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Natur

Devils Tower: Rund um den Turm aus Säulen

Im Nordosten Wyomings erhebt sich der Devils Tower gut 264 Meter über seinen Fuß, ein Turm aus grauen Säulen über rotem Fels und Kiefernwald. Ein befestigter Rundweg von rund 2,1 Kilometern führt um ihn herum. Längere Wege erschließen die roten Schichten und einen Grat im Norden.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 11 Minuten

Der Devils Tower mit seinen senkrechten Säulen leuchtet orange im Abendlicht über einem Kiefernwald und einer Wiese.
Devils Tower im Abendlicht, Wyoming.

Unweit des Besucherzentrums liegt an einem Parkplatz ein Felsblock, der zum größten Teil in der Erde steckt. Er ist etwa 1,8 Meter breit und 2,4 Meter lang. Wind und Wetter bearbeiten ihn vermutlich seit Jahrtausenden, und doch lässt sein Umriss noch die sechseckige Form einer Säule erkennen. Der Block ist ein Stück des Turms, der sich über dem Gelände erhebt. Wann ist er herabgestürzt, und wie oft löst sich dort oben Fels?

Orientierung zu Devils Tower mit Hulett, Sundance, Moorcroft, US 14, WY 24 und I-90.

Ein Turm, den das Wasser freigelegt hat

Der Devils Tower ragt gut 264 Meter über seinen Fuß und rund 386 Meter über den Belle Fourche River im Tal darunter. Sein Gipfel liegt auf rund 1.558 Metern. Er besteht aus Phonolith-Porphyr, einem Erstarrungsgestein, das ähnlich zusammengesetzt ist wie Granit, aber keinen Quarz enthält. Der Name Phonolith bezieht sich darauf, dass eine dünne Platte dieses Gesteins klingt, wenn man sie anschlägt. Porphyr beschreibt das Gefüge: große Feldspatkristalle in einer Masse aus kleineren.

Entstanden ist der Turm vor etwa 50 Millionen Jahren. In dieser Zeit hoben tektonische Kräfte im Westen Nordamerikas die Rocky Mountains und die Black Hills, und Magma drang in die Sedimentschichten ein, die hier lagen. Es erstarrte rund 1,6 bis 3,2 Kilometer unter der damaligen Oberfläche. Vor 5 bis 10 Millionen Jahren begann vor allem Wasser, die weicheren Gesteine darüber und ringsum abzutragen. Der härtere Phonolith blieb stehen. Diese Abtragung geht weiter: Regen und Schnee lösen die Schichten am Fuß, und der Belle Fourche River trägt den Schutt fort.

Ein ruhiger, gewundener Fluss zwischen grünen Wiesen spiegelt rote Hänge, Bäume und den Turm im Morgenlicht.
Devils Tower über dem Belle Fourche River, Wyoming.

Dass der Turm aus Magma entstand, bestreitet unter Geologen niemand. Strittig ist, welche Form das Magma im Untergrund annahm und ob es je die Oberfläche erreichte. Nach den einen Erklärungen blieb es ganz unter der Erde, als kleiner Gesteinskörper, ein sogenannter Stock, oder als Rest eines Lakkolithen, einer pilzförmigen Magmamasse zwischen den Gesteinsschichten. Nach den anderen gehörte es zu einem Vulkan. Eine Deutung von 2015 nimmt an, dass Magma auf Grundwasser traf, der Dampf einen Krater sprengte und Lava ihn füllte. Wer ringsum nach Spuren eines Vulkans sucht, findet kaum Asche oder Lava. Entschieden ist die Frage damit nicht, denn dieselbe Abtragung, die den Turm freilegte, kann auch diese Reste fortgetragen haben.

Säulen bis gut drei Meter breit

Die Säulen entstanden, als das Magma des Turms abkühlte. Erstarrtes Gestein braucht weniger Raum als geschmolzenes, deshalb zog sich der Phonolith beim Abkühlen zusammen. Die Spannung ließ ihn reißen, und von den Spannungspunkten aus liefen Risse, die oft sechseckige Säulen begrenzen. Am Devils Tower sind die Säulen unregelmäßiger als an vielen anderen Orten, viele haben fünf Seiten. Warum, ist nicht geklärt, möglicherweise wegen ihrer Größe. Sie werden bis zu gut drei Meter breit. Ähnliche Säulen gibt es etwa im Devils Postpile National Monument in Kalifornien. So groß wie hier sind sie nirgends. Der National Park Service nennt den Turm das größte Beispiel dieser Klüftung weltweit.

Blick zwischen zwei Kiefern hinauf zum Turm mit seinen Säulen; im Vordergrund große, kantige Felsblöcke.
Säulen des Devils Tower über dem Blockfeld, Wyoming.

Am Fuß misst der Turm rund 1,6 Kilometer im Umfang. Sein Gipfel ist leicht gewölbt und steinig, dort wachsen Gräser, Kakteen und Beifuß.

Das Blockfeld und der Block am Parkplatz

Antworten auf die Fragen zum Block liegen rings um den Fuß des Turms: ein Feld aus Felsblöcken, manche so groß wie ein Bus, auf gut fünf Hektar. Wie oft dort oben Fels abbricht, weiß niemand genau. Stücke in der Größe eines Balls fallen regelmäßig, solche in der Größe einer Mikrowelle selten. Einen großen Säulensturz hat in der überlieferten Geschichte niemand beobachtet. Für das Alter der Blöcke gibt es dagegen Hinweise. Viele sind von Erde und Pflanzen bedeckt oder mit Flechten überzogen, die sehr langsam wachsen, und liegen offenbar seit langer Zeit an ihrem Platz. Zu ihnen gehört der halb verschüttete Block am Parkplatz, der wahrscheinlich vor Jahrtausenden oder noch früher herabstürzte.

Das Blockfeld liegt vor allem an der West- und Südseite, die am stärksten der Sonne und den Unwettern ausgesetzt sind. Dort dringt Wasser in die Klüfte zwischen den Säulen, gefriert und dehnt sich aus, bis der Fels reißt. Auch die Wärme der Sonne lässt das Gestein sich ausdehnen und verschieben. Was sich gelöst hat, kann beim Aufprall weiter zerbrechen. Einzelne Stücke liegen mehr als 400 Meter vom Turm entfernt.

Im Blockfeld klettern viele Besucher über die Felsen. Wer über das Blockfeld hinaus höher steigen will, muss sich vorher am Kletterkiosk am Beginn des Tower Trail kostenlos registrieren. Das gilt für Kletterer ebenso wie für alle, die ohne Seil auf den Fels steigen.

Felsblöcke, Kiefern und eine kleine Infotafel am Wegrand vor dem Turm mit seinen Säulen.
Am Fuß des Devils Tower, Wyoming.

Rote, weiße und gelbe Schichten

Unter dem Turm liegen Gesteine, die viel älter sind als er. Die ältesten sichtbaren gehören zur Spearfish Formation, einer Gesteinsfolge aus Perm und Trias. Ein großer Teil Nordamerikas lag damals unter Wasser. Sand, Schluff und Ton vermischten sich mit eisenhaltigen Mineralen, deren Oxidation das Gestein rot färbte. Diese roten Felsen sieht man am Belle Fourche River und an der Ost- und Südostseite des Turms. Sie gehören zu einem Ring aus rotem Gestein, der sich über rund 800 Kilometer um die gesamten Black Hills zieht. Die Lakota nennen ihn „race track“, Rennbahn, nach einer mündlichen Überlieferung von einem großen Wettlauf der Geschöpfe der Erde.

Luftaufnahme: Der Turm erhebt sich über einem mit Kiefern bewachsenen Hang, an dessen Fuß rote Felsschichten offenliegen; rechts eine Straße.
Devils Tower über bewaldeten Hängen und roten Felsen, Wyoming.

Weiter oben in der roten Schicht ziehen sich weiße Streifen aus Gips. Er blieb zurück, wenn im Jura das Meerwasser verdunstete. Darüber folgen graue Schiefer der Sundance Formation mit Fossilien von Austern, Muscheln und Seelilien und darüber gelber, feinkörniger Sandstein. Dieser Hulett-Sandstein verwittert langsam und bildet die fast senkrechten Klippen rings um den Turm und die Felskanten auf den Graten. An manchen Stellen zeigt er symmetrische Rippeln, die das Wasser an einem urzeitlichen Strand geformt hat. Am besten sieht man die Schichten auf dem Red Beds Trail und auf dem Verbindungsweg zum Joyner Ridge, wo grauer Schiefer und gelber Sandstein über dem roten Gestein liegen.

Bear Lodge, Mato Tipila und der Juni

Am Tower Trail hängen an vielen Bäumen Gebetstücher und kleine Bündel. Man soll sie weder berühren noch verändern oder fotografieren. Bis heute halten Indianerstämme hier Zeremonien ab. Mehr als zwanzig Stämme verbinden mit dem Turm eine eigene Bedeutung, heute unter anderen Arapaho, Crow, Cheyenne, Shoshone und Lakota. Nach ihren Überlieferungen war er eine heilige Stätte, ein Ort für Winterlager, Visionssuchen und Zeremonien im Sommer. Mit der Ankunft weißer Entdecker und später Siedler wurden die Stämme verdrängt, und die Regierung der Vereinigten Staaten arbeitete daran, ihre Bindungen an die Black Hills zu kappen. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts knüpften neue Generationen wieder an diese Traditionen an.

Wie verschieden die Überlieferungen sind, zeigen schon die Namen. Ins Englische übertragen lauten sie Bear Lodge, Bear's Tipi, Home of the Bear, Tree Rock oder Gray Horn. Auch die Erzählungen über die Entstehung des Turms gleichen sich in manchen Zügen und unterscheiden sich in den Einzelheiten. Bear Lodge ist die direkte Übersetzung des Lakota-Namens Mato Tipila und steht auf den frühesten amtlichen Karten.

Ein Schotterweg mit Holzpfosten und Zaun führt durch trockenes Grasland auf den Turm zu.
Schotterweg mit Weidezaun vor dem Devils Tower, Wyoming.

Den heutigen Namen brachte eine wissenschaftliche Expedition 1875. Ihr militärischer Befehlshaber, Colonel Richard Dodge, schrieb, die Indianer nennten den Fels „Bad God's Tower“, und machte daraus „Devil's Tower“. Ob er sich bei der Übersetzung irrte oder den Namen absichtlich änderte, ist nicht überliefert. Als Präsident Theodore Roosevelt den Turm 1906 zum ersten National Monument der Vereinigten Staaten erklärte, wurde der Name amtlich. Geschrieben wird er ohne Apostroph, weil die Namensbehörde der Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung 1890 von besitzanzeigenden Apostrophen in Namen abrät. Nur wenige Ausnahmen hat sie zugelassen. Viele Indianer halten den Namen Devils Tower für unpassend und setzen sich für eine Umbenennung ein.

Geklettert wird am Turm seit 1893, als zwei Rancher ihn mit einer Holzleiter erstmals bestiegen. Heute kommen jedes Jahr 5.000 bis 6.000 Kletterer. Im Frühjahr sind einzelne Routen meist wegen brütender Falken gesperrt. Viele Indianer empfinden das Klettern an ihrer heiligen Stätte als respektlos. Der Juni ist für viele Stämme eine Zeit wichtiger Zeremonien. Seit 1995 bittet der Park deshalb darum, in diesem Monat freiwillig nicht am Turm zu klettern und innerhalb der Schleife des Tower Trail nicht auf die Felsen zu steigen. Die Regel entstand als Kompromiss in einer Arbeitsgruppe, in der Kletterer und Indianer vertreten waren, und hat die Zahl der Kletterer im Juni deutlich gesenkt. Auf dem Rundweg wandern kann man auch im Juni.

Tower Trail, Red Beds Trail und Joyner Ridge rund um Devils Tower, mit Besucherzentrum und Zufahrt zum Joyner-Weganfang.

Welcher Weg für wie viel Zeit

Der Tower Trail beginnt gegenüber dem Besucherzentrum am oberen Parkplatz. Er ist befestigt und führt als Schleife von rund 2,1 Kilometern um den Turm. Mit dem Zugang vom Parkplatz sind es hin und zurück rund 2,9 Kilometer. Unterwegs stehen Bänke und Tafeln zur Natur- und Kulturgeschichte. Barrierefrei ist nur der Betonweg bis zur Kreuzung, an der die Schleife beginnt. Dahinter rät der Park von Rollstühlen und Elektromobilen ab. Weil der Tower Trail der beliebteste Weg ist und die Parkplätze knapp sind, geht man ihn am besten vor 10 Uhr oder nach 15 Uhr.

Wer mehr Zeit hat, nimmt den Red Beds Trail dazu. Die Schleife ist rund 4,5 Kilometer lang, beginnt ebenfalls am Besucherzentrum und steigt in Teilen steil zwischen dem Flusstal und dem Turm auf und ab. Von ihr aus sieht man den Turm, das Tal des Belle Fourche River und die roten Felsen aus der Nähe.

Ruhiger ist der Joyner Ridge Trail an der Nordgrenze des Parks, eine Schleife von rund 2,4 Kilometern über den Grat und hinunter in eine Senke. Man erreicht ihn über eine Schotterstraße mit kleinem Parkplatz oder vom Red Beds Trail über einen knapp einen Kilometer langen Verbindungsweg. Im Ostteil geht es deutlich bergauf oder bergab. Vom Grat aus blickt man auf den Turm und die Prärie. Für einen ganzen Tag lassen sich die Wege verbinden: Vom Amphitheater am Picknickplatz führt eine Runde über den Valley View Trail, den Red Beds Trail und den Verbindungsweg zum Joyner Ridge, einmal um den Grat und auf demselben Weg zurück, insgesamt knapp 8 Kilometer.

Der Turm erhebt sich hinter einem Kiefernwald über sonnigen Wiesen unter bewölktem Himmel.
Devils Tower über Wiesen und Kiefernwald, Wyoming.

Unten im Tal am Picknickplatz beginnen zwei kurze Wege, South Side und Valley View, jeweils knapp einen Kilometer lang. Sie führen durch eine Kolonie von Präriehunden und schließen an den Red Beds Trail an.

Zufahrt, Parken und Verpflegung

In den Park führt eine einzige Straße, die WY-110. Sie zweigt knapp 14,5 Kilometer südlich von Hulett vom Highway WY-24 ab. Schon von der WY-24 aus ist der Turm zu sehen, etwa an einer historischen Tafel rund 2,7 Kilometer südlich der Abzweigung.

Rund 500.000 Besucher zählt der Park im Jahr, mehr als vier Fünftel zwischen Ende Mai und Anfang September. In dieser Zeit ist der Parkplatz am Besucherzentrum oft zwischen 10 und 15 Uhr voll. Zwei weitere Parkplätze liegen am Picknickplatz, rund 1,6 Kilometer hinter der Einfahrt, und am Beginn des Joyner Ridge Trail. Vom Picknickplatz führen South Side und Red Beds Trail in rund 2,4 Kilometern mit gut 130 Höhenmetern zum Besucherzentrum, ein mittlerer bis anstrengender Weg. In der ersten vollen Augustwoche findet jedes Jahr die Sturgis Motorcycle Rally statt. In dieser Woche gelten im Park andere Parkregeln.

Im Park gibt es nichts zu essen. Wasserflaschen lassen sich an den Toiletten auffüllen, vom Frühjahr bis in den Herbst auch an einer Füllstation am Beginn des Tower Trail. Unterkünfte gibt es nur außerhalb. Im Park liegt ein Campingplatz, dessen Plätze ohne Reservierung vergeben werden. Haustiere dürfen nicht auf die Wanderwege.

Fragen und Antworten

Wie lang ist der Rundweg um den Devils Tower?

Der Tower Trail ist eine befestigte Schleife von rund 2,1 Kilometern. Mit dem Zugang vom Parkplatz am Besucherzentrum sind es hin und zurück rund 2,9 Kilometer. Barrierefrei ist nur der Weg bis zur Kreuzung, an der die Schleife beginnt.

Kann man im Juni am Devils Tower wandern?

Ja. Der Park bittet im Juni darum, freiwillig nicht am Turm zu klettern und innerhalb der Schleife des Tower Trail nicht auf die Felsen zu steigen. Der Juni ist für viele Indianerstämme eine Zeit wichtiger Zeremonien. Für das Wandern auf den Wegen gilt diese Bitte nicht.

Wann ist der Parkplatz am Besucherzentrum voll?

Zwischen Mai und September oft zwischen 10 und 15 Uhr. Wer früh am Morgen oder am späten Nachmittag kommt, findet eher einen Platz. Alternativ parkt man am Picknickplatz und geht rund 2,4 Kilometer mit gut 130 Höhenmetern hinauf.

Darf man im Blockfeld auf die Felsen klettern?

Im Blockfeld klettern viele Besucher über die Felsen. Wer darüber hinaus höher steigen will, muss sich vorher kostenlos am Kletterkiosk am Beginn des Tower Trail registrieren. Im Juni bittet der Park, innerhalb der Tower-Trail-Schleife nicht auf die Felsen zu steigen.

Woher hat der Devils Tower seinen Namen?

Von einer Expedition im Jahr 1875. Colonel Richard Dodge schrieb, die Indianer nennten den Fels „Bad God's Tower“, und machte daraus „Devil's Tower“. Ob ein Übersetzungsfehler oder Absicht dahinterstand, ist nicht überliefert. Die frühesten amtlichen Karten nennen ihn Bear Lodge, nach dem Lakota-Namen Mato Tipila.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service: How the Tower Formed
  2. National Park Service: Geologic Formations
  3. National Park Service: American Indians
  4. National Park Service: Hiking Trails
  5. National Park Service: Climbing
  6. National Park Service: Parking
  7. National Park Service: NPS Geodiversity Atlas – Devils Tower National Monument, Wyoming
  8. National Park Service: Frequently Asked Questions
  9. National Park Service: Basic Information

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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