Great Basin National Park zwischen Beifußsteppe, Grannenkiefern und Höhle
Im Osten Nevadas reicht der Great Basin National Park vom Talboden bis zum Wheeler Peak, fast 2.400 Höhenmeter darüber. Eine Straße führt bis über 3.000 Meter hinauf zu einem Hain alter Grannenkiefern, und unter der Erde liegt Lehman Caves, die längste Höhle Nevadas.

Im späten Frühjahr kann es im Tal unterhalb des Great Basin National Park heiß sein, während oben am Wheeler Peak noch der Schnee des Winters liegt. Schneien kann es dort oben zu jeder Jahreszeit. Unter der Erde dagegen ändert sich wenig: In Lehman Caves bleibt es das ganze Jahr bei etwa 11 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Wer beides an einem Tag verbinden will, plant oben nach dem Wetter und unten nach dem festen Termin der Führung.
Fast 2.400 Meter zwischen Tal und Gipfel
Der Park liegt im Osten Nevadas, rund acht Kilometer westlich des kleinen Ortes Baker. Zwischen dem Talboden und dem Gipfel des Wheeler Peak liegen fast 2.400 Höhenmeter. Das Great Basin Visitor Center in Baker steht auf gut 1.620 Metern, das Lehman Caves Visitor Center im Park auf rund 2.080 Metern. Von der Straße 488, die zu diesem Besucherzentrum hinaufführt, zweigt der Wheeler Peak Scenic Drive ab. Auf gut 19 asphaltierten Kilometern gewinnt er mehr als 1.200 Höhenmeter und endet auf über 3.000 Metern am Fuß des Wheeler Peak.

Was dieser Höhenunterschied bedeutet, lässt sich vom Auto aus sehen. Am Lehman Caves Visitor Center wachsen niedrige Beifußsträucher, im amerikanischen Westen Sagebrush genannt. Rund 360 Höhenmeter weiter oben stehen bereits Pinyon-Kiefern und Wacholder, ab etwa 2.740 Metern ein Mischwald aus Tannen, Douglasien und Gelb-Kiefern und kurz vor dem Ende der Straße, auf rund 3.050 Metern, Haine weißrindiger Espen. Die ersten Grannenkiefern wachsen schon bei rund 2.440 Metern. Dort wachsen sie aber schneller, sind Waldbränden ausgesetzt und werden weder so alt noch so knorrig wie die Bäume oben am Hain. Wer die Stufen genauer ansehen will, hält an den asphaltierten Haltebuchten. Nur dort ist Anhalten erlaubt, und von dort reicht der Blick zum Wheeler Peak und hinunter ins Snake Valley.
Am Ende der Straße liegt der Bristlecone Trailhead. Von dort führen der Weg zum Grannenkiefernhain und der Alpine Lakes Loop, der an Stella Lake und Teresa Lake vorbeikommt, ein Stück gemeinsam bergauf.

Wann die Hochlage offen ist
Am Lehman Caves Visitor Center liegen die durchschnittlichen Höchstwerte im Juli bei 30 Grad, die Tiefstwerte bei 14 Grad. Im Januar sind es 5 und minus 8 Grad. Die Wüstenluft ist trocken, und nachts sinkt die Temperatur stark. Im Juli und August zählt die Klimatabelle des Parks im Mittel je zwölf Gewitter, im Juni sieben. Sie ziehen meist am Nachmittag auf und können heftig sein.
Den Zugang zur Hochlage regelt die Straße. Im Winter ist der Scenic Drive nach knapp fünf Kilometern, am Upper Lehman Creek Campground, für Autos gesperrt. In der Regel ist er spätestens am Wochenende des Memorial Day Ende Mai wieder offen, eine feste Zusage gibt es dafür nicht. Auch danach kann oben noch Schnee liegen.

Die Wege bleiben im Winter offen, liegen aber meist unter einer Schneedecke von etwa einem Meter und mehr. Unterwegs ist man dann vor allem mit Schneeschuhen oder Ski. Im Herbst färben sich die Espen ab etwa der zweiten oder dritten Septemberwoche gelb, rot und golden.
Bäume, die in manchen Jahren keinen Ring bilden
Der Hain am Wheeler Peak ist der am leichtesten erreichbare im Park und in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich. Er steht auf einer Gletschermoräne aus Quarzitblöcken, während die meisten Haine auf Kalkstein oder Dolomit wachsen, und er ist nach Nordosten ausgerichtet statt nach Süden oder Westen. Viele Bäume darin sehen halb abgestorben aus, und zum Teil sind sie es auch. Jeder Abschnitt des Stammes wird von einer eigenen großen Wurzel versorgt. Legt die Erosion eine Wurzel frei und stirbt sie ab, stirbt nur der Teil des Baumes darüber. In der Höhe tragen deshalb viele Grannenkiefern nur noch einen oder zwei lebende Streifen Rinde.

Die Grannenkiefer des Great Basin, botanisch Pinus longaeva, erreicht von allen Arten, die sich nicht über Klone vermehren, das höchste Alter. Sie wächst knapp unterhalb der Baumgrenze, wo die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen, die Wachstumszeit kurz ist und starke Winde die Stämme verdrehen. Dort wächst sie so langsam, dass sie in manchen Jahren keinen Jahresring anlegt. Ihr dichtes Holz widersteht Insekten, Pilzen und Fäulnis.
In diesem Hain stand Prometheus. 1964 entnahm der Geograf Donald R. Currey mit Genehmigung des U.S. Forest Service Bohrkerne aus Grannenkiefern, um das Alter der Moränen zu bestimmen. Prometheus wurde dabei gefällt. Warum, darüber gibt es mehrere Darstellungen, belegt ist die Genehmigung zum Fällen. Gezählt wurden später 4.862 Jahresringe. Weil nicht in jedem Jahr ein Ring entstanden sein dürfte, wurde das Alter auf etwa 4.900 Jahre geschätzt. Der Nationalpark wurde erst 1986 gegründet. Von Prometheus steht nur noch der Stumpf im Hain, die Ringe lassen sich in einem Besucherzentrum des Parks zählen.
Erkennen lässt sich die Art an den Nadeln: Sie sind etwa 2,5 Zentimeter lang, stehen zu fünft und umgeben die Zweige auf 30 Zentimetern oder mehr wie eine Flaschenbürste. Die jungen Zapfen sind tief violett und werden nach zwei Jahren braun. An der Spitze jeder Schuppe sitzt eine kleine, krallenartige Borste, nach der die Bristlecone Pine ihren englischen Namen trägt. Totes Grannenkiefernholz am Boden kann Tausende Jahre alt sein und bleibt liegen.
Der Weg zum Hain
Der Bristlecone Trail misst hin und zurück 4,5 Kilometer und steigt um 183 Meter. Für ihn sind eineinhalb bis drei Stunden angesetzt. Er beginnt auf gut 3.000 Metern, ist felsig und schmal, hat steile Stücke und ist für Rollstühle nicht geeignet. Am Ende erklärt ein kurzer Rundweg mit Tafeln die Bäume. Im Sommer sind dort oft Ranger unterwegs, die Fragen beantworten.

In dieser Höhe kann die Höhenkrankheit auftreten, und am Nachmittag ziehen Gewitter auf. Wer Anzeichen der Höhenkrankheit bemerkt oder Gewitterwolken aufziehen sieht, kehrt zum Auto zurück. Trinkwasser gibt es entlang des Scenic Drive nicht. Es lohnt sich, die Flaschen am Lehman Caves Visitor Center zu füllen. Empfohlen werden knapp vier Liter pro Person und Tag, dazu salzige Snacks. Am Trailhead darf nur auf den markierten Plätzen geparkt werden, Haustiere sind auf den Wegen nicht erlaubt. Als grobe Rechnung dient ein Gehtempo von etwa drei Kilometern pro Stunde.

Lehman Caves
Lehman Caves ist mit mehr als drei Kilometern die längste Höhle Nevadas, und seit 1885 führt man Besucher hinein. Betreten darf man sie nur auf einer Führung mit einem Ranger. Eine Gruppe umfasst höchstens 20 Personen, und die Führungen sind regelmäßig ausverkauft, besonders an Sommerwochenenden. Tickets lassen sich vorab über Recreation.gov reservieren, und nur so ist ein Platz sicher. An manchen Tagen gibt es zusätzlich Führungen, deren Tickets erst am selben Tag am Schalter des Lehman Caves Visitor Center verkauft werden. Garantiert sind sie nicht, und oft sind sie in der ersten Stunde nach der Öffnung vergriffen.
Mehr als 300 Schilde zählt die Höhle. Diese Form besteht aus zwei parallelen Kalzitplatten, die ein schmaler Spalt trennt. Andere Formen entstehen an stehendem Wasser. Am Rand von Becken setzt sich Kalzit als Sinterkante ab, und entlang der Wasseroberfläche wachsen flache Leisten nach innen. Auf dem Wasser selbst kristallisieren dünne Plättchen, die Höhlenflöße.

Welche Form entsteht, hängt davon ab, wie das Wasser in die Höhle gelangt. Grundwasser, das in einen Hohlraum sickert, enthält etwa 250-mal so viel Kohlendioxid wie die Höhlenluft. Es gibt das Gas ab und kann den gelösten Kalk dann nicht mehr halten, oder es verdunstet. Tropft es von der Decke, wachsen Stalaktiten nach unten und Stalagmiten nach oben, bis beide zu einer Säule zusammenwachsen. Wie schnell das geschieht, hängt davon ab, wie viel Kalk das Wasser gelöst hat und wie oft es tropft, und das Wasser kann seinen Weg in die Höhle ändern. Die Größe einer Formation ist deshalb keine Uhr. Hohle Sinterröhrchen werden schneller länger als breite Formationen, auf die sich dieselbe Menge Kalk verteilt. Viele der großen Formationen wachsen heute nicht mehr und sind vermutlich in feuchteren Zeiten entstanden, vielleicht in den Eiszeiten.
Wie alt die Höhle selbst ist, lässt sich nur nach unten eingrenzen, denn sie muss älter sein als alles, was in ihr gewachsen ist. Geologen der University of Nevada, Las Vegas, schätzten 2017 einen Stalagmiten aus Lehman Caves auf rund 2,2 Millionen Jahre. Sie nutzten dafür ein Verfahren, das über die Reichweite der Uran-Thorium-Methode hinausgeht. Eine spätere Untersuchung datierte eine Kalkablagerung nahe dem Eingangstunnel, die sich unter Wasser nahe dem Grundwasserspiegel gebildet hatte, mit der Uran-Blei-Methode auf rund 4,1 Millionen Jahre. Das ist das Mindestalter, das diese Messung belegt. Die Forscher halten die Höhle für deutlich älter.
Für Besucher gibt es zwei Führungen auf demselben ausgebauten Weg. Die Lodge Room Tour dauert 60 Minuten, führt über 0,6 Kilometer und 69 Stufen, und man steht die ganze Zeit. Die Grand Palace Tour dauert 90 Minuten und führt über einen Kilometer durch den gesamten ausgebauten Teil, ebenfalls mit 69 Stufen. Auf halber Strecke stehen Steinbänke. Auf beiden muss man sich in engen Abschnitten immer wieder bücken, kriechen muss man nicht. Gehstöcke sind erlaubt, an allen Treppen gibt es Handläufe. Wer sich in der Enge unwohl fühlt, kann sich hinausbegleiten lassen.

Für Menschen, die keine Treppen gehen oder nicht lange stehen können, gibt es die Accessible Gothic Palace Tour. Sie dauert 30 Minuten, führt ohne Stufen über einen halben Kilometer in den Gothic Palace, den ersten reich geschmückten Raum der Höhle, und ist mit Hilfe auch im Rollstuhl möglich. Sie ist für diese Besucher und ihre Begleitung gedacht. In die Höhle dürfen keine Taschen und Rucksäcke, kein Essen und keine Getränke, auch kein Wasser. Berührt werden darf nichts. Gegen die Kühle hilft eine leichte Jacke. Gegenstände, die schon in anderen Höhlen waren, werden am Besucherzentrum überprüft, um die Fledermäuse vor der Weißnasenkrankheit zu schützen.
Ein Tag mit Hain und Höhle
Was an einem solchen Tag schiefgehen kann, lässt sich vorher durchgehen: ein ausverkaufter Höhlentermin, Gewitter in der Höhe, die gesperrte Straße, ein zu langes Fahrzeug. Für jeden Fall gibt es eine Antwort.
- Höhlentermin: Die Verfügbarkeit zwei bis vier Wochen vor dem Besuch prüfen und reservieren. Am Tag selbst 15 Minuten vor Beginn am Lehman Caves Visitor Center einchecken. Wer nicht spätestens fünf Minuten vorher dort ist, verliert das Ticket, eine Erstattung am selben Tag gibt es nicht.
- Gewitter: Den Hain am Vormittag besuchen und die Führung auf den Nachmittag legen, wenn ein passender Termin frei ist.
- Straße: Ist der Scenic Drive oberhalb des Upper Lehman Creek Campground gesperrt, ist der Hain mit dem Auto nicht erreichbar. Dann bleibt die Höhle, und der Hain braucht einen anderen Tag.
- Fahrzeug: Fahrzeuge und Anhänger über 7,3 Meter Länge dürfen nur bis zum Upper Lehman Creek Campground fahren.
Für die Zeit rechnen wir mit einer eigenen Planung von etwa sieben bis acht Stunden. Je Richtung zwischen Besucherzentrum und Trailhead setzen wir 45 Minuten an. Das ist eine Reserve, keine gemessene Fahrzeit. Die Straße ist eng und kurvig, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 56 km/h, und Überholen ist auf der ganzen Strecke verboten. Hinzu kommen eineinhalb bis drei Stunden für den Weg, 60 oder 90 Minuten für die Führung, 15 Minuten für das Einchecken und Pausen. Passt kein Nachmittagstermin, ist es besser, den Weg zu kürzen oder Hain und Höhle auf zwei Tage zu verteilen, als gegen Gewitter und Uhr anzulaufen.
Baker liegt abgelegen. Mobilfunk gibt es kaum, Tankstellen und Läden sind weit verstreut. Navigations-Apps leiten manche Fahrer zu falschen, entlegenen Punkten im Park. Als Ziel eignen sich das Lehman Caves Visitor Center, das Great Basin Visitor Center oder der Ort Baker. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht in den Park.
Fragen und Antworten
Kann man die Grannenkiefern und Lehman Caves an einem Tag besuchen?
Ja, wenn der Scenic Drive offen ist und ein passender Termin für die Führung frei ist. Am besten liegt der Weg zum Hain am Vormittag und die Führung am Nachmittag. Mit Fahrtreserve, Weg, Führung, Einchecken und Pausen sollte man etwa sieben bis acht Stunden einplanen.
Braucht man für Lehman Caves eine Reservierung?
Die Höhle ist nur auf Führungen mit höchstens 20 Personen zugänglich, die oft ausverkauft sind. Sicher ist ein Platz nur mit einer Reservierung über Recreation.gov, am besten zwei bis vier Wochen vorher. Führungen mit Tickets nur vor Ort gibt es nicht an jedem Tag.
Wie anstrengend ist der Weg zum Grannenkiefernhain?
Er misst hin und zurück 4,5 Kilometer mit 183 Metern Anstieg und dauert eineinhalb bis drei Stunden. Er beginnt auf gut 3.000 Metern, ist felsig, schmal und stellenweise steil. Wasser, salzige Snacks und Aufmerksamkeit für Höhenkrankheit und Gewitter gehören dazu.
Wann ist der Wheeler Peak Scenic Drive befahrbar?
Im Winter ist er am Upper Lehman Creek Campground gesperrt. In der Regel ist er spätestens am Wochenende des Memorial Day Ende Mai wieder offen, garantiert ist das nicht. Den aktuellen Straßenstand vor dem Besuch prüfen.
Ist Lehman Caves barrierefrei?
Die Accessible Gothic Palace Tour führt ohne Stufen in den ersten geschmückten Raum und ist mit Hilfe im Rollstuhl möglich. Die beiden anderen Führungen haben 69 Stufen, und man muss sich in engen Abschnitten bücken.
Weiterführende Informationen
- National Park Service: Wheeler Peak Scenic Drive
- National Park Service: Weather
- National Park Service: Operating Hours & Seasons
- National Park Service: Bristlecone Pines
- National Park Service: Hike to the Wheeler Peak Bristlecone Grove
- National Park Service: Hike the Alpine Lakes Loop
- National Park Service: Hiking Trails
- National Park Service: Lehman Caves Tours
- National Park Service: Cave / Karst Systems
- National Park Service: Speleothems (Cave Formations)
- Matthew S. Lachniet, Chad M. Crotty (University of Nevada, Las Vegas): Lehman Caves are likely older than 2.2 million years
- National Park Service: New Minimum Age for Lehman Caves
- National Park Service: Directions
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
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Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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