black Mountain erreicht sie mit knapp 1.390 Metern ihren höchsten Punkt. Gewerblicher Lkw-Verkehr ist auf dem Parkway nicht erlaubt. Im Winter wird die WV 150 nicht geräumt und ist oft unpassierbar. Von November bis April rät der Forest Service dringend davon ab, sie zu fahren.
Ein Moor aus dem Norden
Der Steg führt durch zwei der vier Moore der Cranberry Glades und ist nach Angaben des Forest Service rollstuhlgerecht. Neben dem Holz ist der Boden schwammig. Er besteht größtenteils aus Torf, also aus halb zersetzten Pflanzenresten, und die Pflanzengemeinschaft darauf ist empfindlich. Deshalb bleibt man auf dem Steg.

Was hier wächst, kennt man sonst aus den Mooren weiter im Norden und in Kanada, darunter fleischfressende Pflanzen. Die Gletscher erreichten die Cranberry Glades nicht. Als sie über den Norden des Kontinents vorrückten, breitete sich das Leben der nördlichen Moore aber bis hierher aus. Für manche Arten liegt hier heute ihr südlichstes Vorkommen in Nordamerika.

Mit rund 300 Hektar sind die Glades die größte Moorfläche West Virginias. Wer im Sommer eine Führung mitmachen möchte, fragt im Nature Center nach. Gegenüber dem Parkplatz stehen Picknicktische. Die Zufahrt ist die Forest Service Road 102, die kurz nördlich des Nature Center von der WV 39/55 abzweigt.
Vier Aussichtspunkte und zwei längere Halte
Auf dem Parkway liegen vier Aussichtspunkte, von Süden nach Norden Williams River, Big Spruce, Little Laurel und Red Lick. Jeder hat seinen eigenen Blick in die Täler und eine Tafel, die die Umgebung erklärt. Nach unserer Einschätzung lohnen zwei davon einen längeren Halt. Toiletten gibt es an allen vier, im Winter sind sie geschlossen.
Am Big Spruce Overlook führt ein barrierefreier Steg durch die Geschichte des Black-Mountain-Gebiets, mit Tafeln zu Holzfällern und Bränden. Gegenüber dem Little Laurel Overlook beginnt der Tea Creek Meadow Interpretive Trail. Dort erklären Schilder die verschiedenen Lebensräume der Wiese.

Ein Tag mit Hin- und Rückweg
Unsere Tagesroute fährt den Parkway nur einmal. Von Richwood geht es über die WV 39/55 zum Nature Center und zum Abstecher in die Glades, dann über die WV 150 mit Halten am Big Spruce und am Little Laurel Overlook bis zur US 219 und weiter nach Marlinton. Zurück nach Richwood führt die WV 39. Nach unserer Berechnung sind das hin gut 84 Kilometer und knapp 1 ½ Stunden, zurück rund 60 Kilometer und knapp eine Stunde. Der Abstecher zu den Glades kostet je Richtung knapp 4 Kilometer und rund acht Minuten.

Zusammen ergibt das rund 150 Kilometer und gut 2 ½ Stunden reine Fahrt. Mit den Halten sollte man fünf bis sechs Stunden einplanen: eine Dreiviertelstunde bis Stunde für die Glades, 20 bis 30 Minuten im Nature Center, 20 Minuten am Big Spruce Overlook, dazu kürzere Halte und eine Pause.
Das Nature Center hat von Mitte April bis Mitte Oktober geöffnet, nicht an allen Wochentagen. Drinnen zeigt eine Ausstellung lebende heimische Schlangen, draußen gibt es einen Wildblumengarten und zwei Lehrpfade. Ob es dort Trinkwasser gibt, ist nicht eindeutig angegeben, an der Straße selbst gibt es keines. Wasser bringt man deshalb mit. Tanken, essen und übernachten kann man laut einem älteren Faltblatt des Forest Service in Richwood und Marlinton.
Am Tea Creek
Wer Zeit übrig hat, biegt von der WV 150 zum Tea Creek Campground ab. Vom Abzweig sind es nach unserer Berechnung knapp 2 Kilometer und rund fünf Minuten je Richtung. Für eine Viertelstunde am Wasser reicht das. Der Campground liegt am Williams River. Der Fluss entspringt am Black Mountain, dem höchsten Punkt der Straße, und fließt von dort nach Westen zum Gauley River.

Fragen und Antworten
Wie lang ist der Highland Scenic Highway?
Knapp 70 Kilometer von Richwood bis zur US 219 nördlich von Marlinton. Davon sind rund 35 bis 37 Kilometer der Parkway auf der WV 150.
Kann man im Winter fahren?
Davon rät der Forest Service dringend ab. Die WV 150 wird im Winter nicht geräumt und ist oft unpassierbar. Von November bis April sollte man die Fahrt nicht planen.
Wie lang ist der Steg in den Cranberry Glades?
Etwa 800 Meter. Er führt durch zwei der vier Moore und ist rollstuhlgerecht.
Gibt es unterwegs Trinkwasser?
An der Straße nicht, und für das Nature Center sind die Angaben widersprüchlich. Wasser deshalb selbst mitbringen.
Wann hat das Cranberry Mountain Nature Center geöffnet?
Von Mitte April bis Mitte Oktober, nicht an allen Wochentagen. Die aktuellen Tage stehen auf der Seite des Forest Service.
Wie viel Zeit braucht man?
Nach unserer Planung fünf bis sechs Stunden ab Richwood, mit Hinweg über den Parkway nach Marlinton, Rückweg über die WV 39 und Halten an den Glades, im Nature Center und am Big Spruce Overlook.
Weiterführende Informationen
- U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Highland Scenic Highway
- U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Cranberry Glades Botanical Area
- U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Cranberry Mountain Nature Center
- U.S. Forest Service, Monongahela National Forest: Scenic Drives
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Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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