Ein Küstentag in Big Sur, hin und zurück ab Carmel
Von Carmel führt der Highway 1 nach Süden an die Steilküste von Big Sur. Unser Vorschlag bleibt zwei Nächte in Carmel: am Anreisetag Point Lobos, am zweiten Tag die Küste bis zum Julia Pfeiffer Burns State Park und auf derselben Straße zurück, vor der Abreise an passenden Öffnungstagen die Carmel Mission.

Point Lobos liegt knapp fünf Kilometer südlich von Carmel, und für die meisten Besucher ist das Reservat ein Ort für kurze Wege an Buchten, Felsen und Wiesen. Dass hier einmal gearbeitet wurde, sieht man ihm kaum an: Auf der Landzunge gab es Walfangbetriebe und Kiesgruben, dazu die größte Abalone-Konservenfabrik der Westküste. California State Parks hebt hervor, wie sich die Natur seitdem erholt hat; heute ist Point Lobos ein State Natural Reserve.
Vor der Küste wachsen Kelpwälder, die gut 21 Meter hoch werden. Sie gehören zu einem der reichsten Meereslebensräume Kaliforniens, und tauchen darf man im Reservat nur in der Whalers Cove und der Bluefish Cove, mit Nachweis und Reservierung. Wer nicht taucht, sieht von den Wegen aus auf Buchten, Felsen und Wiesen über dem Wasser.
Carmel als Standort
Point Lobos ist der erste Halt dieses Vorschlags, am Nachmittag des Anreisetags. Am zweiten Tag fährt man auf dem Highway 1 nach Süden bis zum Julia Pfeiffer Burns State Park und auf derselben Straße zurück. Beide Nächte verbringt man in Carmel. Fällt der Abreisetag auf Mittwoch bis Sonntag, bleibt vorher Zeit für die Carmel Mission.
Der Plan hängt nicht davon ab, dass die Küstenstraße weiter im Süden durchgehend befahrbar ist. Der Highway 1 ist an dieser Küste nicht für hohes Tempo gebaut, und Rutschungen, Brände und Bauarbeiten sperren immer wieder Abschnitte oder verengen sie auf eine Spur. Vor der Fahrt sieht man deshalb bei Caltrans, der Straßenbehörde Kaliforniens, nach, ob es Ampelstrecken oder Sperrungen gibt. Bis zum Julia Pfeiffer Burns State Park sind es nach unserem Fahrmodell mit dem Routingdienst OSRM ab dem Carmel River knapp 59 Kilometer und etwa 55 Minuten reine Fahrzeit, ohne Halte und ohne Verkehr. Für den Tag mit Rückfahrt planen wir trotzdem von morgens bis zum späten Nachmittag, weil jeder Halt Zeit kostet und das Parken an der Straße oft knapp ist.

Anreisetag: Point Lobos
Der Eingang des Reservats liegt knapp fünf Kilometer südlich von Carmel am Highway 1. Hinein darf man nur tagsüber, und vor dem Schluss endet auch der Einlass; die Zeiten für den Reisetag nennt der Park. Nach der Anreise lohnt der Besuch, wenn bis dahin noch einige Stunden bleiben.

Fahrzeuge, die länger als 6,4 Meter sind, dürfen im Reservat weder fahren noch parken, ob Wohnmobil, Kleintransporter mit Schlafplatz oder gewerbliches Fahrzeug. Hunde sind im ganzen Reservat verboten, auch im Auto auf dem Parkplatz. Fahrräder sind nur auf den asphaltierten Straßen erlaubt, nicht auf den Wegen, und Drohnen dürfen nicht fliegen. Alles im Reservat, Muscheln, Steine, Holz und Pflanzen, steht unter Schutz und bleibt dort.
Zweiter Tag: nach Süden an der Küste
Knapp elf Kilometer südlich der Rio Road in Carmel beginnt der Garrapata State Park, der nördlichste der State Parks an der Küste von Big Sur. Zu ihm gehören gut drei Kilometer Küste mit Stränden und den Felsen am Soberanes Point. In den Gewässern davor leben Seelöwen, Seehunde und Seeotter, und die Grauwale ziehen auf ihrer jährlichen Wanderung dicht vorbei. Für einen kurzen Halt reicht ein Gang auf den Küstenwegen westlich der Straße. Auf der Ostseite führt der Soberanes Canyon Trail gut zwei Kilometer bis ans Ende des Canyons, dann geht man denselben Weg zurück, zusammen rund vier Kilometer. Diesen Weg planen wir nur, wenn man ihn statt eines anderen Halts geht. Weil viele Besucher an der Straße parken, mahnt der Park beim Parken und beim Überqueren des Highways zu großer Vorsicht.

Weiter südlich überquert die Bixby Creek Bridge den Bixby Creek. Die Brücke wurde 1932 gebaut, sie ist die größte der Betonbogenbrücken am Highway 1 in Big Sur. Ihr Hauptbogen spannt sich gut 100 Meter weit. In einem Bericht der Straßenbehörde über historische Betonbogenbrücken in Kalifornien ist das die größte Spannweite unter den Brücken ihrer Bauart. An der Brücke darf man nicht überall halten. Man hält nur dort, wo Schilder es erlauben, und bleibt nicht auf der Fahrbahn stehen.

Hurricane Point ist ein Aussichtspunkt am Highway, von dem aus man auf den Pazifik und die Hänge der Küste sieht.

Point Sur oder Pfeiffer Big Sur
Für die Mitte des Tages gibt es zwei Möglichkeiten, und wir planen nur eine davon ein. Beginnt am Reisetag früh genug eine Führung, kann man den Leuchtturm von Point Sur besuchen, sonst geht man im Pfeiffer Big Sur State Park in den Redwood-Wald am Fluss.
Die Leuchtstation von Point Sur steht rund 110 Meter über dem Pazifik auf einem großen Vulkanfelsen. Nach Angaben von California State Parks ist sie die einzige vollständig erhaltene Leuchtstation aus der Zeit um 1900 in Kalifornien, die Besucher betreten können. Der Leuchtturm leuchtete zum ersten Mal am 1. August 1889 und ist seitdem in Betrieb. Bis 1974 wohnten die Leuchtturmwärter mit ihren Familien hier, dann wurde die Anlage automatisiert. Hinauf kommt man nur mit einer Führung von Freiwilligen, die etwa drei Stunden dauert. Der Weg ist steil und ohne Schatten, es geht knapp 110 Meter bergauf, die längere der beiden Treppen hat 61 Stufen. Treffpunkt ist das Farmtor der Leuchtstation auf der Westseite des Highway 1, gut 30 Kilometer südlich der Rio Road; das beschilderte Tor der früheren Marinestation liegt rund 400 Meter weiter südlich und ist ein anderer Treffpunkt. Eine Reservierung gibt es nicht, die Plätze sind begrenzt, und es kommt an die Reihe, wer zuerst da ist; man sollte eine halbe Stunde früher kommen. Mit dem eigenen Auto darf man nicht zum Leuchtturm hinauffahren. An welchen Tagen und zu welchen Zeiten Führungen stattfinden, ändert sich im Lauf des Jahres, und bei schlechtem Wetter fallen sie aus. Man prüft die Termine deshalb für den eigenen Reisetag. Für den ganzen Plan bis Julia Pfeiffer Burns braucht man eine Führung am Vormittag; beginnt sie später, wählt man Pfeiffer Big Sur oder lässt den südlichsten Halt weg.

Ohne Führung fährt man weiter zum Pfeiffer Big Sur State Park, knapp 42 Kilometer südlich von Carmel. Dort fließt der Big Sur River durch einen Wald aus Küstenmammutbäumen, Eichen, Ahorn und Platanen. Kurze Wege führen am Fluss entlang und durch den Wald, im Park liegt auch die Big Sur Lodge. Nach Bränden kann der Park einzelne Wege für längere Zeit sperren, und wer gesperrte Wege betritt, muss mit einer Strafe rechnen. Welche Wege offen sind, steht auf der Seite des Parks. Wir planen am Fluss nur kurze Wege ein, die zur Zeit des Besuchs offen sind.

Julia Pfeiffer Burns: der Wasserfall und die Bucht von Partington
Knapp 60 Kilometer südlich von Carmel endet die Fahrt im Julia Pfeiffer Burns State Park. Er ist nach einer angesehenen Siedlerin der Gegend benannt. Bekannt ist er für den McWay Fall, einen gut 24 Meter hohen Wasserfall, der von Granitfelsen in die Bucht fällt. Der Strand darunter entstand bei einem Erdrutsch im Jahr 1983. Strand, Saddle Rock und der Bereich am Wasserfall sind gesperrt, jenseits der Zäune darf niemand hinab. Wer die Absperrungen missachtet, riskiert nicht nur eine Strafe: Es gab in diesen Felsen aufwendige Rettungseinsätze und Todesfälle.
Für den Blick auf den Wasserfall hat der Park einen kurzen Aussichtsweg angelegt, der von der Treppe am Eingangskiosk unter dem Highway hindurch über die Bucht führt. Er kann für Bauarbeiten gesperrt sein. Unser Plan sieht deshalb die Partington Cove vor; nur wenn der Park den Aussichtsweg ausdrücklich als offen nennt, geht man ihn statt dieses Halts. Zur Partington Cove führt ein alter Fuhrweg von der dortigen Haltebucht hinab zum Meer, hin und zurück gut 1,6 Kilometer. Unten teilt sich der Weg. Nach Norden geht es zu einem kleinen Felsstrand; die Brandung ist dort oft rau, baden und waten sollte man nicht. Nach Süden führt der Weg durch einen in den Fels gesprengten Tunnel zu einem Aussichtspunkt, an dem früher Schiffe beladen wurden. Hier lag ein Hafen, über den früher Gerberrinde verschifft wurde. Über die Bank am Aussichtspunkt hinaus geht man nicht, weil die Felsen locker sind und die Wellen unberechenbar.
Danach fährt man auf demselben Highway nach Carmel zurück. Wege östlich der Straße, die in die Berge führen, betritt man nur, wenn der Park sie freigibt.
Am Abreisetag: die Carmel Mission an der Rio Road
An der Rio Road in Carmel, wo die Entfernungsangaben für Garrapata und Point Sur beginnen, steht die Mission San Carlos Borromeo de Río Carmelo. Ihre Steinkirche wurde 1797 geweiht und so gebaut, dass sie das Grab von Junípero Serra umschließt. Der Franziskaner hatte die Mission als zweite von 21 in Alta California gegründet und an den Carmel River verlegt, wo es Süßwasser, fruchtbares Land und Dörfer der Indianer gab. Ziel der Missionen war, den spanischen Einfluss auszudehnen und die Indianer zum Christentum zu bekehren; die Mission lehrte die Rumsen Ohlone Ackerbau und Viehzucht.

Dass die Kirche heute wieder steht, ist das Ergebnis einer langen Restaurierung. Nach der Säkularisierung in den 1830er Jahren verfiel die Anlage, 1852 stürzte das Dach der Kirche ein. Harry Downie arbeitete ein halbes Jahrhundert lang bis zu seinem Tod 1980 an Kirche, Wohnräumen und Werkstätten; die Mission nennt seine Zeit die größte Restaurierungsphase ihrer Geschichte. Seit 1960 ist die Kirche eine Basilika.
Die Mission ist eine aktive Gemeinde. Mit einer Eintrittskarte vom Kiosk vor dem Laden geht man ohne Führung durch Basilika, Museen und Gelände. Montags und dienstags ist geschlossen, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 17 Uhr, sonntags erst ab 11:30 Uhr; das Gelände schließt eine Viertelstunde vor dem Laden. An Feiertagen gelten eigene Zeiten, und Gottesdienste, Hochzeiten und andere Feiern können den Zugang zur Basilika einschränken. Fällt die Abreise auf einen dieser Öffnungstage, passt die Mission vor der Abfahrt; an einem Sonntag bleibt dafür erst die Zeit ab Mittag.
Fragen und Antworten
Kann man an den McWay Fall hinunter?
Nein. Strand, Saddle Rock und der Bereich am Wasserfall sind dauerhaft gesperrt. Für den Blick auf den Wasserfall gibt es einen offiziellen Aussichtsweg über der Bucht, den man nur geht, wenn der Julia Pfeiffer Burns State Park ihn als offen nennt.
Darf man mit dem Wohnmobil nach Point Lobos?
Nicht mit einem Fahrzeug, das länger als 6,4 Meter ist. Das gilt für alle Fahrzeuge, ob Wohnmobil, Kleintransporter oder Lieferwagen; sie dürfen im Reservat weder fahren noch parken.
Wie lange dauert die Führung am Leuchtturm von Point Sur?
Etwa drei Stunden. Dazu kommt eine halbe Stunde, weil man früher am Treffpunkt sein sollte. Reservieren kann man nicht, die Tage und Zeiten ändern sich im Lauf des Jahres.
Warum fährt der Vorschlag auf derselben Straße zurück?
Weil der Tag so nicht davon abhängt, ob die Küstenstraße weiter im Süden durchgehend offen ist. Bis zum Julia Pfeiffer Burns State Park sind es ab dem Carmel River in unserem Fahrmodell knapp 59 Kilometer, etwa 55 Minuten ohne Halte.
Wo hält man an der Bixby Creek Bridge?
Nur dort, wo Schilder das Halten erlauben, und nicht auf der Fahrbahn. Rund um die Brücke kann das Parken verboten sein; maßgeblich sind die Schilder vor Ort.
Weiterführende Informationen
- California State Parks: Point Lobos State Natural Reserve
- California State Parks: Garrapata State Park
- California State Parks: Point Sur State Historic Park
- California State Parks: Pfeiffer Big Sur State Park
- California State Parks: Pfeiffer Big Sur State Park to Reopen Following Timber Fire
- California State Parks: Julia Pfeiffer Burns State Park
- California State Parks: Julia Pfeiffer Burns State Park: Trails
- Caltrans: Historic Bridges Inventory Update: Concrete Arch Bridges
- Caltrans: Highway Conditions
- Federal Highway Administration: Hurricane Point (America's Byways)
- Carmel Mission: Brief History
- Carmel Mission: Must-See Features
- Carmel Mission: Plan Your Visit
- OpenStreetMap-Mitwirkende: Kartendaten und Lizenz (ODbL)
- Project OSRM: Routing-Dienst für das Fahrmodell
Angaben zu Öffnungszeiten, Eintritt, Angeboten und Zugänglichkeit können sich ändern. Maßgeblich sind die verlinkten Stellen.
Weiterführende Webseiten für unsere Community:
Dieser Beitrag beruht auf Recherche in den genannten Quellen.
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