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Routenvorschläge

Am Lake Michigan von Holland bis zu den Sleeping Bear Dunes

Michigans Küste am Lake Michigan lässt sich von Holland bis zu den Sleeping Bear Dunes in einer Richtung fahren, erst auf der US-31, ab Manistee auf der M-22.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 8 Minuten

Schwarz-weiß gestreifter Leuchtturm mit Wärterhaus zwischen Dünengras und Bäumen unter blauem Himmel.
Der Big Sable Point Lighthouse im Ludington State Park.

Vom Holland State Park aus sieht man den roten Leuchtturm, den die Einheimischen „Big Red“ nennen. Er steht aber nach Angaben der Parkverwaltung nicht im Park, sondern auf der anderen Seite des Kanals. Weiter nördlich am Lake Michigan stehen weitere Leuchttürme, und zu jedem führt ein anderer Weg. Zusammen mit den Dünen ordnen sie eine Reise von Holland bis zu den Sleeping Bear Dunes.

Zwei Straßen an einer Küste

Historische Windmühle hinter einem Feld mit roten, rosa und weißen Tulpen.
Windmühle und Tulpenfeld in Holland, Michigan.

Die Route folgt dem Ostufer des Lake Michigan von Süden nach Norden. Im Süden folgt sie dem West Michigan Pike, den das Verkehrsministerium von Michigan über die US-31 und ihre Ortsdurchfahrten bis Ludington ausweist und eine der ältesten Touristenstraßen des Landes nennt. Ab Manistee übernimmt die M-22, die nach Angaben des Ministeriums 1913 als erste Staatsstraße der Countys Leelanau, Benzie und Manistee gebaut wurde und dicht am Ufer verläuft. Ihr südliches Tor ist die Kreuzung mit der US-31 bei Manistee.

Übersichtskarte am Ostufer des Lake Michigan von Holland über Muskegon, Manistee und Frankfort bis Glen Arbor mit vier State Parks, Sleeping Bear Dunes und den Umgebungsorten Chicago, Milwaukee, Grand Rapids und Traverse City.

Nach Holland kommt man über die Flughäfen von Grand Rapids oder Chicago. Vom Flughafengelände in Grand Rapids sind es nach unserer Messung mit dem Autorouting des Dienstes OSRM rund 64 Kilometer und knapp eine Stunde bis zum Holland State Park. Am Ende liegt der Flughafen von Traverse City, nach dem Autorouting knapp 44 Kilometer von Empire am Sleeping Bear. Alle Entfernungen in diesem Artikel messen wir zwischen den einzelnen Parks und Orten. Diese Standardrouten folgen nicht überall der ausgeschilderten Küstenstraße, sondern kürzen teils über Nebenstraßen ab.

Holland und die Treppe von Hoffmaster

Holzstufen und ein Sandweg führen zwischen bewachsenen Dünen hinunter zu einem breiten Strand am See.
Weg durch die Dünen zum Strand im P. J. Hoffmaster State Park.

Der Holland State Park liegt am Kanal zwischen dem Lake Macatawa und dem Lake Michigan, mit rund 400 Metern Sandstrand. Big Red auf der Südseite des Kanals entstand 1907 als Gebäude für das Nebelsignal. 1936 kam der Turm auf das Dach, und 1956 strich die Coast Guard das Bauwerk rot an. Daher hat es seinen Namen.

Nach dem Autorouting knapp 48 Kilometer weiter liegt bei Muskegon der P. J. Hoffmaster State Park mit knapp 5 Kilometern Ufer. Hier stehen die Dünen zum ersten Mal im Mittelpunkt. Der Dune Overlook Trail führt über rund 220 Stufen mit Bänken hinauf zu einer Aussichtsplattform über See und Dünen, hin und zurück etwa 800 Meter. Oben auf einer großen Düne steht das Gillette Sand Dune Visitor Center mit einer Ausstellung über die Dünen.

Silver Lake und Ludington

Gut 80 Kilometer nördlich folgt der Silver Lake State Park. Gut 800 Hektar Dünen liegen hier am See, zwei Drittel davon nur für Fußgänger. Ausgewiesene Wege gibt es nicht, und das Gehen im Sand gilt nach Angaben der Parkverwaltung als anstrengender. Ein abgegrenzter Teil ist für Geländefahrzeuge freigegeben, nach Angaben der Verwaltung die einzige Möglichkeit östlich des Mississippi, mit ihnen über Sanddünen zu fahren. Im Süden des Parks steht der Little Sable Point Lighthouse von 1874, über 30 Meter hoch und noch mit seiner ursprünglichen Fresnel-Linse. Bis zum Fuß des Turms führt ein befestigter, barrierefreier Weg, und man kann mit dem Auto heranfahren.

Zum Big Sable Point im Ludington State Park beschreibt die Parkverwaltung dagegen einen Weg zu Fuß oder mit dem Rad. Zum Turm von 1867, der im Jahr 1900 mit Stahlplatten ummantelt wurde, führt ein 2,9 Kilometer langer Weg aus Sand und Kies, vom Pines Campground aus sind es 2,4 Kilometer. Der Weg bietet wenig Schatten und kann nach Angaben der Parkverwaltung besonders bei Wärme anstrengend sein. Den Park erreicht man über die M-116 bis zu ihrem Ende, geparkt wird für den Weg beim Unterstand. Zwischen dem Hamlin Lake und gut 11 Kilometern Ufer am Lake Michigan liegen hier knapp 34 Kilometer markierte Wege.

Auf der M-22 nach Point Betsie

Weißer Leuchtturm mit rotem Dach hinter zwei hohen Pappeln, davor ein Sandstrand mit Uferbefestigung am See.
Der Point Betsie Lighthouse nördlich von Frankfort.

Vom Eingang des Ludington State Park sind es nach dem Autorouting rund 49 Kilometer bis zur Kreuzung bei Manistee, an der die M-22 beginnt. Das Routing nimmt dafür Nebenstraßen landeinwärts und nicht die US-31. Ab der Kreuzung folgt die M-22 dem Ufer nach Norden. Den Arcadia Overlook nennt das Verkehrsministerium den großartigsten Ausblick an der M-22.

Kurz hinter Frankfort steht der Point Betsie Lighthouse an der südlichen Einfahrt zur Manitou Passage. Er wurde 1858 fertig, ein gut 11 Meter hoher Turm aus hellem Backstein. Nach Angaben der Coast Guard war er der letzte mit Wärtern besetzte Leuchtturm an den Großen Seen. Seit 2004 gehört er dem Benzie County und weist den Schiffen bis heute den Weg. Der Strand davor ist laut den Betreibern öffentlich zugänglich. Bis Empire sind es nach dem Autorouting, das über die Sutter Road abkürzt, noch knapp 30 Kilometer.

Die Dünen am Sleeping Bear

Am Sleeping Bear Dunes National Lakeshore ragen die Steilufer nach Angaben des National Park Service bis zu 137 Meter über den See. Erschlossen wird der Park über die M-22. Etwa 3 Kilometer nördlich von Empire zweigt die M-109 ab. Sie führt zur Zufahrt des Pierce Stocking Scenic Drive, zur Dune Climb und nach Glen Haven und trifft in Glen Arbor wieder auf die M-22.

Der Pierce Stocking Scenic Drive ist eine eigene, rund 12 Kilometer lange Einbahnschleife mit zwölf Halten. Wer an allen hält, braucht nach Angaben des NPS etwa zwei Stunden. Für Fahrzeuge ist er in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober offen, Anhänger sind nicht erlaubt. Zu Fuß darf man die Straße auch dann begehen, wenn sie für Autos gesperrt ist.

Dune Climb und Glen Haven

Heller Sand mit Dünengras, dahinter türkisfarbenes Wasser des Lake Michigan unter blauem Himmel mit Wolken.
Sand und Dünengras am Sleeping Bear Dunes National Lakeshore.

Etwa 8 Kilometer nördlich von Empire steigt die Dune Climb auf, eine knapp 87 Meter hohe Wand aus hellem Sand. Sie gehört zu den aktiven Dünen und wandert jedes Jahr um 0,6 bis 1,2 Meter. Vom oberen Rand sieht man den See noch nicht, er liegt etwa 3 Kilometer entfernt. Bis zum Ufer und zurück sind es etwa 5,6 Kilometer über mehrere Dünen, nach Angaben des NPS die anstrengendste Wanderung im Park, für die man drei bis vier Stunden rechnen soll. Hunde sind an der Dune Climb nicht erlaubt, und der NPS rät zu 2 Litern Wasser pro Person. In Glen Haven, einst eine Station für Brennholz, zeigt der NPS, wie die Männer des United States Life Saving Service lebten und arbeiteten, wie ein Schmied Nägel fertigte und wie ein Gemischtwarenladen aussah.

Welche Pässe man braucht

Auf dieser Route verlangen zwei Verwaltungen je einen eigenen Pass. In die State Parks von Michigan darf ein Kraftfahrzeug nur mit Recreation Passport einfahren, zu Fuß und mit dem Rad braucht man keinen. Entscheidend ist das Kennzeichen, nicht der Wohnsitz des Fahrers. Für Autos mit Michigan-Kennzeichen gibt es nach Angaben der Naturschutzbehörde keinen Tagespass. Für Fahrzeuge ohne Michigan-Kennzeichen gibt es Tages- und Jahrespässe.

Am Sleeping Bear Dunes National Lakeshore gilt der Recreation Passport nicht. Dort braucht man einen Eintrittspass des National Park Service. Im Auto deckt er alle Insassen ab und muss gut sichtbar ausliegen. Wer zu Fuß oder mit dem Rad kommt, braucht ab 16 Jahren einen eigenen Pass, Kinder unter 16 brauchen keinen. Der America the Beautiful Pass gilt ebenfalls.

Standorte und Nächte

Nach unserer Einschätzung reichen für die ganze Küste fünf Nächte: eine in Holland, zwei bei Ludington für Silver Lake und den Big Sable Point, zwei zwischen Frankfort und Empire für Point Betsie und die Sleeping Bear Dunes. Der längste Fahrtag führt von Holland über Hoffmaster und Silver Lake zum Ludington State Park, nach dem Autorouting knapp 190 Kilometer und knapp drei Stunden reine Fahrzeit. Vom Ludington State Park nach Point Betsie sind es gut 100 Kilometer.

Wer weniger Zeit hat, fliegt nach Traverse City und bleibt am Sleeping Bear. Vom Flughafengelände sind es nach dem Autorouting knapp 44 Kilometer bis Empire, und Point Betsie liegt knapp 30 Kilometer südlich. Für Pierce Stocking, die Dune Climb und Glen Haven planen wir mindestens zwei Tage.

Fragen und Antworten

In welcher Reihenfolge fährt man die Küste?

Von Süden nach Norden: Holland, Hoffmaster, Silver Lake, Ludington, Manistee, Point Betsie, Sleeping Bear Dunes, Traverse City. Silver Lake liegt südlich von Ludington, wer es vorher besucht, spart einen Umweg.

Braucht man für die State Parks und den National Lakeshore denselben Pass?

Nein. Die State Parks verlangen für Kraftfahrzeuge den Recreation Passport, der am Sleeping Bear Dunes National Lakeshore nicht gilt. Dort braucht man einen Eintrittspass des National Park Service. Im Auto gilt er für alle Insassen, zu Fuß oder mit dem Rad braucht ihn jeder ab 16 Jahren.

Gibt es einen Tagespass für den Recreation Passport?

Nur für Fahrzeuge ohne Michigan-Kennzeichen. Für in Michigan zugelassene Autos, auch Mietwagen, gibt es keinen Tagespass. Zu Fuß und mit dem Fahrrad braucht man keinen Pass.

Wann ist der Pierce Stocking Scenic Drive offen?

Für Fahrzeuge nach Angaben des NPS in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober. Zu Fuß ist die Straße auch außerhalb dieser Zeit zugänglich. Anhänger sind nicht erlaubt, die Durchfahrtshöhe ist begrenzt.

Wie kommt man zum Big Sable Point Lighthouse?

Die Parkverwaltung beschreibt einen Weg zu Fuß oder mit dem Rad: vom Parkplatz beim Unterstand im Ludington State Park 2,9 Kilometer auf Sand und Kies, vom Pines Campground 2,4 Kilometer. Der Weg hat wenig Schatten und kann bei Wärme anstrengend sein.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service, Sleeping Bear Dunes National Lakeshore: Directions
  2. National Park Service, Sleeping Bear Dunes National Lakeshore: Basic Information
  3. National Park Service: Explore Pierce Stocking Scenic Drive
  4. National Park Service, Sleeping Bear Dunes National Lakeshore: Dune Climb
  5. National Park Service: Dune Climb
  6. National Park Service, Sleeping Bear Dunes National Lakeshore: Glen Haven
  7. National Park Service, Sleeping Bear Dunes National Lakeshore: Fees & Passes
  8. Michigan Department of Transportation: Pure Michigan Byways Driving Guide
  9. Michigan Department of Transportation: Pure Michigan Byways – Program Information
  10. Michigan Department of Natural Resources: Holland State Park
  11. Michigan Department of Natural Resources: P.J. Hoffmaster State Park
  12. Michigan Department of Natural Resources: Silver Lake State Park
  13. Michigan Department of Natural Resources: Ludington State Park
  14. Michigan Department of Natural Resources: Recreation Passport
  15. Michigan Department of Natural Resources: Recreation Passport FAQ
  16. U.S. Coast Guard Historian’s Office: Big Sable Point Lighthouse
  17. U.S. Coast Guard Historian’s Office: Holland Harbor Pierhead Light
  18. U.S. Coast Guard Historian’s Office: Point Betsie Lighthouse
  19. Friends of Point Betsie Lighthouse: Point Betsie Lighthouse

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

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