Zum Inhalt springen
Routenvorschläge

Alabamas Bürgerrechtsorte von Birmingham bis Montgomery

Von der 16th Street Baptist Church in Birmingham über die Edmund Pettus Bridge in Selma bis zum Legacy Museum in Montgomery sind es fünf Tage mit vier Nächten. Die Reihenfolge richtet sich nach den Öffnungstagen der Häuser, und am Freitag folgt die Fahrt auf der US 80 dem Marschweg von 1965.

Vom USA Reisen Magazin · Community-Content: Sylvia Spleth

Lesezeit etwa 14 Minuten

Aquarell des stählernen Brückenbogens mit dem Schriftzug „Edmund Pettus Bridge“ und einem gelben Schild zur Durchfahrtshöhe, darunter die Fahrbahn mit Geländer.
Stahlbogen der Edmund Pettus Bridge in Selma (Aquarell).

Von der Brown Chapel in Selma bis zum Kapitol in Montgomery fährt man heute auf der US 80 gut eine Stunde. Im März 1965 waren die Marschierenden auf diesem Weg fünf Tage unterwegs, und sie schliefen in vier Lagern auf Feldern. Dass sie ihn überhaupt gehen durften, mussten sie sich erst erkämpfen: zweimal an der Edmund Pettus Bridge und dann vor einem Bundesgericht.

Wer Birmingham, Selma und Montgomery in dieser Reihenfolge besucht, reist nicht in der Zeitfolge der Ereignisse. Montgomery steht am Anfang und am Ende: Dort begann im Dezember 1955 der Busboykott, dort endete im März 1965 der Marsch. Birmingham gehört zum Jahr 1963. Unser Vorschlag fährt trotzdem von Birmingham über Selma nach Montgomery, denn so legt man den letzten Abschnitt in der Richtung zurück, in der die Marschierenden 1965 unterwegs waren.

Die Woche und die Wege

Die Reise beginnt an einem Dienstag in Birmingham und endet am Samstagabend in Montgomery. Zwei Nächte verbringt man in Birmingham, eine in Selma, eine in Montgomery. Die Wochentage sind nicht beliebig. Das Birmingham Civil Rights Institute hat von Dienstag bis Samstag geöffnet, und an denselben Tagen führt die 16th Street Baptist Church Besucher durch ihre Kirche. Das National Voting Rights Museum in Selma hat regulär nur von Montag bis Donnerstag geöffnet, deshalb liegt Selma am Donnerstag. Das Legacy Museum in Montgomery schließt dienstags und ist am Samstag offen.

Wir planen mit dem Auto. Nach unserem Fahrmodell mit dem Routingdienst OSRM sind es von Birmingham nach Selma gut 140 Kilometer und gut zwei Stunden reine Fahrzeit, von Selma nach Montgomery knapp 83 Kilometer und gut eine Stunde. Wer am Samstagabend nach Birmingham zurückfährt, ist knapp 144 Kilometer und etwa 100 Minuten unterwegs. Halte, Verkehr und Parken sind darin nicht enthalten.

Autostrecken zwischen Birmingham, Selma, dem Lowndes Interpretive Center und Montgomery mit gestrichelter Rückfahrt nach Birmingham.

Dienstag: die Kirche an der 16th Street

Die 16th Street Baptist Church entstand 1873 als First Colored Baptist Church, die erste Kirche der Schwarzen in Birmingham. 1880 zog die Gemeinde an die Ecke von 16th Street und 6th Avenue North, wo ihre Kirche heute steht. Den heutigen Bau entwarf Wallace Rayfield, damals nach Angaben der Gemeinde der einzige schwarze Architekt in Alabama. Er wurde 1911 fertig, mit zwei Türmen und einer Kuppel über dem Kirchenraum, zu dem eine breite Treppe hinaufführt. Unter der Rassentrennung war die Kirche zugleich Versammlungsort, Vortragssaal und sozialer Mittelpunkt. Man nannte sie „everybody’s church“, die Kirche für alle.

Einfarbiges Aquarell einer Kirchenfront mit zwei Türmen, Giebel, kleiner Kuppel und breiter Freitreppe zwischen blühenden Bäumen.
16th Street Baptist Church in Birmingham (Aquarell).

Anfang der 1960er Jahre hielt die Bewegung hier ihre Massenversammlungen ab. Aus diesen und aus Versammlungen in anderen Kirchen gingen im Mai 1963 Märsche und Demonstrationen hervor. Die meisten Teilnehmer waren Schulkinder, mehrere Tausend wurden verhaftet. Am Sonntag, dem 15. September 1963, um 10:22 Uhr wurde die Kirche Ziel eines Bombenanschlags. Vier Mädchen, die sich auf die Sonntagsschule vorbereiteten, kamen ums Leben, mehr als 20 Gemeindemitglieder wurden verletzt. Die Empörung über den Anschlag und über die Bilder aus Birmingham trug dazu bei, dass der Kongress 1964 den Civil Rights Act verabschiedete.

Die Gemeinde führt Besucher von Dienstag bis Samstag durch die Kirche, die erste Führung beginnt um 10 Uhr, die letzte um 15 Uhr. Man sollte mindestens eine Stunde einplanen. Weil Schließungen und Veranstaltungen der Gemeinde Termine belegen, fragt man die freien Tage und Zeiten vorher bei der Kirche an. Ist am Dienstag nichts frei, tauscht man mit dem Mittwoch.

An derselben Straße liegt der Kelly Ingram Park. Hier trieb die Polizei 1963 die Demonstrierenden, darunter viele Kinder, mit Hunden und Wasserwerfern auseinander. Bilder davon gingen um die Welt. Heute ist der Park eine Grünanlage mit Denkmälern und einem kurzen Weg. Skulpturen, Tafeln und eine Führung über das Mobiltelefon erzählen dort vom Marsch der Kinder.

Mittwoch: Institut und Motel

Das Birmingham Civil Rights National Monument umfasst rund vier Häuserblocks der Innenstadt. Zu ihm gehört das Birmingham Civil Rights Institute, das 1992 eröffnete und der Smithsonian Institution angeschlossen ist. Durch die Ausstellung geht man ohne Führung, gewöhnlich in etwa 90 Minuten. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, der letzte Einlass ist um 16 Uhr. Hinter dem Gebäude liegt ein kostenloser Parkplatz mit Zufahrt von der 15th Street North.

Blick über rote Backsteinbauten, Kirchtürme und Bürohochhäuser unter blauem Himmel mit Schleierwolken.
Die Innenstadt von Birmingham.

Neben dem Institut steht das A. G. Gaston Motel. Der Unternehmer Arthur George Gaston ließ es 1954 bauen; es bot schwarzen Reisenden erstklassige Zimmer und ein Restaurant. Im April und Mai 1963 wohnten hier die Leiter der Kampagne, unter ihnen King, Ralph Abernathy und Fred Shuttlesworth. In Zimmer 30, dem „War Room“, planten sie das Project C, C für confrontation: die Konfrontation mit Gesetzen, die Afroamerikaner in ihren Freiheiten beschränkten. Im Hof gaben sie Pressekonferenzen. Später wohnten in dem Motel ältere Menschen, ab 1996 stand es leer, bis es 2017 Teil des Nationalmonuments wurde. Wir planen das Motel von außen. Ob seine Räume zu besichtigen sind, steht auf der Website des Nationalmonuments.

Donnerstag: nach Selma

Die Brown Chapel AME Church steht an der Martin Luther King Jr. Street in Selma. Der schwarze Baumeister A. J. Farley, über den wenig bekannt ist, errichtete sie 1908 im neoromanischen Stil mit zwei Türmen. In den ersten drei Monaten des Jahres 1965 beherbergte die Kirche die Southern Christian Leadership Conference, von hier gingen die Märsche aus. Die Gemeinde bietet Führungen für Einzelne und Gruppen nach Vereinbarung an. Wer hineinmöchte, bittet vorher um einen Termin; unser Plan rechnet mit dem Blick von außen. Ein Rundgang mit Tafeln führt die Straße entlang zur Brown Chapel, zur First Baptist Church und zu den George Washington Carver Homes.

Aquarell zweier Backsteintürme mit weißen Hauben und Eckquadern, dazwischen ein geschwungener Giebel mit großem Rundfenster.
Türme und Rundfenster der Brown Chapel AME Church in Selma (Aquarell).

Drei Märsche und eine Brücke

Am Sonntag, dem 7. März 1965, sammelten sich vor der Brown Chapel etwa 600 Menschen, um nach Montgomery zu marschieren, obwohl Gouverneur George Wallace Protestmärsche verboten hatte. An der Spitze gingen Hosea Williams von der SCLC und John Lewis von der SNCC. Sechs Blocks weiter, an der Edmund Pettus Bridge, am Weg aus Selma hinaus auf die US 80, stellten sich ihnen berittene Staatspolizisten entgegen und befahlen ihnen, sich zu zerstreuen. Die Marschierenden blieben stehen. Die Polizisten gingen mit Schlagstöcken auf sie los, Lewis erlitt einen Schädelbruch. Ein Trupp, den Sheriff Jim Clark aufgeboten hatte, feuerte Tränengas. Gemeinsam trieben sie die Marschierenden nach Selma zurück. Mehreren Berichten zufolge mussten mindestens 50 von ihnen im Krankenhaus behandelt werden. Noch am selben Abend unterbrach der Fernsehsender ABC einen Spielfilm, um die Bilder vom „Bloody Sunday“ zu zeigen, und in den folgenden Tagen kamen Tausende nach Selma, um die Marschierenden zu unterstützen.

Zwei Tage später, am 9. März, führte King etwa 2.000 Menschen bis an die Stelle des Angriffs. Wieder versperrten Staatspolizisten den Weg, und King kehrte mit dem Zug um. Dieser Tag heißt seither „Turnaround Tuesday“. Die Bewegung suchte nun den Schutz eines Gerichts. Am 17. März entschied Bundesrichter Frank M. Johnson Jr., dass der Marsch nach Montgomery stattfinden darf, und ordnete Schutz durch Bund und Staat an. Das Recht, sich mit einem Anliegen an die Regierung zu wenden, dürfe auch in großen Gruppen ausgeübt werden, so der Richter sinngemäß, auch marschierend auf öffentlichen Straßen. Am 21. März brach der Zug zum dritten Mal von der Brown Chapel auf und kam nun über die Brücke hinaus.

Die Brücke kann man zu Fuß überqueren; auch die Führungen des National Voting Rights Museum gehen hinüber. Das Museum liegt am Fuß der Brücke und sammelt Bilder und Gegenstände zum Kampf um das Wahlrecht in Selma. Es ist von Montag bis Donnerstag 10 bis 16 Uhr geöffnet, von Freitag bis Sonntag nur nach Vereinbarung. Für den Donnerstag planen wir den Vormittag für die Fahrt, den Nachmittag für Museum, Kirche und Brücke. Am Abend bleibt man in Selma.

Aquarell einer Bogenbrücke mit Pfeilern über einem breiten braunen Fluss, rechts ein Backsteinbau, vorn ein schwarzes Eisengeländer am Ufer.
Edmund Pettus Bridge über dem Alabama River in Selma (Aquarell).

Freitag: auf der US 80 nach Montgomery

Der Marschweg von 1965 ist knapp 87 Kilometer lang. Schon der erste Tag mit gut elf Kilometern fiel vielen schwer, die so weite Strecken nicht gewohnt waren. Die zweite Nacht verbrachten sie auf dem Land von Rosie Steele, einer 78 Jahre alten schwarzen Grundbesitzerin im Lowndes County. Seit 1996 ist der Weg ein National Historic Trail. Mit dem Auto folgt man heute der US 80; von der Brown Chapel bis zum Kapitol sind es in unserem Fahrmodell knapp 83 Kilometer und gut eine Stunde.

Etwa auf halber Strecke liegt in White Hall das Lowndes Interpretive Center, das 2006 als erstes Besucherzentrum des National Park Service am Trail eröffnete. Ein 25 Minuten langer Film, „Never Lose Sight of Freedom“, erzählt vom Marsch, und in der Ausstellung hört man Stimmen aus jenen Tagen. Regulär ist von Montag bis Samstag 9 bis 16:30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weil das Haus auch kurzfristig schließen kann, prüft man den Stand am Freitagmorgen. Ist es geschlossen, fährt man ohne Halt weiter; der übrige Tag bleibt, wie er ist.

Aquarell eines hellen Gebäudes mit zwei Eingangstürmen unter Laternenaufsätzen, links ein geschwungener Dachflügel mit Fensterband.
Eingang des Lowndes Interpretive Center in White Hall (Aquarell).

Die letzte Nacht vor dem Kapitol verbrachten die Marschierenden in Montgomery auf dem Sportplatz der City of St. Jude, einer katholischen Einrichtung, die seit den 1930er Jahren Kranke, Schüler und Bedürftige ohne Ansehen der Hautfarbe aufnahm. Dort traten am Abend Harry Belafonte, Joan Baez, Pete Seeger, Leonard Bernstein und Odetta auf. Am nächsten Morgen gingen die Marschierenden die letzten gut sechs Kilometer durch die Straßen der Stadt zum Kapitol. Nach dem Ende des Marsches erschossen Mitglieder des Ku-Klux-Klans Viola Liuzzo aus Detroit, als sie Marschierende nach Selma zurückfuhr; im Krankenhaus von St. Jude versuchte man vergeblich, ihr Leben zu retten. Am 6. August 1965 unterzeichnete Präsident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act.

Freitagnachmittag an der Dexter Avenue

Am Nachmittag bleibt man in der Innenstadt von Montgomery. Kapitol, Dexter-Kirche und Pfarrhaus, das Rosa Parks Museum und das Freedom Rides Museum liegen hier, dazu die Orte der Equal Justice Initiative für den Samstag.

Acht Museen und Gedenkstätten in Montgomery mit Zahlenschlüssel und Alabama River; Kirche und Pfarrhaus an getrennten Standorten.

Das Kapitol steht auf einem Hügel an der Dexter Avenue. Am Westportikus markiert ein Messingstern die Stelle, an der Jefferson Davis als Präsident der Konföderation vereidigt wurde; gegründet worden war sie im Februar 1861 im Senatssaal dieses Gebäudes. Am 25. März 1965 endete an den Stufen der Marsch aus Selma, und Martin Luther King sprach vor schätzungsweise 25.000 Menschen. Der heutige Bau im Stil des Greek Revival entstand 1851 auf den Fundamenten eines Vorgängers, der zwei Jahre nach seiner Fertigstellung abgebrannt war. Einen großen Teil der Holzarbeiten führte der schwarze Zimmermeister Horace King aus, wahrscheinlich auch die dreigeschossigen Wendeltreppen in der Eingangshalle. Zugänglich sind unter anderem der Senatssaal, der Saal des Repräsentantenhauses und die Rotunde. Es gibt täglich Führungen und Besuche ohne Führung, der Eintritt ist frei.

Weißes Kapitol mit Säulenportikus und Kuppel hinter einer breiten Freitreppe, eingerahmt von Bäumen.
Das Alabama State Capitol in Montgomery.

An derselben Straße steht die Dexter Avenue King Memorial Baptist Church, an der King von 1954 bis 1960 Pfarrer war. Hier trafen sich am Tag nach der Verhaftung von Rosa Parks Geistliche und andere schwarze Wortführer der Stadt und planten einen eintägigen Boykott der Busse. Parks war am 1. Dezember 1955 verhaftet worden, weil sie ihren Platz in einem vollen Bus nicht für weiße Fahrgäste geräumt hatte. Der Boykott am Montag, dem 5. Dezember, übertraf die Erwartungen der Organisatoren: Nur wenige schwarze Fahrgäste fuhren an diesem Tag Bus. Am Nachmittag gründeten die Wortführer in der Mt. Zion AME Zion Church die Montgomery Improvement Association und wählten den jungen Pfarrer der Dexter-Kirche zu ihrem Vorsitzenden. Aus dem einen Tag wurde fast ein Jahr. Die Boykottierenden gingen zu Fuß, manche knapp 13 Kilometer am Tag, oder fuhren in Fahrgemeinschaften. Die Busgesellschaft hob die Trennung erst auf, nachdem der Oberste Gerichtshof am 13. November 1956 die Gesetze Alabamas zur Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig erklärt hatte.

Backsteinkirche mit weißem Glockenturm und weißer Freitreppe an einer Straßenecke, daneben ein helles Verwaltungsgebäude.
Die Dexter Avenue King Memorial Baptist Church in Montgomery.

Kirche und Pfarrhaus zeigt die Gemeinde nur mit Führung. Wer mit weniger als sechs Personen kommt, vereinbart den Termin telefonisch; größere Gruppen buchen online. Das Pfarrhaus ist freitags und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, an anderen Tagen nach Vereinbarung, sonntags und montags gibt es an beiden Orten keine Führungen. Für den Freitag passt das Pfarrhaus, wenn der Termin vorher abgesprochen ist, dazu eines der beiden Museen in der Innenstadt.

Das Rosa Parks Museum der Troy University steht an der Stelle, an der Parks verhaftet wurde. Es ist von Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr geöffnet, mit einer Mittagspause von 12 bis 13 Uhr; der letzte Einlass vor der Pause ist um 11 Uhr. Samstags schließt es um 15 Uhr.

Das Freedom Rides Museum liegt im früheren Greyhound-Busbahnhof an der South Court Street. Am Samstag, dem 20. Mai 1961, stiegen dort um 10:23 Uhr zwanzig Studenten aus einem Bus, schwarze und weiße, Männer und Frauen. Die Freedom Rides sollten die Bundesregierung dazu bringen, die Urteile des Obersten Gerichtshofs gegen getrennte Sitzplätze und Warteräume im Busverkehr durchzusetzen. Die Polizei, die ihren Schutz zugesagt hatte, war nicht da. Ein Mob griff zuerst die Reporter an, dann die Studenten. John Lewis rief den anderen zu, zusammenzubleiben und nicht wegzulaufen; er, William Barbee und Jim Zwerg wurden bewusstlos geschlagen. Freitags ist das Museum von 11 bis 16 Uhr geöffnet, an Feiertagen des Bundes und des Staates bleibt es außer am Martin Luther King Day und am Juneteenth geschlossen. Der Besuch dauert etwa eine Stunde, Einzelbesucher kaufen ihre Karte am Empfang. Die Ausstellung im Freien ist jederzeit zugänglich.

Aquarell einer hellen Backsteinfassade mit senkrechtem Greyhound-Schriftzug, einem Windhund-Zeichen und einem langen Vordach.
Früherer Greyhound-Busbahnhof in Montgomery, heute Freedom Rides Museum (Aquarell).

Samstag: Legacy Museum und National Memorial

Den Samstag halten wir für zwei Orte frei, die die Equal Justice Initiative in Montgomery eingerichtet hat. Das Legacy Museum an der North Court Street erzählt nach Darstellung der Organisation 400 Jahre amerikanischer Geschichte, von der Sklaverei über rassistischen Terror und die gesetzliche Rassentrennung bis zur Masseninhaftierung. Die Organisation empfiehlt drei bis fünf Stunden. Im Museum darf man nicht fotografieren, das Mobiltelefon soll ganz ausgeschaltet bleiben. Man geht ohne Führung hindurch.

Das National Memorial for Peace and Justice liegt auf einem gut 2,4 Hektar großen Gelände und ist nach Angabe der Organisation das erste umfassende Denkmal für die Opfer rassistischer Lynchmorde in den Vereinigten Staaten. Zu Fuß sind es vom Museum etwa 20 Minuten, ein kostenloser Shuttle fährt alle 15 Minuten. Für das Memorial rechnet man ein bis zwei Stunden. Wer Museum und Memorial am selben Samstag sehen will, bucht für das Museum ein frühes Zeitfenster.

Eine Karte gilt für alle vier Orte der Initiative. Das Museum betritt man zu einem festen Zeitfenster, darf aber am selben Tag wiederkommen; für die übrigen Orte gilt die Karte auch an einem anderen Öffnungstag. Weil am Museum nur wenige Karten für denselben Tag verkauft werden, bucht man vorher online. Geöffnet ist von Mittwoch bis Montag 9 bis 18 Uhr, von November bis Februar nur bis 17 Uhr. Dienstags sowie an Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr bleibt alles geschlossen. Wer statt des Memorials lieber den Freedom Monument Sculpture Park sehen will, ein Gelände am Alabama River über das Leben der Sklaven, kann dorthin mit einem Boot fahren, etwa 15 Minuten. Mehr als zwei der Orte planen wir für den Samstag nicht ein, weil am Abend die Abreise folgt.

Fragen und Antworten

Warum beginnt die Reise an einem Dienstag?

Weil sich die Öffnungstage so am besten fügen. Das Birmingham Civil Rights Institute hat von Dienstag bis Samstag geöffnet, an denselben Tagen gibt es die Führungen in der 16th Street Baptist Church. Das National Voting Rights Museum in Selma ist regulär von Montag bis Donnerstag geöffnet, das Legacy Museum in Montgomery schließt dienstags.

Kann man die Edmund Pettus Bridge zu Fuß überqueren?

Ja. Die Brücke führt die US 80 über den Alabama River, und man kann sie zu Fuß überqueren. Das National Voting Rights Museum am Fuß der Brücke bietet Führungen an, die über die Brücke gehen.

Wie lange braucht man für das Legacy Museum?

Die Equal Justice Initiative empfiehlt drei bis fünf Stunden für das Museum und ein bis zwei Stunden für das National Memorial. Das Museum betritt man zu einem gebuchten Zeitfenster; dienstags ist es geschlossen.

Kann man die 16th Street Baptist Church besichtigen?

Ja, mit einer Führung der Gemeinde von Dienstag bis Samstag zwischen 10 und 15 Uhr. Man sollte mindestens eine Stunde einplanen und die freien Termine vorher erfragen, weil Schließungen und Veranstaltungen der Gemeinde Zeiten belegen.

Ist die heutige Fahrt dieselbe Strecke wie der Marsch von 1965?

Sie folgt dem Marschweg auf der US 80, ist aber kürzer. Der historische Weg von der Brown Chapel in Selma zum Kapitol in Montgomery ist knapp 87 Kilometer lang; mit dem Auto sind es heute knapp 83 Kilometer.

Weiterführende Informationen

  1. National Park Service: Birmingham Civil Rights NM: History & Culture
  2. National Park Service: Birmingham Civil Rights NM: Operating Hours & Seasons
  3. National Park Service: Birmingham Civil Rights NM: Construction Updates
  4. Birmingham Civil Rights Institute: Visit
  5. 16th Street Baptist Church: Our History
  6. 16th Street Baptist Church: Tours
  7. National Park Service: Brown Chapel AME Church, Selma
  8. Brown Chapel AME Church: Tours
  9. National Park Service: The Edmund Pettus Bridge
  10. National Park Service: Selma to Montgomery NHT: History & Culture
  11. National Park Service: Selma to Montgomery NHT: Places
  12. National Park Service: Selma to Montgomery NHT: Things To Do
  13. National Park Service: Selma to Montgomery NHT: Operating Hours & Seasons
  14. National Park Service: Selma to Montgomery NHT: Directions
  15. National Park Service: City of St. Jude (Campsite 4)
  16. National Voting Rights Museum and Institute: Contact Us
  17. National Voting Rights Museum and Institute: Tours and Admission
  18. Alabama Historical Commission: Alabama State Capitol
  19. Alabama Historical Commission: Alabama State Capitol: History Facts
  20. National Park Service: Dexter Avenue Baptist Church, Montgomery
  21. Martin Luther King, Jr. Research and Education Institute, Stanford University: Minutes of Montgomery Improvement Association Founding Meeting, by U. J. Fields
  22. Dexter Avenue King Memorial Baptist Church: Tours
  23. Troy University: Rosa Parks Museum
  24. Alabama Historical Commission: Freedom Rides Museum: History Facts
  25. Alabama Historical Commission: Freedom Rides Museum: Plan Your Visit
  26. Equal Justice Initiative: Legacy Sites: About
  27. Equal Justice Initiative: Legacy Sites: Visit
  28. Equal Justice Initiative: Legacy Sites: FAQ
  29. OpenStreetMap-Mitwirkende: Kartendaten und Lizenz (ODbL)
  30. Project OSRM: Routing-Dienst für das Fahrmodell

Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.

Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.

Weiterlesen

Weitere passende Beiträge

Zum Seitenanfang